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Was unrecht ist an der Welt

Gilbert Keith Chesterton: Was unrecht ist an der Welt - Kapitel 51
Quellenangabe
typetractate
authorGilbert Keith Chesterton
titleWas unrecht ist an der Welt
publisherMusarion Verlag
year1924
translatorClarisse Meitner
correctorreuters@abc.de
senderoldtommy@gmx.at
created20150410
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Dritte Anmerkung
Über Bauerngrundbesitz

ICH habe mich aus den Gründen, die ich im Texte feststellte, mit keinerlei Details bezüglich Eigentumsverteilung oder deren Möglichkeiten in England befaßt. Dieses Buch handelt von dem, was unrecht ist, unrecht in den Wurzeln unseres Argumentierens und Strebens. Dieses Unrecht ist, sage ich, daß wir vorwärts gehen wollen, weil wir es nicht wagen, zurückzugehen. So sagen die Sozialisten, das Eigentum sei schon in Trusts und Warenhäuser konzentriert; die einzige Hoffnung sei, es fürderhin im Staate zu konzentrieren. Ich sage, die einzige Hoffnung sei, es zu entkonzentrieren; das heißt, zu bereuen und umzukehren; der einzige Schritt vorwärts ist der Schritt rückwärts.

Aber im Zusammenhang mit dieser Verteilung habe ich mich der Beschuldigung eines anderen möglichen Irrtums ausgesetzt. Wenn ich von einer durchgreifenden Neuaufteilung spreche, spreche ich von Entschiedenheit in den Zielen, nicht notwendigerweise von Übereilung in den Mitteln. Es ist ganz und gar nicht zu spät, einen annähernd vernünftigen Zustand des englischen Besitzes wieder herzustellen ohne jede reine Konfiskation. Eine Politik, das Grundherrentum auszukaufen, in England zielbewußt verfolgt, so wie sie bereits in Irland verfolgt worden ist (besonders in Herrn Wyndhams weisen und fruchtbarem Gesetzesvorschlag), würde das untere Ende der hin und her schwankenden Planke binnen kürzester Zeit entlasten und sie mehr im Gleichgewichte schwingen lassen. Der Einwand gegen diese Lösung ist ganz und gar nicht, daß sie nicht gut tun würde, sondern daß man's nicht gern tun würde. Wenn wir die Dinge gehen lassen, wie sie sind, wird es beinahe sicherlich zu einem Konfiskationskrach kommen. Wenn wir zögern, werden wir bald eilen müssen. Aber wenn wir daran gehen, es schnell zu tun, haben wir noch Zeit, es langsam zu tun.

Dieser Punkt ist jedoch für mein Buch nicht wesentlich. Alles, was ich zwischen diesen beiden Parteien zu betonen habe, ist, daß ich das große Whitely-Warenhaus nicht mag, und daß ich den Sozialismus nicht mag, weil er (den Sozialisten nach) diesem Warenhaus so sehr gleichen wird. Er ist dessen Erfüllung, nicht dessen Umstoßung. Ich erhebe gegen den Sozialismus nicht Einspruch, weil er unseren Kommerz revolutionieren wird, sondern weil er ihn so grauenhaft unverändert lassen wird.

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