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Von der Weissagung

Marcus Tullius Cicero: Von der Weissagung - Kapitel 83
Quellenangabe
typetractate
booktitleMarcus Tullius Ciceros Werke, Siebentes Bändchen
authorMarcus Tullius Cicero
year1828
translatorDr. Georg Heinrich Moser
publisherVerlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung
addressStuttgart
titleVon der Weissagung
pages789-979
created20080518
sendergerd.bouillon@t-online.de
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22. Doch weil ich mich jetzt über die Opfereingeweide und Blitze genug heraus gelassen habe, so komme ich nun auf die noch nicht besprochenen Wunderzeichen, und dann bin ich mit der ganzen Haruspicin fertig. Du bringst vor, daß eine Mauleselin ein Junges geworfen habe. Ein wunderbares Ereigniß, weil es sich nicht oft begibt; aber wäre es nicht möglich gewesen, so wäre es nicht geschehen. Und Dieß soll hiemit gegen alle Wunderzeichen gesagt seyn: daß nie Etwas, das nicht hat geschehen können, geschehen ist; hat es aber geschehen können, so ist es kein Wunder. Bei einer neuen Erscheinung erregt nämlich die Nichtkenntniß der Ursachen Verwunderung. Kennen wir aber bei oft vorkommenden Fällen die Ursachen nicht, so wundern wir uns darum nicht. Denn Wer sich verwundert, daß eine Mauleselin ein Junges geworfen, weiß darum noch nicht, wie eine Stute wirft, oder überhaupt nach welchem Naturgesetze die Geburt eines Thieres erfolgt. Aber was er öfters sieht, darüber verwundert er sich nicht, gesetzt er weiß auch nicht, warum es geschieht. Was er vorher nicht gesehen hat, Das nennt er, wenn es sich ereignet, ein Wunderzeichen. Liegt nun das Wunder darin, daß die Mauleselin trächtig geworden ist, oder daß sie geworfen hat? das Trächtigwerden ist vielleicht widernatürlich, das Werfen so ziemlich nothwendig.

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