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Von der Weissagung

Marcus Tullius Cicero: Von der Weissagung - Kapitel 13
Quellenangabe
typetractate
booktitleMarcus Tullius Ciceros Werke, Siebentes Bändchen
authorMarcus Tullius Cicero
year1828
translatorDr. Georg Heinrich Moser
publisherVerlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung
addressStuttgart
titleVon der Weissagung
pages789-979
created20080518
sendergerd.bouillon@t-online.de
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11. Doch kann ich einen passendern Gewährsmann oder Zeugen anführen, als dich selbst? Du hast ja diese Sachen gar poetisch dargestellt, und ich habe die Verse mit wahrem Vergnügen auswendig gelernt, die du im zweiten Buche deines Gedichtes über dein Consulat die Muse Urania sprechen lässest:Außer diesem langen Fragmente haben wir nur noch einige wenige Verse in den Briefen an den Atticus und im Nonius Marcellus von Cicero's Gedichte de Consulato suo.

Erst von ätherischem Feuer entflammt wälzt Jupiter's Glanz sich,
Ganz mit Helle die Welt und seinem Lichte beleuchtend,
Dringt mit göttlichem Geist hindurch durch Himmel und Länder,
Waltet, im Innern erhaltend Gefühl und Leben der Menschen,
Rings umzäunt und umschlossen in Kammern des ewigen Aethers.
Willst du jedoch der Gestirne Umlauf und schweifende Bahnen
Kennen, und wo sie im Raume der himmlischen Zeichen gestellt sind,
Welche dem Namen nach irren, nach falscher Benennung der Griechen,
Doch wahrhaftig auf sicherem Raum und bestimmtester Bahn geh'n;
Alles erblickst du, voraus von der Gottheit Willen bestimmt schon.
So als Consul sahst du der Sterne beflügeltes Schwingen,
Wie sie, zusammengestoßen, erglänzten in furchtbarem Brande,
Als du auf Alba's Gebirg anschautest die schneeigen Hügel
809 Weihend, und Latiums Fest besprengtest mit fröhlichem Milchguß,
Sah'st du in strahlenden Gluten die feurigen Ruthen erbeben,
Die wie ein Schlachtengemeng an dem nächtlichen Himmel sich wirrten,
Furchtbare Zeiten verkündete da dieß Fest der Latiner,
Als sich gefüllet die Scheibe des Monds mit verdunkeltem Lichtglanz
Barg, in gestirnter Nacht auf einmal plötzlich ersterbend.
Deutete nicht auch die Fackel des Phöbus uns traurigen Krieg an,
Die sich, zur Säule gestreckt, im flammenden Brande dahinschwang,
Durch des Gewölbs Abhang nach der Abendseite des Himmels?
Oder als selbst ein Bürger, von schrecklichem Blitze getroffen,
Schwand aus dem Reiche des Lebens bei hellaufglänzendem Taglicht?
Oder als schwanger der Schooß der erschütterten Erde gebebet?
Mahnten nicht mancherlei Bilder des Grau'ns, die dem Blicke sich zeigten
Tief in der Nacht, daß Krieg und wilde Bewegungen drohen?
Ja, auch Seher ergoßen aus rasendbegeisterter Brust laut
Manches Orakel durchs Land, es bedrohend mit traurigem Unfall;
Und, was lange schon Sturz androht' und nun endlich hereinsank,
Kündete, stets durch Zeichen, wohl hellandeutende, warnend,
Selbst der Vater der Götter am Erdkreis an und vom Himmel.

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