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Von der Weissagung

Marcus Tullius Cicero: Von der Weissagung - Kapitel 116
Quellenangabe
typetractate
booktitleMarcus Tullius Ciceros Werke, Siebentes Bändchen
authorMarcus Tullius Cicero
year1828
translatorDr. Georg Heinrich Moser
publisherVerlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung
addressStuttgart
titleVon der Weissagung
pages789-979
created20080518
sendergerd.bouillon@t-online.de
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55. Aber es haben doch häufig Viele Wahres geweissagt, z. B. Cassandra:

Rasch für die See schon, die große, –   – S. oben I, 31. das Ganze.

und bald darauf dieselbe:

Seht, seht! O weh. – – S. oben I, 50.

957 Nun, willst du mich also nöthigen, sogar Fabelgeschichten zu glauben? Mögen sie so ergötzlich seyn, als sie wollen, mögen Ausdruck, Gedanken, Versmaß und Melodie sie unterstützen, Ansehen und Zuverläßigkeit dürfen wir doch wohl erdichteten Dingen keinesweges zugestehen. Eben so wenig darf man einen fast ganz unbekannten Popilius, oder den Marciern, die Seher gewesen seyn sollen, oder den Apollo-Geheimnissen Glauben schenken, von denen ein Theil offenbar erdichtet, ein Theil ohne Sinn und Verstand herausgesprudelt ist, und die nie Jemand, selbst nicht ein halbwegs Verständiger, geschweige ein Besonnener für wahr hat gelten lassen. Was? wirst du sagen: hat nicht der Ruderknecht der Flotte des Coponius Das vorausgesagt, was geschehen ist? O ja; und zwar Das, was wir Alle in jener Zeit als sehr möglich befürchteten. Wir hörten ja, daß in Thessalien ein Lager dem andern gegenüber stand, und es war uns, als habe das Heer des Cäsar theils mehr Kühnheit, da es ja die Waffen gegen das Vaterland ergriffen hatte, theils mehr Stärke, da es aus gedienten Kriegern bestand. Jedermann aber auf unserer Seite fürchtete einen unglücklichen Ausgang der Schlacht, nur ließen wir Dieß, als Männer von Charakter, nicht heraus. Was Wunder aber, wenn jener Griechische Ruderknecht in der Angst seines Herzens, wie es so geht, Besonnenheit, verständiges Benehmen, ja sich selbst aufgab? In dieser Gemüthsverwirrung sagte er dann aus Sinnlosigkeit Das als bevorstehend voraus, dessen Zutreffen er bei gesundem Verstande (schon) fürchtete. Was ist doch – bei Göttern und Menschen! – wahrscheinlicher, daß ein verrückter Ruderknecht, oder daß Einer von uns damals dort Anwesenden, ich, Cato, 958 Varro, ja Coponius selbst, die Plane der unsterblichen Götter habe durchschauen können?

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