Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Startseite    Genres    Neue Texte    Alle Autoren    Alle Werke    Lesetips    Shop    Information    Impressum
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Ferdinand Gregorovius >

Wanderjahre in Italien

Ferdinand Gregorovius: Wanderjahre in Italien - Kapitel 58
Quellenangabe
typetractate
booktitleWanderjahre in Italien
authorFerdinand Gregorovius
year1997
publisherC. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung
addressMünchen
isbn3-406-42803-7
titleWanderjahre in Italien
created19990121
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1856
Schließen

Navigation:

Die Höhle liegt tief unterhalb Collepardo. Eine steile Bergwand führt zu ihr hinab; hier braust der Cosafluß durch eine Schlucht; man reitet eine Zeitlang an seinem Ufer hin, welches Kastanienbäume beschatten, und hat zu beiden Seiten Felsenwände in den großartigsten Formen. Zur Linken steigt der Berg Marginato auf und streckt seine verwitterten Massen in die Luft hinaus, tiefe und schwarze Schatten in das Wasser werfend, welches um das Gestein mit Wut siedet und kocht. Rechts erhebt sich eine nicht minder abschüssige, von Baumwuchs umbuschte Felsenhöhle, in welcher eben die Grotte liegt.

Schon der Eingang zu ihr verspricht etwas Außerordentliches. Ein schwärzlicher Schlund gähnt aus finstern Blöcken hervor, und ein kalter Luftstrom scheint aus der tiefsten Tiefe heraufzuquellen. Wir hüllten uns sorgsam ein, ehe wir hinabstiegen. Die Führer mit den Fackeln waren vorausgegangen, und bald zeigten uns leichte Rauchwolken, die aus den Spalten der äußern Wand hervorstiegen, daß jene drinnen seien. Ich habe sehr viele Grotten im Gebirge gesehen und bin für diese Naturspiele im ganzen nicht mehr empfänglich; ich versprach mir daher auch nicht viel von der Grotte bei Collepardo, als ich sie betrat. Indes machte sie doch Eindruck auf mich, und dies zumal deshalb, weil sie sehr großen Raum hat. Sie besteht nämlich aus zwei Hauptteilen, gleichsam zwei ungeheuren Sälen, die in der Mitte durch eine zerrissene niedrige Mauer getrennt sind. Die Farbe der Wände und des Bodens ist schwarz oder gelbbraun; große Felsen liegen umher, die man zum Teil erklettern muß, und von den unregelmäßigen Wölbungen der Decken hängen Stalaktitenbildungen in mannigfaltigen Formen herab, während andre wieder vom Boden selbst in bizarrsten Gestalten und Gruppen ihnen entgegenzuwachsen scheinen. Die seltsamsten Gestalten haben sich in dem hintern Teil der Grotte gebildet; ihn völlig zu übersehen, ließ man uns im vordern Raum so lange warten, bis jener erleuchtet war. Denn viele Männer und Knaben hatten sich nicht allein mit ihren Fackeln hie und da aufgestellt, sondern auch große Haufen von Werg an verschiedenen Orten angezündet. Als ich nun in den so erhellten Zaubersaal hineinblickte, war es allerdings ein befremdender Anblick. Bald schien man in einen ägyptischen Tempel von schwarzen Säulen einzutreten, zwischen denen Bildwerke von Sphinxen und Göttern standen, bald schweifte man in einem Wald von steinernen Palmenkronen und andern phantastischen Gewächsen, und wieder starrten hier Lanzen und Schwerter oder hingen Rüstungen von Riesen und Zwergen von den Wänden nieder. All dies lebte und flackerte vom Schein der Fackeln, welche hier die Massen grell heraustreten ließen und dort um so mächtigere Schatten erzeugten. Die wallenden Rauchwolken zogen wie Schleier hin und wider, und durch die feuchte Luft warfen sich mit wildem Schrei die aufgestörten Fledermäuse und Nachteulen hervor. Es ist von solchen Höhlen kein Bild zu machen, denn die Einbildungskraft eines jeden sieht sie auf besondere Weise und bevölkert sie mit Phantomen. Natürlich fehlt es nicht an Benennungen einzelner besonders hervortretender Tropfsteingebilde, von denen mir nur die sogenannten «Trophäen der Römer» im Gedächtnis geblieben sind. Ohne Zweifel enthält die Höhle von Collepardo noch einen größeren Zusammenhang von Gemächern und erstreckt sich tief in den Berg hinein, aber man hat es noch nicht möglich gemacht, weiter vorzudringen.

Überhaupt finden sich in dieser Gegend viele Höhlenbildungen im Kalkgestein, die ehedem manchen Einsiedler mögen beherbergt haben. Noch im Jahre 1838 wohnte bei Collepardo in einer Grotte des nahen Berges Avicenna ein Eremit. Es erschien dort im September jenes Jahres ein junger Franzose, der sich Stefan Gautier nannte und erklärte, Eingebungen des Himmels zu folgen, welcher ihn in diese Wildnis berufen habe, um ein Anachoretenleben zu führen. Der Fremdling richtete sich in jener Höhle ein; man brachte ihm Speise und Trank, er betete und kasteite sich, und man sah ihn oft in Collepardo, in Veroli oder in der Kartause Trisulti, wo er die Kirchen besuchte und mit den Mönchen verkehrte. Seine Lebensweise war untadelhaft, ja die eines angehenden Heiligen, obwohl er noch bei jungen Jahren war. So hatte Gautier bereits zwei Jahre in jener Einsamkeit gelebt, als eines Tages Häscher seine Höhle umstellten, ihn ergriffen und gefangen mit sich führten. Niemand wußte die Ursache, und niemand konnte nachher von dem Schicksal des Eremiten eine bestimmte Kunde geben; man wußte nur, daß der Heilige in die Hände der französischen Justiz ausgeliefert worden sei; ein Gerücht sagte, er sei an einem der Attentate gegen das Leben Louis Philipps beteiligt gewesen.

Die Natur hat viel Merkwürdiges um Collepardo zusammengedrängt, denn nur eine kurze Strecke von der Stalaktitenhöhle entfernt liegt jener berühmte Brunnen Italiens, der Pozzo di Santulla, hart an der Straße nach der Kartause. Diese aber wollte ich noch vor Abend erreichen, um die Gastfreundschaft der Mönche anzusprechen. Nach einem halbstündigen Ritt zwischen Gärten und auf einer steinigen Hochfläche sah ich mich plötzlich an dem Rand einer kreisförmigen Vertiefung, welche auf das lebhafteste an die großen Latomien in Syrakus erinnerte. Bei einem Umfang von ungefähr 1500 Schritten versenkt sich dieser rätselhafte Brunnen in eine Tiefe von 150 Fuß und zeigt in seinem Grund einen dunkelgrünen Wald von Baumwipfeln und Schlinggewächsen, welche, wenn ein Lüftchen sich hinunterwagt, sanft wie die Wellen eines Sees auf- und niederschwanken. Die Sonne ließ von dem klarsten Himmel Streiflichter in diese Tiefe fallen, und ich sah weiße Schmetterlinge munter hin und her über dem versunkenen Walde spielen. Blühende Ranken hingen über den Zweigen dieser Bäume, welche, wie man versichert, mehr als 30 Fuß hoch aus der Tiefe emporsteigen und von oben gesehen dennoch nur Sträuchern ähnlich sind. Die unerreichbaren Blumen in diesem Grunde, die wilden labyrinthischen Pfade im dunkeln Dickicht, das Flattern des Geflügels, welches dort sein Wesen treibt, locken die Phantasie hinunter; sie stellt sich in diesem unterirdischen Zauberhain ein Feenparadies und einen Lustgarten für Oberon und Titania vor. Reichlich sickern dort Quellen geheimnisvollen Laufs und ernähren ein immergrünes Kraut, während dieses Becken den Tau der Nacht zu sich niederzieht. Mit Bewunderung senkt sich dann der Blick längs den Wänden in die Tiefe; in bizarren und phantastischen, tropfsteinähnlichen Formen und Figuren stürzen sie ringsum herab, überbuscht von goldblumigem Ginster und von Mastixsträuchern. Sie sind mit einem bunten Irisspiel von Farben geschmückt, denn bald ist das Gestein zart silbergrau, bald brennend rot, wieder dunkelblau, gelb und tiefschwarz. Die wilde Bergszenerie um diesen Brunnen bildet ein seltsames Theater: hier die braune Ortschaft Collepardo hinter grünen Bäumen schwermütig gelagert, dort lange Blicke in absinkende Felsentäler; weiterhin riesige Berge von majestätischen Formen, um deren nie betretene Gipfel einsame Goldadler schweben oder phantastische Nebel ihre weißen Schleier ziehen.

Wild aussehende Hirten, Sandalenmänner des Gebirgs, mit lanzenähnlichen Stäben, waren am Rande des Brunnens mit ihren Kletterziegen gelagert und brachten Leben in die große Szene, während einige kräftige Buben sich vergnügten, Steine hinabzurollen. Sie fielen mit dumpfem Gekrach in den Wald hinunter und schreckten dann die grauen Tauben aus ihren Nestern auf, so daß sie aus den Wipfeln emporschossen und verzweifelt hin und wider fuhren. Obwohl diese Hirten mir einreden wollten, daß in dem geheimnisvollen Brunnen ein Tiger sich aufhalte, so gestanden sie doch, daß sie dann und wann Ziegen an Stricken hinunterließen. Diese Tiere finden dort Wasser und Kraut in Fülle und bleiben drunten monatelang, bis sie wohlgenährt wieder heraufgeholt werden.

Läge der Pozzo in Deutschland oder in Schottland, so würde ihn die Phantasie des Volks ohne Zweifel mit den fabelhaftesten Wesen bevölkern; aber die Italiener haben im ganzen keinen Sinn für das Märchen- und Geisterhafte, weil es die Klarheit der Lüfte bei ihnen nicht gedeihen läßt. Und so war mir auch die Erzählung von dem Ursprunge dieses Brunnens charakteristisch, wie ich sie aus dem Munde der Hirten hörte, denn sie ist eine Legende. Der Pozzo, so sagten sie mir, war ehemals eine große kreisrunde Tenne; eines Tages erfrechten sich Leute, dort Getreide auszustampfen, obwohl das Fest der Assunta der heiligen Jungfrau gefeiert wurde. Die Madonna erzürnte über diesen Frevel; sie versenkte plötzlich die Tenne mit allem, was sich auf ihr bewegte, und so sei der kreisförmige Pozzo entstanden. Vulkanische Erscheinungen zeigen sich übrigens nirgend, daher mag wohl die Ansicht richtig sein, daß dieser Brunnen ehedem eine Höhle war, deren Gewölbe einstürzte. Nur ungern riß ich mich von dieser merkwürdigen Erscheinung los; ich dachte mir mit Verlangen das magische Schauspiel nächtlicher Beleuchtung, wenn der Mond durch diese große Bergwildnis schwebt, und sein dunstiges Licht von den Kraterwänden auf den Geisterwald dort unten niederquillt. Die Ziegenhirten führten mich und meinen Campagnolen auf steinigen Pfaden seitwärts weiter, bis wir die betretene Felsenstraße erreichten, welche man einschlagen muß, um nach der Kartause Trisulti zu gelangen. Diese weit und breit berühmte Abtei sollte etwa eine deutsche Meile vor uns liegen,- sie war nicht sichtbar, aber man zeigte mir oben in der hohen Bergregion, die zu ersteigen war, den finstern Streifen eines Eichenwalds, hinter welchem ich sie, ein wahres Kulturwunder des Gebirgs, finden würde. Ich erinnerte mich kaum einer wilderen und schöneren Berglandschaft, als jene war, die ich nun absteigend durchritt. Der Blick fiel bald in schwindelnde Tiefen, aus denen dumpfen Schalles das Getöse des Cosaflusses emporkam, bald erhob er sich wieder zu prächtigen Bergpyramiden, unter denen die Monna gigantisch gen Himmel ragt. Wir zogen hinunter, hie und da an grauen Felsenobelisken vorüber, welche, den Weg versperrend, sich einzeln vorgeschoben hatten, und nach einer beschwerlichen halben Stunde waren wir unten an dem Fluß angelangt. Er hat hier zwei Berggebiete durchrissen, und donnernd stürzt er seine Schaumwellen durch finstere Schluchten weiter. Die Sonne war schon hinter die Berge gesunken, sie vergoldete noch mit vorschwebender Glut die Gipfel ringsumher. Nun stiegen wir über breite Flanken des Gebirgs empor. Ich wandte mich nach jener Richtung um, von der ich gekommen war, und sah in nicht zu großer Entfernung acht bis zehn Soldaten mit raschem Schritt den von mir zurückgelegten Pfad herunterkommen. Waren es Banditenjäger? Ich bezweifelte es, denn die berüchtigte Räuberbande des Gasparone trieb ihr Wesen in diesen Bergen nicht mehr, wo man noch an mancher Stelle Räubernamen lesen soll, welche jene Briganten mit ihren Dolchen in die Felsen eingegraben haben. «Diese Soldaten», so sagte mein kundiger Begleiter, «kommen aus Alatri zum Besuch nach der Kartause, bei den Mönchen Nachtlager und Kost zu finden. Denn Ihr müßt wissen, daß die reichen Weißkutten durch ein Gesetz gezwungen sind, jeden Wegwanderer drei Tage unentgeltlich zu verköstigen; und wenn ein ganzes Heer in ihre Kartause einrückte, so dürften sie ihr Klosterhaus ihm nicht versperren.» Da ich nun wußte, daß jene Gesellschaft, mit der ich die Grotte von Collepardo gesehen, die vorige Nacht auf Unkosten der Mönche gelebt hatte, da ich hinter mir her halbverhungerte Soldaten sah, welche schon in Gedanken das Kloster durchschwelgten, und weil ich die gleiche Absicht hegte und mir eines rücksichtslosen Hungers bewußt wurde, so stiegen mir einige Besorgnisse auf. «Komm denn, Francesco», sagte ich, «und laß uns die Schritte verdoppeln, damit uns jene Soldaten nicht überholen und die Gesichter der Mönche für uns finster machen, wenn auch wir an ihre Türen pochen, Speise, Trank und Herberge zu begehren.» Francesco lachte, und wir trieben uns rüstig vorwärts.

Ich hatte die Höhe erreicht, auf welcher die Kartause von Trisulti steht; es ist die breite Absenkung herrlicher Bergpyramiden, welche sich unmittelbar über ihr auftürmen. Aber noch entdeckte ich das Kloster nicht, der schönste Eichenhain verbarg es meinem Blick. Ihm zureitend, sah ich schon von fern zwei weißgekleidete Klosterbrüder in ihm auf und nieder gehen. Diese heiligen Männer wandelten nachdenklich in dem kühlen Schatten majestätischer Bäume, so daß ich die philosophische Ruhe beneidete, die sie genossen. Wenn irgend das menschliche Gemüt sich in Ergebung, Ernst und hoher Betrachtung sammeln mag, so dürfte es hier in einer der erhabensten Einsamkeiten sein, welche ich irgend sah. Ein Abendlüftchen rauschte durch die tief schattigen, jahrhundertealten Wipfel, und rings standen in feierlicher Majestät ewige Berge umher. Die Glocke des Klosters scholl plötzlich über den Wald her; ich fühlte den Geist des Mittelalters mächtig auf mich wirken.

Ich trat auf einen der Mönche zu, kündigte mich als Reisenden an und bat um Gastfreundschaft für eine Nacht. Der stattliche und wohlgenährte Bruder wies mich ans Kloster selbst, wo ich mich beim Guardian zu melden hätte. Nachdem ich nun eine kurze Strecke den Hain durchritten hatte, enthüllte sich die Kartause meinen Blicken. Auf solcher Höhe eines unwegsamen Gebirgs, über dessen rauhe Felsenwände der Wanderer mühsam kletterte, plötzlich vor einer blühenden Oase der Kultur sich zu finden, dies hat etwas unbeschreiblich Reizendes. Das kleine Himmelreich und Eden der Heiligen schimmerte aus grünem Laub hervor, phantastisch, heimlich und wunderbar; nicht ein einzelnes Gebäude, sondern ein Verein von saubersten Kapellen, Kirchen, umschlossenen Höfen, Anlagen verschiedenster Art, im wohnlichsten Zustande, Reichtum und friedliches Glück verkündend. Ringsumher alte schattige Bäume, einzeln oder in Gruppen, umfriedete Gehege, Rinder, Schafe, Ziegen, Mönche auf und ab gehend, arbeitende Dienstmannen, ein lebhaftes Treiben von vielerlei Menschen, welche das Kloster ernährt.

Der Guardian, ein großer und ernster Mann mit langherabwallendem Bart, nahm mich am Tor des Vorhofs freundlich an und bedeutete mir, dem Superior mich vorzustellen, welcher dann die weiteren Befehle für meine Aufnahme erteilen würde. Ich wurde in den inneren Hof geführt, ein großes Viereck, welches die Klostergebäude und die Fassade der Kirche umschließen. Alles ist hier in der aufmerksamsten Reinlichkeit gehalten und gepflegt, aber die Gebäude haben nichts Altertümliches, sondern zeigen den Luxusstil des 18. Jahrhunderts. Im Innern lange und luftige Korridore, zu deren beiden Seiten die Zellen der Brüder sich befinden. Den Superior fand ich in einem geräumigen Gemach hinter einem Schreibtisch beschäftigt, Dienstleuten zuhörend, welche irgendein Anliegen vorzutragen schienen. Er genehmigte gern meine Bitte um Aufnahme, ohne mich nach Vaterland oder Konfession zu fragen; freilich genügt den Mönchen ein flüchtiger Blick auf Gestalt, Physiognomie und Ausdrucksweise des Fremdlings, um den Katholiken oder Protestanten zu erkennen.

Nachdem mir der Superior einen Laienbruder zugewiesen, verließ ich ihn und ward in die Foresteria geführt. So nennt man die abgesondert gelegenen Gastzimmer, welche in solchen Klöstern für die Herberge der Fremden bestimmt sind: sie sind ersten und zweiten Ranges, je nach dem Stande des Gastes. Denn wer zur anständigen Klasse gerechnet wird, erhält ein Zimmer in der Foresteria nobile oder de' Signori; wer niedriger taxiert wird, begnügt sich mit einem bescheidenen Unterkommen, und die unterste Stufe der menschlichen Ansprüche führt endlich zu den Kammern der Knechte, oder in die Stallungen, wo das arme Wandervolk sich auf Stroh ausstrecken mag. Man hatte mir ein gutes Zimmer neben dem Gastsaal angewiesen. Ein reinliches Bett, frisch bezogen, verhieß ein bequemliches Lager, und der Diener, ein gewandter junger Mensch, welcher in verschiedenen Städten Gasthauskellner gewesen und nun in den Dienst der Foresteria gekommen war, tröstete mich mit der Aussicht auf ein Abendessen, welches er mir zur vorschriftsmäßigen Stunde in jenem Saal auftischen werde. Bis dahin, so sagte er, könnte ich mich in aller Ruhe mit Besichtigung der Klosteranstalten vergnügen.

 << Kapitel 57  Kapitel 59 >>