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Weitere Fabeln

: Weitere Fabeln - Kapitel 51
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Hunde, Katzen und Mäuse

Von dem Menschen, dem Herrn aller Erdengeschöpfe, bekamen die Hunde das Vorrecht, ihn auf allen seinen Wegen zu begleiten, sein Haus und Eigentum zu bewachen, und ihm bei seinen verschiedenen Geschäften behilflich -zu sein. Ob solchen Vorzugs wurden die Hunde nicht wenig stolz, die Katzen aber beneideten sie. Daher hielten diese einen Landtag ab und beschlossen, den Hunden ihr Vorrecht zu nehmen.

So geschah's. Die Katzen stahlen bei der ersten Gelegenheit das besagte, auf Pergament geschriebene Hundevorrecht und schleppten es in eine Kammer unter altes Rumpelwerk. Dort fand es eine Maus, als sie Nahrung suchte; sie lief sogleich voll Freude zu ihren Schwestern und zeigte ihnen an, welch rare Sache sie gefunden. Die Mäuse hielten Rat, was sie tun sollten, damit das kostbare Vorrecht in ihrer Gewalt bliebe. Lange konnten sie nicht recht einig werden, bis sich die älteste von ihnen erhob und sprach: "Schwestern, mich bedünkt, es wird das beste sein, wenn wir das Vorrecht aufessen. So bemächtigen wir uns seiner vollkommen und brauchen nicht zu fürchten, daß es uns jemand wieder entreiße!"

Der Vorschlag gefiel allen. Sie begannen ohne Verzug mit dem Festschmause sind aßen das Pergament auf, daß nicht das kleinste Stückchen übrigblieb.

Nach einiger Zeit hatten die Hunde eine Versammlung, und befahlen sie ihrem Archivar, das Vorrecht zu holen, damit die erlauchte Versammlung davon Einsicht nehmen könne.

Der Archivar mußte wider Willen mit der Sprache heraus: die Katzen hätten es gestohlen; denn das hatte er indes schon in Erfahrung gebracht.

Die Hunde fuhren sogleich auf die Katzen los: sie möchten ihnen im guten das Vorrecht herausgeben.

Die Katzen leugneten zuerst; als sie jedoch von den Hunden sehr gedrängt wurden, beschlossen sie, das Gestohlene ihnen auszuliefern.

Nun fuhren die Katzen wieder auf die Mäuse los, indem sie sagten, in die Kammer, zu dem alten Rumpelwerk, wo sie das Vorrecht aufbewahrt hätten, habe keinem anderen der Zutritt freigestanden als den Mäusen; sie sollten also Rede stehen.

Die Mäuse aber konnten das Vorrecht nicht herausgeben, weil sie es ja aufgefressen hatten.

Von dieser Zeit an wurden die Katzen von den Hunden entsetzlich gehaßt und furchtbar verfolgt. Die Katzen dagegen schwuren, des Hasses und der Verfolgung wegen, die sie von den Hunden zu erleiden hatten, unaufhörlich Krieg gegen die Mäuse zu führen. Darum fuhren die Hunde die Katzen an, und darum sind die Katzen den Mäusen feind.

 


 

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