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Vom Schicksal

Marcus Tullius Cicero: Vom Schicksal - Kapitel 9
Quellenangabe
typetractate
booktitleMarcus Tullius Ciceros Werke, Siebentes Bändchen
authorMarcus Tullius Cicero
year1828
translatorDr. Georg Heinrich Moser
publisherVerlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung
addressStuttgart
titleVom Schicksal
pages980-1016
created20080519
sendergerd.bouillon@t-online.de
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7. Allein gerade Das, Chrysippus, willst du gar nicht, und eben darüber bist du mit dem Diodorus im Streit. Denn Dieser erklärt Das allein für möglich, was entweder wahr ist, oder in Zukunft wahr seyn wird; und was künftig seyn werde, von Dem sagt er, es müsse nothwendig seyn, und was künftig nicht seyn werde, Das erklärt er für unmöglich. Du aber behauptest nicht nur, es sey Das möglich, was nicht seyn wird, z. B. daß dieser Edelstein zerbreche, auch wenn sich Dieß niemals ereignen werde; sondern auch, es sey nicht nothwendig gewesen, daß Cypselus zu Corinth König werde, ob Dieß gleich vor tausend Jahren durch ein Orakel des Apollo prophezeit worden.Cypselus, Tyrann von Corinth, lebte zur Zeit des Demaratus, welcher Vater des Römischen Königs Tarquinius Priscus war. Allein, wenn du jene göttlichen Voraussetzungen gelten lässest, so wirst du auch, was von dem Künftigen Falsches gesagt wird, unter die Dinge rechnen, die nicht möglich sind; z. B., wenn man etwa sagt, 993 Africanus werde Carthago erobern; und, wenn vom Künftigen das wirklich Erfolgende gesagt, und Dieß so sich ereignen wird, so mußt du es dann wohl nothwendig nennen. Diese ganze Ansicht des Diodorus stellt sich der eurigen feindlich gegenüber. Denn wenn folgende Satzverbindung richtig ist: »Wenn du bei'm Aufgange des Hundssterns geboren bist, so wirst du nicht auf dem Meere sterben;« und das erste Glied dieser Satzverbindung. »du bist bei'm Aufgang des Hundssterns geboren,« nothwendig ist [denn alles in der Vergangenheit Wahre ist nothwendig, wie Chrysippus gegen die Ansicht seines Lehrers Cleanthes annimmt, weil es unveränderlich ist, und das Vergangene sich aus dem Wahren nicht (mehr) in das Falsche verwandeln kann], wenn also das Vorderglied der obigen Satzverbindung nothwendig ist, so folgt daraus auch die Nothwendigkeit dessen, was sich daran anschließt. Wiewohl Dieß dem Chrysippus nicht allgemein gültig scheint. Indessen kann doch, wenn in der Natur die Ursache liegt, warum Fabius auf dem Meere nicht sterben soll, Fabius unmöglich auf dem Meere sterben.

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