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Von der Weissagung

Marcus Tullius Cicero: Von der Weissagung - Kapitel 28
Quellenangabe
typetractate
booktitleMarcus Tullius Ciceros Werke, Siebentes Bändchen
authorMarcus Tullius Cicero
year1828
translatorDr. Georg Heinrich Moser
publisherVerlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung
addressStuttgart
titleVon der Weissagung
pages789-979
created20080518
sendergerd.bouillon@t-online.de
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26. Doch warum führe ich Griechische Beispiele an? Haben doch einheimische einen eigenen und größeren Reiz für mich. Folgende Begebenheit erzählen alle Geschichtschreiber, die Fabier, Sextus und Gneius Gellius, zunächst aber Cälius. Als im Latinerkriege zum erstenmale die großen Votivspiele gefeiert wurden, wurden die Bürger plötzlich durch den Ruf: zu den Waffen! aufgeschreckt. Dadurch waren die Spiele unterbrochen worden, und es wurde nun eine feierliche Erneuerung derselben veranstaltet. Kurz vor deren Beginn, als bereits das Volk schaulustig da saß, wurde ein Sclave, der die Furke [Halspflock] trug, mit Ruthen durch den Circus gepeitscht. Darauf soll einem Römischen Landmanne im Schlaf Einer erschienen seyn, der zu ihm sagte: der Vortänzer bei den Spielen habe ihm schlecht gefallen, und Das solle er nur dem Senat melden. Dazu habe aber der Mann nicht Muth gehabt. Nun habe er zum zweitenmale denselben Befehl bekommen, mit der Warnung, er möchte es nicht auf eine gewaltsame Nöthigung dazu ankommen lassen. Aber auch Dießmal habe es Jener noch nicht gewagt. Nun sey ihm sein Sohn gestorben, und darauf die dritte Mahnung im Traum an ihn ergangen. Endlich sey er 832 selbst siech geworden. Da habe er denn die Sache seinen Freunden eröffnet, und Diese hätten ihm zugeredet, sich auf einer Sänfte in die Curie tragen zu lassen. Dort habe er dem Senat seinen Traum erzählt, und sey auf der Stelle gesund und wohl zu Fuße nach Hause zurückgekehrt. Der Senat habe nun auf den Traum geachtet, und (so erzählt die Geschichte) die zweite feierliche Erneuerung der Spiele veranstaltet. Wie Vielen hat nicht C. Gracchus, nach dem Zeugnisse desselben Geschichtschreibers Cälius, erzählt, wie ihm, als er sich um die Quästur beworben, sein Bruder Tiberius im Traume erschienen sey und gesagt habe, er möge an sich halten, so sehr er nur wolle, er werde doch am Ende desselben Todes sterben müssen, den er selbst gestorben sey. Das, schreibt Cälius, habe er gehört, ehe C. Gracchus Volkstribun geworden, und habe es Vielen gesagt. Und hat je Etwas auffallender zugetroffen, als dieser Traum?

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