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Von der Weissagung

Marcus Tullius Cicero: Von der Weissagung - Kapitel 122
Quellenangabe
typetractate
booktitleMarcus Tullius Ciceros Werke, Siebentes Bändchen
authorMarcus Tullius Cicero
year1828
translatorDr. Georg Heinrich Moser
publisherVerlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung
addressStuttgart
titleVon der Weissagung
pages789-979
created20080518
sendergerd.bouillon@t-online.de
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61. Auch Das ist mir noch bedenklich, warum denn, wenn uns Gott diese Gesichte vorkommen läßt, damit wir Vorsichtsmaßregeln ergreifen können, er sie uns nicht lieber im Wachen vorführt, als im Schlafe? Erregt nämlich ein fremder und von aussen kommender Anstoß die Seelen der 965 Schlafenden, oder es geht eine Bewegung in ihnen von der Seele selbst aus, oder es mag sonst irgend eine Ursache seyn, in Folge welcher wir im Schlafe Etwas zu sehen, zu hören und zu thun glauben; so konnte ja dieselbe Ursache jene Vorstellungen auch im Wachen erregen, und thäten Dieß die Götter um unsertwillen im Schlafe, so könnten sie Dasselbe uns auch im wachenden Zustande thun, zumal da Chrysippus in seiner Widerlegung der Academiker sagt, was uns im Wachen vorkomme, sey viel klarer und bestimmter, als was uns im Traume erscheine. Es wäre also des göttlichen Wohlthuns würdiger gewesen, wann sie für uns sorgten, uns im Wachen die bestimmtern Gesichte zu geben, als die dunklern im Traume. Weil Dieß nicht geschieht, so sind auch die Träume nicht für göttlich zu halten. Und was bedarf es nun noch vollends gar der Umwege und Umschweife, daß man statt geradezu (belehrt zu werden), erst noch Traumdeuter beiziehen muß? Läge der Gottheit daran, uns zu rathen, so brauchte sie nur zu sagen: thue Das, und Das laß bleiben, und das könnte sie uns besser im Wachen, als im Schlafe zu verstehen geben.

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