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Von der Weissagung

Marcus Tullius Cicero: Von der Weissagung - Kapitel 107
Quellenangabe
typetractate
booktitleMarcus Tullius Ciceros Werke, Siebentes Bändchen
authorMarcus Tullius Cicero
year1828
translatorDr. Georg Heinrich Moser
publisherVerlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung
addressStuttgart
titleVon der Weissagung
pages789-979
created20080518
sendergerd.bouillon@t-online.de
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46. Oder weiß man nicht, daß Viele, die von Geburt irgend einen Naturfehler hatten, entweder durch die sich selbst nachbessernde Natur hergestellt und zurecht gebracht wurden oder durch Kunst und ärztliche Hülfe? so daß Menschen, deren Zunge so angewachsen war, daß sie nicht sprechen konnten, curirt wurden, indem man mit einem feinen Messer die Zunge lostrennte? Viele haben auch einen Naturfehler durch Anstrengung und Uebung geheilt, wie der Phalereer vom Demosthenes schreibt, er habe es durch Uebung dahin gebracht, daß er den Buchstaben Rho, den er nicht hatte aussprechen können, vollkommen deutlich aussprach. Wären dergleichen 947 Fehler durch den Einfluß der Gestirne angeboren, so wäre Nichts im Stande sie zu ändern. Und hat nicht die Verschiedenheit der (Geburts-) Orte auch eine Verschiedenheit der Erzeugungen der Menschen zur Folge? Der Beweis davon läßt sich leicht führen. Was ist z. B. für ein Unterschied zwischen den Indern und Persern, Aethiopern und Syrern, und zwar an Körper und Geist! allerdings ein unbeschreiblich bedeutender und auffallender. Ein schlagender Beweis, daß die Lage der Länder weit größern Einfluß auf die Geburt äußere, als die Stellung des Mondes. Denn daß sie sagen, die Babylonier haben viermal hundert und siebenzig tausend Jahre lang die Probe und den Versuch bei allen neugebornen Kindern gemacht, ist eine Lüge. Denn wäre es so regelmäßig geschehen, so hätte man nicht aufgehört; wir haben aber gar keinen Gewährsmann, der uns sagte, es geschehe entweder oder sey geschehen.

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