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Von der Weissagung

Marcus Tullius Cicero: Von der Weissagung - Kapitel 81
Quellenangabe
typetractate
booktitleMarcus Tullius Ciceros Werke, Siebentes Bändchen
authorMarcus Tullius Cicero
year1828
translatorDr. Georg Heinrich Moser
publisherVerlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung
addressStuttgart
titleVon der Weissagung
pages789-979
created20080518
sendergerd.bouillon@t-online.de
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20. »Aber man hat ja den Kopf (des Summanus) in der Tiber gefunden.« Nun, ich läugne ja nicht, daß jene Leute [die Haruspices] eine Kunst besitzen. Die Weissagung läugne ich. Denn die Eintheilung des Himmels, die ich vorhin erwähnt, und die Aufzeichnung bestimmter Dinge, lehrt, woher der Blitz gekommen und wo er hingefahren sey. Aber was er bedeute, Das lehrt keine berechnende Schlußfolge. Du drängst mich aber mit meinen eigenen Versen: 911

Denn hochdonnernd herab von dem Sternenthron des Olympus
Zielt einst selber der Vater auf eigenen Hügel und Tempel,
Zum Capitolium nieder den Strahl des Verderbens entsendend.

Da stürzte denn das Standbild des Natta, die Götterbilder, da auch Romulus und Remus mit der nährenden Wölfin von des Blitzes Gewalt getroffen herab, und über diese Ereignisse zeigen sich die Erklärungen, welche die Haruspices gaben, vollkommen wahr. Wunderbar ist aber auch Das, daß um dieselbe Zeit, als die Verschwörung dem Senat (von mir) entdeckt wurde, das Standbild des Jupiters (gerade) zwei Jahre, nachdem dessen Verfertigung verdungen worden war, aufgestellt wurde. »Und du könntest es über dich gewinnen (so drängest du in mich), jene Ansicht sowohl gegen Das, was du gethan, als was du geschrieben, zu vertheidigen?« Du bist mein Bruder, darum rede ich ungescheut. Aber was setzt dich denn hier in Nachtheil? die Sache, die nun einmal so ist, oder ich, der ich ja nur die Wahrheit an den Tag gebracht wissen will? Ich spreche deßwegen auch gar Nichts dagegen, nur verlange ich von dir Belehrung, auf was für einem Grunde die ganze Haruspicin beruhe? Aber da hast du dich in ein seltsames Versteck geworfen. Denn weil du wohl begreifst, daß du in Verlegenheit kommen würdest, wenn ich darauf bestände, die Gründe jeder einzelnen Weissagung wissen zu wollen, so führtest du den Gedanken weit und breit aus, du fragest, wenn du die Thatsachen sehest, nicht nach dem Wie und Warum? was geschehe, nicht warum es geschehe, gehöre zur Sache. Als ob ich die Thatsachen schon zugäbe, oder es einem Philosophen anstände, nicht bei jedem Ereignisse nach dessen Ursache zu fragen! Bei dieser 912 Gelegenheit führtest du denn auch unsere Prognostica auf, und die mancherlei Kräuter und die Scammonea- und Aristolochiawurzel, deren Kraft und Wirkung du sähest, ohne den Grund davon zu erkennen.

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