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Weitere Fabeln

: Weitere Fabeln - Kapitel 78
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titleWeitere Fabeln
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Die Schlange und die Frösche

Ein Frosch sah am Ufer eines Teiches eine Schlange liegen. »Warum liegst du hier müßig?« fragte er sie, »und gehst nicht auf Beute aus?«

»Ach, Freund«, antwortete die Schlange, »dazu fehlt es mir an Zeit, denn ich bin verdammt, Frösche zu tragen!«

»Uns zu tragen? Du?«

»Wie du sagst, so ist es.«

»Und wer hätte dich dazu verdammt?«

»Kaundiljas, der Priester Brahmas, denn seinen Sohn hab' ich ihm vergiftet. Deshalb fluchte er mir, und so verdammte er mich, zeitlebens Frösche zu tragen und am Teiche hier solcher zu harren, die sich von mir tragen lassen wollen.«

Als der Frosch das vernommen, hüpfte er flugs zum Könige des Froschteiches, und diesem berichtete er, was die Schlange ihm erzählt hatte.

Unverweilt suchte der Froschkönig die Schlange auf, um auf ihrem Rücken einen Spazierritt zu machen. Der gefiel ihm ausnehmend gut, und er wiederholte ihn des anderen Tages.

Langsam und schwankend aber kroch die Schlange jetzt fürbaß. »Warum«, fragte der Froschkönig, »gehst du heute so schläfrig deines Weges?« – »Weil ich matt und schwach bin«, erwiderte die Schlange, »vor Hunger.«

»Dem ist leicht abzuhelfen«, sagte der Froschkönig, »verspeise doch einige Frösche!«

Diesen Rat befolgte die Schlange ungesäumt, und nicht lange dauerte es, so war der Teich von Fröschen leer. Auch der Froschkönig verschwand zuletzt im Magen der Schlange.

 


 

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