Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Marcus Tullius Cicero >

Von der Weissagung

Marcus Tullius Cicero: Von der Weissagung - Kapitel 39
Quellenangabe
typetractate
booktitleMarcus Tullius Ciceros Werke, Siebentes Bändchen
authorMarcus Tullius Cicero
year1828
translatorDr. Georg Heinrich Moser
publisherVerlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung
addressStuttgart
titleVon der Weissagung
pages789-979
created20080518
sendergerd.bouillon@t-online.de
Schließen

Navigation:

37. Ja auch jene Erregung ist ein Beweis von einwirkender göttlicher Kraft in den Menschenseelen. Sagt doch Democritus geradezu, ohne Raserei könne kein Dichter groß seyn; und desselben Ausdrucks bedient sich auch Plato. Mag er es immerhin eine Raserei nennen, wenn nur diese Raserei so gepriesen wird, wie sie in Plato's Phädrus gepriesen ist. Und wie verhält es sich mit euern gerichtlichen Reden? Ja, 848 kann selbst ein Schauspieler Kraft, Nachdruck, Redefülle entwickeln, wenn nicht das Gemüth selbst mehr als gewöhnlich aufgeregt ist? Oft sah ich ja selbst dich stark ergriffen, und (um auch Unwichtigeres zu berühren) an deinem Freunde Aesopus ein so feuriges Mienen- und Geberdenspiel, daß es schien, als hätte ihm eine ihn überwältigende Macht die Besinnung geraubt. Auch stellen sich zuweilen Gestalten dar, die an sich nichtig sind, aber doch in der Erscheinung vor die Seele treten. So Etwas soll dem Brennus begegnet seyn, und seinem Gallischen Heere, als er frevelhafter Weise den Tempel des Delphischen Gottes feindlich angriff. Da soll die Pythia begeistert ausgesprochen haben:

Da helf' ich, und die weisen Jungfrau'n helfen mit.

Und wirklich soll man, diesem Orakelspruch zu Folge, Jungfrauen gegen Jene haben kämpfen sehen, und das Gallische Heer wurde unter Schnee begraben.

 << Kapitel 38  Kapitel 40 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.