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Von der Weissagung

Marcus Tullius Cicero: Von der Weissagung - Kapitel 129
Quellenangabe
typetractate
booktitleMarcus Tullius Ciceros Werke, Siebentes Bändchen
authorMarcus Tullius Cicero
year1828
translatorDr. Georg Heinrich Moser
publisherVerlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung
addressStuttgart
titleVon der Weissagung
pages789-979
created20080518
sendergerd.bouillon@t-online.de
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68. Dir aber hat, als du eben an mich mit bekümmerter Sorge dachtest, von mir geträumt, ich tauche plötzlich aus dem Strome auf. Natürlich. In unser beider Seelen waren noch die Spuren der im Wachen uns bewegenden Gedanken. Aber es schloß sich Einiges davon an: z. B. bei mir vom Denkmal des Marius; bei dir, daß das Pferd, auf dem ich ritt, mit mir versunken wieder zum Vorschein kam. Glaubst du wirklich, daß irgend ein altes Weib so albern gewesen seyn würde, Träumen zu glauben, wenn dergleichen nicht zuweilen durch Zufall, von Ungefähr und ohne allen Zusammenhang zusammenträfe? Dem Alexander kam eine sprechende 973 Schlange vor. Die Erzählung kann im Ganzen falsch, sie kann wahr seyn; aber was sie auch seyn mag, etwas Wunderbares ist nicht dabei. Denn er hörte ja nicht die Schlange sprechen, sondern es kam ihm nur vor, als höre er sie, und zwar [damit es noch auffallender wird] als sie die Wurzel im Munde hielt. Allein für einen Träumenden gibt es nichts Auffallendes. Ich frage aber, warum bekam Alexander einen so auffallend deutlichen und bestimmten Traum, und warum er nur dießmal, und nicht viele dergleichen Andere? Mir wenigstens ist, ausser diesem über den Marius, kein solcher vorgekommen, dessen ich mich zu erinnern wüßte. Vergebens sind mir also so viele Nächte in einem so bedeutenden Lebensalter verflossen. Gegenwärtig habe ich, weil ich auf dem Forum nichts mehr zu thun habe, dem Nachtstudiren Zeit abgebrochen, und mir die Mittagsruhe angewöhnt, die ich bisher nicht gewohnt war. Allein, bei alle dem vielen Schlafen hat mir doch nie ein Traum irgend eine Erinnerung gegeben, besonders über Gegenstände von solcher Wichtigkeit. Und nie ist mir mehr zu Muthe, als ob ich träumte, als wenn ich gegenwärtig [wachend] auf dem Forum einen Staatsbeamten, oder in der Curie den Senat erblicke.

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