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Wanderjahre in Italien

Ferdinand Gregorovius: Wanderjahre in Italien - Kapitel 60
Quellenangabe
typetractate
booktitleWanderjahre in Italien
authorFerdinand Gregorovius
year1997
publisherC. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung
addressMünchen
isbn3-406-42803-7
titleWanderjahre in Italien
created19990121
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1856
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Aus den Bergen der Volsker

1860

Ich wollte von Genazzano aus, wo ich wieder einen Sommer in ländlicher Stille verlebt hatte, über das Volskergebirge reiten, das so einladend vor meinen Blicken stand, um dann auf die andere Seite in die Maritima hinabzusteigen; ich setzte mich also eines Morgens aufs Pferd und habe dort die köstlichsten Tage zugebracht.

Von Genazzano bis an den Fuß des Gebirgs zu gelangen, braucht man kaum drei Stunden. Man reitet über eine von Hügeln durchschnittene oder von grasreichen Flächen durchzogene Ebene, welche der Saccofluß durchzieht. Sie hat durchaus den Charakter der nächsten Umgebung Roms. Denn auch hier fehlen nicht die verwitterten schwarzbraunen Türme, die sich hie und da als Reste der Feudalzeiten melancholisch und einsiedlerisch erheben. Sie geben der Landschaft einen großen Reiz, sie erinnern zugleich an die wilde Epoche, in welcher die Baronengeschlechter des Mittelalters Latium beherrschten. Neben den Colonna hatten sich hier die Conti eines großen Teils des Landes bemächtigt, und diese berühmte Familie hatte zumal alles Gebiet in der Nähe der Volskerberge an sich gebracht. Sie teilte sich in verschiedene Zweige, von Segni, Valmontone und Anagni; sie nannte sich vorzugsweise das Geschlecht der Grafen der Campagna und führte in ihrem Wappen das Bild des römischen Campagna-Adlers. Ihr Haus, berühmt durch große Päpste, die aus ihm hervorgingen, ist seit 300 Jahren ausgestorben, aber die Familie Colonna besteht, und sie besitzt noch einen Teil von Latium.

Jüngere Nepotengeschlechter haben sich hier eingedrängt und den Colonna durch Kauf- oder Familienvertrag viele Besitzungen entzogen: die Borghese, die Doria und die Barberini. Wenn man heute diese lateinischen Gefilde durchzieht und den Hirten oder Landmann auf dem Felde, oder den Bürger in den schwarzen Kastellen fragt, wem das Gebiet gehöre, so hört man zumeist die Namen Colonna oder Borghese, und diesen letzteren häufiger als jenen. Steigt man aber von den Volskerbergen in die Maritima nieder, so beginnt die Herrschaft einer anderen berühmten Baronalfamilie Roms, der Gaetani oder der Herzöge von Sermoneta.

Ich passierte den Sacco bei der Mola de' Piscari, einer sehr malerisch gelegenen Mühle, die sich in den Trümmern eines alten colonnischen Kastells angesiedelt hat, von dem noch der Kern erhalten ist. In Urkunden begegnete mir dieses unter dem Namen Turris de Piscoli. Der Sacco braust hier als ein lebhafter Bach an schwarzen Tuff-Felsen vorüber, auf denen die ganz von Gestrüpp umwilderte Burg in Ruinen liegt. Sie beherrschte einst die lateinische Straße, die kaum eine halbe Stunde entfernt von Valmontone herüberkommt.

Ich ritt auf einem Feldweg weiter über öde Fluren, die nur der Hirt mit seiner Schafherde belebt. Die Hirten tragen hier Ziegenfelle um das ganze Bein gebunden, mit der rauhen Seite nach außen; dies zottige Vlies gibt ihnen das Ansehen von Satyrn, und man begreift bei ihrem Anblick, wie die Mythe und Gestalt jener Wesen aus dem Gefolge des Pan entstanden ist. Nicht anders gingen die Hirten in der fabelhaften Zeit gekleidet.

Wenn man die lateinische Straße erreicht hat, ladet erst Valmontone zu einem Besuch ein. Man reitet in kurzer Zeit dahin. Auf einem nicht hohen, aber steilen, ganz schwarzen Tuffhügel erhebt sich das Kastell, der Palast Barberini, und die mit ihm zusammenhängende Kirche, ansehnliche Gebäude im Rokokostil des 17. Jahrhunderts, und ringsumher liegt der Ort zusammengedrängt, mitten in einem an Fruchtgärten und Weinbergen reichen Gefilde. Die heutigen Topographen nehmen an, daß auf der Stelle Valmontones im Altertum Tolerium gestanden habe. Der neuere Name kommt in Urkunden des Mittelalters erst seit dem 12. Jahrhundert vor. Er bezeichnete einen Flecken, der dem Kapitel der lateranischen Basilika angehörte. Diese einst unermeßlich reiche Kirche verkaufte den Ort im Jahre 1208 an Innocenz III. aus dem Hause Conti und an dessen Bruder Richard Grafen von Sora, welcher hierauf Feudalherr und Stifter des Zweiges der Conti von Valmontone und Segni wurde. Die Conti behaupteten den Besitz des Ortes bis zu ihrem Aussterben im Jahre 1575. Giovanni Baptista hinterließ nämlich nur eine Erbtochter Fulvia, welche die Güter ihres Geschlechts an das Haus Sforza brachte, in das sie durch Heirat übergegangen war. Die Sforza verkauften Valmontone im Jahre 1634 an die Barberini, und vom Kardinal Francesco erstand es sodann Camillo Pamfili, Nepot Innocenz' X., im Jahre 1651. Seit dieser Zeit ist der Ort Eigentum des Hauses Doria-Pamfili.

Camillo, einer der reichsten Fürsten des 17. Jahrhunderts (seine Mutter Olympia Maldachini raffte gierig Schätze wie eine Harpyie zusammen), war es auch, der den Palast und die Kirche in Valmontone baute. Auch wenn man die Zeit nicht wüßte, in welcher diese Gebäude entstanden sind, so würde sie doch schon der erste Blick erkennen lassen. Sie tragen den Charakter der Epoche Berninis und versetzen den Beschauer in das 17. Jahrhundert Roms zurück. Man möchte in der Tat glauben, nicht in einem Kastell der Campagna, sondern vor dem Palast Pamfili und der Kirche S. Agnese auf der Navona zu stehen. Die Pamfili legten ihre Reichtümer in wahrhaft fürstlichen Luxusbauten an; der Neffe Innocenz' X. schuf vor dem Tor S. Pancrazio die größte und schönste Villa Roms, die noch heute das Entzücken der Fremden ist; er baute im Corso einen der herrlichsten Paläste der Stadt, der heute nach der Familie Doria genannt wird; er legte dort die berühmte Bildergalerie an, eine der reichhaltigsten Roms. Innocenz X. selbst errichtete den Palast Pamfili bei der Kirche S. Agnese in der Stadt, deren Neubau von ihm herrührt, und er ließ durch Bernini den prachtvollen Brunnen auf der Navona schaffen, welcher zu den großartigsten öffentlichen Werken Roms gehört.

So fügte diese Familie der Physiognomie Roms einige bedeutende Züge hinzu, nachdem die Borghese und Barberini kurz vorher in gleichem Sinne tätig gewesen waren. Was man nun auch über den Stil jenes Jahrhunderts urteilen mag, so wird man wenigstens zugeben, daß er, bei aller Überladung und Übertreibung, doch viel Großartiges besitzt und mit Entschiedenheit eine ganze Epoche ausspricht: nämlich die Zeit des baronalen Luxus wird darin vollkommen abgespiegelt, die Entfaltung des Reichtums, der Eleganz und der räumlichen Bequemlichkeit, worin ein vom Schweiß seiner Kolonen gemästeter, nichtstuender, nichtsnutziger, in Samt und Seide gehüllter Baron sich gemächlich bewegte. Die Französische Revolution ist über dieses schwelgerische Wesen mit Feuer und Schwert hingegangen und hat es für immer vernichtet. In diesem Jahrhundert haben die Päpste nichts mehr gebaut. Seit Pius VI. gibt es keine Nepoten mehr, und der prächtige Palast seines Neffen Braschi, der sich nicht weit von dem der Pamfili auf der Navona erhebt, beschließt die Reihe jener großen Luxusbauten Roms, die der Nepotismus auf Kosten des gedrückten Volkes geschaffen hat. Es wird nun keine Nepoten mehr geben, es werden keine Paläste Barberini, Borghese, Doria, Albani, Odescalchi, Rospigliosi und Corsini mehr entstehen. Es wird ein anderer Charakter über Rom kommen, und an Stelle jener prachtvoll geschmückten Häuser und Villen der päpstlichen Familien und Kardinäle werden sich dort erheben: Eisenbahngebäude, Theater, Hotels, Kasinos und dergleichen moderne Kasernen.

Nichts Bemerkenswertes sonst in Valmontone. Kein Denkmal des Mittelalters hat sich dort erhalten, denn im Jahre 1527 wurde die Stadt durch jenes Kriegsvolk Karls V. zerstört, welches Rom geplündert hatte, und kaum wieder aufgebaut, erlitt sie dasselbe Schicksal durch die Soldaten Albas und des Marcantonio Colonna. Nur der Blick vom Platze des Baronalschlosses auf das nahe Volskergebirge fesselt einige Zeit; man sieht hinüber in die Häuserreihen von Monte Fortino, einem den Borghese gehörenden Kastell, welches schwarz und finster auf jenen Bergen liegt, von dem großen Baronalschloß überragt.

So klein und vereinsamt auch Valmontone ist, so ist es doch durch starken Verkehr belebt. Denn alles, was sich zwischen Rom und der neapolitanischen Grenze über Frosinone hin bewegt, berührt jenen Ort; man sieht fortdauernd Wagenzüge der Campagnolen, welche von weißen Ochsen gezogen ihre Ware nach der Stadt führen, sei es Getreide oder Wolle, Wein, Hühner und dergleichen. Auch die Post kommt hier dreimal in der Woche durch, aber sie führt nicht weiter als bis nach Frosinone, dem Hauptorte der Delegation, so daß man dort für die Weiterreise nach Ceprano oder ins Neapolitanische gezwungen ist, ein Fuhrwerk zu mieten.

Von Valmontone führt die lateinische Straße durch ein von Bäumen beschattetes Tal, dann zwischen stillen Fluren, neben alten Türmen, an den Fuß des Volskergebirgs. Hier zweigt sich der Weg ab, welcher erst über den Sacco und dann bald aufwärts nach Segni führt. Man reitet nun über die ersten Anhöhen des Volskergebirgs; zur Rechten liegt Monte Fortino, zur Linken auf einem anmutigen Hügel Gavignano. Der ansteigende Weg ist einförmig, aber je höher hinauf man kommt, desto prachtvoller wird der Anblick dieser klassischen Ebene Latiums, welche so ernst und schön mit ihren Hügeln und Kastellen sich dahinzieht, in der Ferne von den blauen Gebirgen des Apennin begrenzt, während weit hinaus gegen das Neapolitanische hin weiße Bergkuppen sichtbar werden.

Ich habe die meisten Gefilde Italiens durchzogen, ich habe die berühmten Fluren von Agrigent und Syrakus durchwandert, aber trotz aller Farbenpracht jener südlichen Zone muß ich doch bekennen, daß mir die Campagna von Rom und Latium den mächtigsten Eindruck macht. Diese Landschaft, mir so wohlbekannt wie meine Heimat, und auf der ich für die Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter so viel nachforschte, bleibt immer neu und groß für mich, und sie erweckt mir, wenn ich sie verließ, immer wieder dieselbe Sehnsucht, so daß ich nicht vom Monte Mario aus in das Tal blicken kann, welches zwischen Palestrina und Colonna in jene lateinische Campagna führt, ohne das heftigste Verlangen zu fühlen, wieder dort hinüberzugehen. Es ist möglich, daß die großen Erinnerungen der Geschichte jener Landschaft einen so gewaltigen Reiz verleihen; aber auch ohne sie würde dieselbe durch das edle Gepräge entzücken, welches ihr die Natur verliehen hat. Es gibt Gegenden, die vollkommen mythologischen Stils erscheinen; der Wald von Castell Fusano bei Ostia mit seinen hohen Pinien am Meer und der breiten Tibermündung ist eine solche, so daß er die Phantasie von selbst auffordert, ihn mit Gestalten der Mythenwelt zu bevölkern. Andere Gefilde sind vorwiegend lyrischer Natur, andere episch-homerisch, wie Astura und das Kap der Circe. Durchaus von großem historischem Stil und von der feierlichsten Ruhe des Tragischen ist die Campagna von Rom allein. Sie liegt da wie ein erhabenes Theater der Geschichte, eine große Bühne der Welt. Kein Wort des Poeten, kein Pinselstrich des Malers, so viele Bilder davon gemalt sind, kann die verklärte Heldenschönheit Latiums auch nur andeutend denjenigen ahnen lassen, der sie nicht selber sah und empfand. Nichts von Romantik, nichts von phantastischem Reiz alles still, groß, männlich schön und ernst, und das Antlitz dieser Natur steht vor dem verstehenden Beschauer da wie das der Juno des Polyklet.

Wenn man so über das Volskergebirge aufwärts reitet, höher und höher, unter sich immer tieferes und weiteres, immer herrlicher scheinendes Land, möchte man sich in einen jener Adler verwandeln, die hier die wahren Conti di Campagna sind, und so wie sie durch die sonnigen, alles beseligenden Lüfte kreisen. Diese Prachtgeschöpfe, welche still und königlich auf den Felsen thronen oder so feierlich über ihnen schweben, scheinen auch die große Natur zu haben wie die Landschaft unter ihnen; sie stimmen so herrlich dazu in ihrem lautlosen und majestätischen Fluge.

Man sieht Segni nicht eher, als bis man es fast erreicht hat, denn der Weg zieht sich in Krümmungen an den steilen Kalkfelsen von rötlicher Farbe fort, und an einer tiefen Bergschlucht entlang. Die Gebirgswände sind in Blöcke zerrissen, welche oft schichtweise in weiten Strecken sich übereinandertürmen und nebeneinanderlagern, so daß sie einem riesigen Mauerbau ähnlich sehen. Als ich diese Formation des Kalkgesteins betrachtete (die sich so in allen lateinischen Gebirgen wiederholt), wurde mir plötzlich deutlich, daß es eben diese Natur war, welche den Menschen auf den Bau der Zyklopenmauern führte. Denn in der Tat, sie selbst hat hier überall zyklopische Mauern aufgerichtet, und es bedurfte im Grunde nur der Nachahmung, um jene Bauweise zu bilden, die man die zyklopische nennt. Auf keinem anderen Gebirg als einem kalkaren war sie möglich, sie verstand sich hier von selbst.

Die Sonne brannte heiß im Mittag, als ich mich vor Segni befand. Diese uralte Stadt liegt hoch auf einer felsigen Fläche, deren zyklopische Mauerumfassung noch in großen Resten und in langen Strecken erhalten ist. Der erste Anblick der grauen Häuserreihen aus Kalkgestein, über welche hie und da ein unansehnlicher Turm aufsteigt, und die sich hoch auf dem Berggipfel terrassenartig, wie Palestrina, übereinanderschieben, hatte viel Sonderbares, aber wenig Einladendes. Kein Dom, kein mittelalterliches Kastell fällt in die Augen; nur öde Häuser, einförmig bis zur Ermüdung, ohne Schmuck, ohne besondere Gestalt, begegneten meinem neugierigen Blick, und nachdem ich mir Hoffnung gemacht hatte, eine altertümliche und durch Denkmäler ausgezeichnete Stadt zu sehen, fand ich mich enttäuscht. Die Städte im eigentlichen Latium, wie Anagni, Ferentino, Alatri, Veroli, tragen alle mehr oder minder den Stempel des Mittelalters – doch diese uralte Signia zeigte sich als ein durchaus öder, trauriger, völlig unhistorischer Ort. Ja, langweilig sah Segni aus, denn dies ist der rechte Ausdruck. Nur das prachtvolle Grün der Baumgruppen, die es von der einen Seite umgeben, und der Blick in den tiefschattigen Buchenwald, der sich in unmittelbarer Nähe tief hinunter und hoch hinauf in das Gebirge zieht, verheißen reiche Entschädigung.

Ich habe nun freilich die Erfahrung gemacht, daß die volskischen Städte, so viel ich deren eben sah, einen auffallend andern Charakter tragen als die lateinischen. Zunächst liegt dies darin, daß sie wesentlich einsame Gebirgsstädte sind und weder Industrie noch Handel haben. Die meisten von ihnen besitzen nur wenig zur Agrikultur geeignete Felder; sie ziehen dagegen Wein und Öl, auch Baumfrüchte genug. Das Gebirge liefert die trefflichsten Kirschen und Pfirsiche, der Wald die Kastanie und vor allem die Eichel, welche zur Schweinemast dient; denn die Zucht der Schweine (von schwarzer Rasse) wird im Volskischen stark betrieben, und die Schinken jener Gegend sind berühmt und gesucht. Wenn man Städte wie Cori ausnimmt, die schon näher nach Rom und nicht eigentlich mehr im Gebirge selbst liegen, so haben die übrigen volskischen Orte schon äußerlich das Ansehen der Verlassenheit und Dürftigkeit.

Die Häuser in Segni sind aus dem weißen Kalkstein des Gebirgs in abwechselnden Lagen von schwärzlichem Tuff und von Ziegeln errichtet. Dadurch wird ein bunter Charakter hervorgebracht, der wie die erste kindliche und rohe Stufe der Pisaner Bauweise erscheint, welche im Äußern der Dome, wie bekannt, schwarze und weiße Steinschichten abzuwechseln liebt. Ich habe in alten Urkunden oftmals den Ausdruck «Signino opere» von Häusern gefunden und mich in Segni belehrt, daß er von dieser Bauart hergenommen sei. Aber ich kann nicht gerade sagen, daß sie von glücklicher Wirkung auf mich war, als ich Segni sah; vielmehr fand ich den Charakter der Stadt überall grau und monoton, zumal nirgend ein Garten, nirgend ein grüner Baum dieses ewige Einerlei der kalksteinernen Häusermassen unterbricht.

Ich ritt durch die Porta Maggiore, ein Gasthaus aufzusuchen. Sie ist das einzige Tor des Ortes, denn nur hier ist die zusammengedrängte, auf drei Seiten von steilen Abhängen umgebene Stadt zugänglich, und kein anderer Weg führt nach Segni. Dieses Tor lehnt sich schon an die zyklopischen Mauern. Über ihm steht das Baronalschloß oder der Palast der Conti, welche einst Segni beherrschten, ein großes Gebäude «Signino opere», das indes eher einem Kloster als einem Grafenschloß ähnlich sieht. Es hat nichts Kastellartiges, nicht einmal einen Turm. Ohne Zweifel sah die Burg der Grafen von Segni anders aus, ehe die Söldner Marcantonios die Stadt zerstörten.

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