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Von der Weissagung

Marcus Tullius Cicero: Von der Weissagung - Kapitel 97
Quellenangabe
typetractate
booktitleMarcus Tullius Ciceros Werke, Siebentes Bändchen
authorMarcus Tullius Cicero
year1828
translatorDr. Georg Heinrich Moser
publisherVerlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung
addressStuttgart
titleVon der Weissagung
pages789-979
created20080518
sendergerd.bouillon@t-online.de
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36. Doch über diesen Punkt anderswo ausführlicher, hier nicht weiter. Ich will nämlich noch einen Blick auf die Augurien des Auslandes werfen, die nicht sowohl künstlich, als kindisch [eig. abergläubisch] sind. Anderswo braucht man fast alle Vögel dazu; wir sehr wenige. Andere [Auspicien] halten die fremden Völker für günstig, andere wir. Deiotarus fragte mich mehrmals über das Verfahren bei unsern Auspicien, ich ihn, wie es bei ihm gehalten werde. Unsterbliche Götter! welcher Unterschied! Manches war geradezu widersprechend. Und dieser Auspicien bediente sich der Mann immer. Wie oft wenden wir sie an, außer wenn sie uns vom Volke übertragen sind? Unsere Vorfahren litten nicht, daß im Kriege ohne vorher gehaltene Auspicien irgend Etwas unternommen werde. Wie viele Jahre her werden jetzt Kriege von Proconsuln und Proprätoren geführt, die gar keine Auspicien haben? Man hält also auch keine, ehe man über einen Fluß setzt, noch holt man Auspicien durch das Tripudium ein. Die Auspicien aber aus den Lanzenspitzen, ein ganz kriegerisches Auspicium, hat schon M. Marcellus, der fünfmal Consul war, ganz aufgegeben, und war doch ein trefflicher Feldherr und Augur zugleich. Wo bleibt nun die Weissagung durch Vögel? Weil gegenwärtig die Kriege unter 935 der Leitung von Befehlshabern stehen, die gar keine Auspicien haben, so scheinen sie für die militärischen Beamten aufgegeben zu seyn, und nur noch von den städtischen beibehalten zu werden. Jener Feldherr sagte sogar, er reise, wenn er eine kriegerische Unternehmung vorhabe, in einer bedeckten Sänfte, um nicht durch ein vorkommendes Auspicium daran verhindert zu werden. Fast derselbe Fall ist, daß wir Auguren, damit sich kein juge auspiciumFestus erklärt das durch die Worte: cum junctum jumentum stercus fecisset: wenn zusammengejochte Rinder Mist machen. ereigne, vorschreiben, man soll dem Zugvieh das Joch abnehmen. Heißt das etwas Anderes, als sich vom Jupiter nicht warnen lassen wollen, wenn man entweder macht, daß sich kein Auspicium ereignen kann, oder daß man es nicht sieht?

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