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Von der Weissagung

Marcus Tullius Cicero: Von der Weissagung - Kapitel 130
Quellenangabe
typetractate
booktitleMarcus Tullius Ciceros Werke, Siebentes Bändchen
authorMarcus Tullius Cicero
year1828
translatorDr. Georg Heinrich Moser
publisherVerlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung
addressStuttgart
titleVon der Weissagung
pages789-979
created20080518
sendergerd.bouillon@t-online.de
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69. Und was ist denn [das ist der zweite Punkt meiner Eintheilung nach] für eine natürliche Verbindung und für ein Zusammenhang [was sie, wie gesagt, Sympathie nennen] der (Jemanden) nöthigte, bei einem Traume von einem Ei an einen Schatz zu denken? Die Aerzte erkennen an gewissen Merkmalen die Annäherung und Zunahme von Krankheiten, ja sie sagen sogar, es lasse sich aus Träumen von einer 974 gewissen Art auf den Gesundheitszustand des Träumenden, namentlich ob wir vollsaftig oder entkräftet sind, ein Schluß machen. Was für eine natürliche Verwandtschaft findet aber zwischen einem Schatze, einer Erbschaft, einem Ehrenamte, einem Siege, oder mehreren dergleichen Dingen, und zwischen Träumen Statt? Es soll einmal Einer, als ihm vom Beischlafe träumte, Blasensteine ausgeworfen haben. Da sehe ich einen Naturzusammenhang; es kam ihm im Schlafe ein solches Traumgesicht vor, daß Das, was sich dabei ereignete, die Kraft der Natur, nicht ein Irrwahn, bewirkt hat. Aber welche natürliche Veranlassung hat dem Simonides jene Erscheinung vorgegaukelt, die ihn vor dem Einschiffen gewarnt hat? Oder was hatte der Traum des Alcibiades, den die Geschichtschreiber erzählen, für eine Verbindung mit der Natur? Diesem träumte nämlich kurz vor seinem gewaltsamen Tode, er sey mit dem Gewande seiner Geliebten bekleidet. Als er nun unbegraben in's Freie hingeworfen worden war, und von Jedermann verlassen da lag, wurde sein Leichnam von seiner Geliebten mit ihrem Mantel zugedeckt. Das also lag in der Zukunft, und hatte seine in der Natur liegende Veranlassung? Oder hat der bloße Zufall sowohl die Erscheinung, als den Erfolg herbeigeführt?

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