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Weitere Fabeln

: Weitere Fabeln - Kapitel 55
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Der Koch und der Hund

In einem vornehmen Haus war ein großes Gastmahl. Der Haushund hatte aus eigenem dazu einen fremden Hund eingeladen und führte seinen Gast in die Küche, um ihm alle schönen Leckerbissen, die ihrer an Überbleibseln warten würden, zu zeigen.

Schon im voraus freute sich dieser über die herrlichen Bissen, ging überall herum und beroch sie mit vielem Wohlbehagen.

Um sich dem Koche angenehm zu machen, fing er an, ihm zu schmeicheln und mit dem Schwanze zu wedeln.

Da dieser aber den fremden Hund nicht kannte, sondern glaubte, daß er stehlen wolle, so packte er einen tüchtigen Stock und prügelte ihn zum Hause hinaus.

Laut heulend lief er davon und begegnete unterwegs einem Bekannten, der von der Einladung wußte.

»Nun wie bist du bewirtet worden?« fragte ihn dieser. »O,« sagte er, »ganz vortrefflich, ich habe so tüchtig zechen müssen, daß ich ganz betrunken wurde, und nicht mehr weiß, wie ich aus dem Hause gekommen.«

Zudringliche Gäste sind trotz ihrer Schmeicheleien nicht willkommen.

 


 

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