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Vom Schicksal

Marcus Tullius Cicero: Vom Schicksal - Kapitel 4
Quellenangabe
typetractate
booktitleMarcus Tullius Ciceros Werke, Siebentes Bändchen
authorMarcus Tullius Cicero
year1828
translatorDr. Georg Heinrich Moser
publisherVerlag der J. B. Metzler'schen Buchhandlung
addressStuttgart
titleVom Schicksal
pages980-1016
created20080519
sendergerd.bouillon@t-online.de
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2. Als Dieß abgethan war, nahm Jener das Wort und sagte: »Nun denn, da du doch wohl deine rednerischen Uebungen, wie ich hoffe, zwar noch nicht ganz aufgegeben, aber wenigstens der Philosophie den Rang vor ihnen eingeräumt hast, kann ich dich nicht Etwas vortragen hören?« O ja, erwiederte ich, entweder hören oder selbst vortragen. Denn ich habe nicht nur (wie du ganz richtig annimmst) jene rednerischen Uebungen nie aufgegeben, zu welchen ich auch dich begeisterte, wiewohl du glühenden Eifer für sie zu mir mitbrachtest; sondern die Gegenstände, welche mich jetzt beschäftigen, verstärken noch jene Fertigkeit, anstatt sie zu schwächen. Denn gerade mit der Weise zu philosophiren, zu der ich mich bekenne, steht der Redner in sehr vertrautem Verhältnisse. Schärfe nämlich borgt er von der Academie, und gibt ihr dagegen Fülle der Rede und Schmuck des Ausdrucks zurück. Weil denn nun, sage ich, beide Arten von Studien in das Gebiet gehören, in dem ich zu Hause bin; so magst du heute freie Wahl haben, welches von beiden dir einen Genuß verschaffen soll. »Das heisse ich gefällig, erwiederte Hirtius, und ganz im Character deiner Handlungsweise; denn nie schlägt mir deine Willfährigkeit die Gewährung eines Wunsches ab. Weil ich jedoch deine rhetorische Kunst hinlänglich kenne, ich dich auch in diesem Fache schon oft gehört habe, und noch oft hören werde, und deine tusculanischen Unterhaltungen einen Beweis davon liefern, daß du die 985 bekannte Weise der Academiker, Vorträge zur Widerlegung eines aufgestellten Satzes zu halten, dir eigen gemacht hast; so will ich, wenn es dir nicht lästig ist, eine Behauptung aussprechen, und dann darüber vernehmen, was du zu sagen hast.« Kann mir denn wohl, antwortete ich, irgend Etwas lästig seyn, von dem ich weiß, daß es dir Freude machen wird? Doch, wenn du mich sprechen hörst, so vergiß nicht, daß du einen Römer vor dir hast, der sich schüchtern an diese Vortragsweise wagt, einen Mann, der sich nach langer Unterbrechung jetzt erst wieder zu diesen Studien wendet. »Nun, erwiederte er, ich werde dich eben sprechen hören, wie ich Das lese, was du geschrieben hast. So beginne denn.«

[Große Lücke.]

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