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Von der Weissagung

Marcus Tullius Cicero: Von der Weissagung - Kapitel 35
Quellenangabe
typetractate
booktitleMarcus Tullius Ciceros Werke, Siebentes Bändchen
authorMarcus Tullius Cicero
year1828
translatorDr. Georg Heinrich Moser
publisherVerlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung
addressStuttgart
titleVon der Weissagung
pages789-979
created20080518
sendergerd.bouillon@t-online.de
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84 33. Diejenigen Gattungen der Weissagung nun, wo erst durch Vermuthungsschlüsse die Deutung herauskommt, oder wo (frühere) Erfolge und Beobachtungen zum Grunde liegen, heissen, wie oben gesagt worden, nicht natürliche, sondern künstliche; und das ist das Feld, auf welchem die Haruspices, die Auguren und Deuter walten. Das lassen nun die Peripatetiker nicht gelten; die Stoiker nehmen es in Schutz. Das Eine beruht auf alten Aufzeichnungen und auf Belehrung, und diese findet sich in den Büchern der Hetrusker über die Haruspicin, über Bedeutung der Blitze, über Bedeutung der Donner, und auch in euern Angurenbüchern. Anderes wird bei vorkommenden Fällen augenblicklich durch Vermuthungsschlüsse gedeutet, wie bei'm Homer Calchas thut, der aus der Zahl der Sperlinge die Dauer des Trojanischen Krieges herausdeutete; oder in dem Falle, der in der Geschichte des Sisenna zu lesen ist, und der sich vor deinen Augen ereignete: daß nämlich, gerade als Sulla im Nolanischen Gebiete vor dem Prätorium opferte, ganz unten am Altar auf einmal eine Schlange zum Vorschein kam. Auf Dieß hin bat ihn der Haruspex C. Postumius, er möchte nur gleich das Heer ausrücken lassen. Sulla that es, und eroberte vor der Stadt Nola das Lager der Samniter, worin sich der Kern ihrer Truppen befand. Auf einen solchen Vermuthungsschluß gründete sich auch die Weissagung, die den Dionysius betraf, kurz vor seiner Thronbesteigung. Er reiste durch das Gebiet von Leontium, und ließ dort sein Pferd in den Fluß. Dieses versank in einem Strudel und war nicht mehr zu 843 sehen. Als alle Mühe, es wieder zu bekommen, vergebens schien, ging er, wie PhilistusPhilistus von Naucratis, nach Andern von Syracus, lebte zur Zeit der beiden Dionyse. erzählt, unmuthig fort. Kaum war er aber eine Strecke weit weg, so hörte er auf einmal ein Wiehern, sah sich um, und erblickte voll Freude sein Pferd, das ganz munter daher sprang, und an dessen Mähne sich ein Bienenschwarm angesetzt hatte. Auf diese Erscheinung zeigte sich der Erfolg, daß Dionysius wenige Tage darauf zur Regierung gelangte.

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