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Von der Weissagung

Marcus Tullius Cicero: Von der Weissagung - Kapitel 46
Quellenangabe
typetractate
booktitleMarcus Tullius Ciceros Werke, Siebentes Bändchen
authorMarcus Tullius Cicero
year1828
translatorDr. Georg Heinrich Moser
publisherVerlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung
addressStuttgart
titleVon der Weissagung
pages789-979
created20080518
sendergerd.bouillon@t-online.de
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44. [Wie oft hat nicht der Senat den Decemvirn aufgetragen, jene Bücher nachzuschlagen! in welchen wichtigen Angelegenheiten und wie oft hat er nicht befolgt, was die Haruspices ausgesprochen hatten!] In Folge eines Traumes der Cäcilia, der Tochter des Quintus, wurde vor nicht langer Zeit, im Marsischen Kriege, vom Senat der Tempel der Juno Sospita wiederhergestelltDieser Krieg heißt auch der Italische oder Bundesgenossenkrieg. Die Begebenheit fällt in das Jahr Roms 673.. Sisenna, welcher auseinandersetzt, wie wunderbar dieser Traum und der Erfolg zusammengetroffen, behauptet dann hintendrein doch anmaßend genug, wahrscheinlich von einem Epikureer verleitet, Träumen müße man nicht glauben. Und derselbe Mann spricht Nichts gegen die Vorzeichen, und erzählt, wie im Anfang des Marsischen Krieges die Götterbilder geschwitzt, wie es Blut geregnet, wie sich der Himmel gespalten habe, wie man aus einem verborgenen Orte Stimmen vernommen, welche Kriegesgefahr drohten, und zu Lanuvium (ein Fall, den die Haruspices für den bedenklichsten erklärt hätten) die Schilde von den Mäusen zernagt worden seyen. Und steht nicht in unsern Jahrbüchern, daß im Vejenterkriege, als der Albanische See außerordentlich angewachsen war, ein vornehmer Vejenter als Ueberläufer zu uns gekommen sey, und angesagt habe, einem geschriebenen Orakel zu Folge, das die Vejenter hätten, könne Veji nicht erobert werden, so lange dieser See überfüllt sey, lasse man ihn ab, und er bahne sich seinem natürlichen Falle nach den Weg zum Meere, so sey Dieß für das Römische Volk verderblich; werde er aber so abgeleitet, daß er nicht in's Meer auslaufen könne, so werde Das für die Unsrigen zum Glück ausschlagen. Auf Dieß hin wurde von unsern Vorfahren die bewundernswürdige Ableitung der Gewässer des Albanischen See's veranstaltet. Als aber die Vejenter, des Krieges müde, Abgeordnete an unsern Senat geschickt hatten, soll Einer von Diesen gesagt haben, 859 jener Ueberläufer habe es nicht gewagt, dem Senat die Prophezeiung vollständig zu eröffnen; denn in demselbigen Orakel haben die Vejenter auch die schriftliche Weissagung: in kurzer Zeit werde Rom von den Galliern eingenommen werden. Und Dieß geschah bekanntlich sechs Jahre nach der Eroberung von Veji.

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