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Marcus Tullius Cicero: Vom Redner - Kapitel 72
Quellenangabe
typetractate
booktitleVom Redner
authorCicero
translatorRaphael Kühner
firstpub1858
year1873
publisherHoffmann'sche Verlags-Buchhandlung
addressStuttgart
titleVom Redner
pagesI
created20041019
sendergerd.bouillon
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LXII. 263. Als Antonius dieses gesagt hatte, schienen allerdings Sulpicius und Cotta zu zweifeln, welcher von beiden Vorträgen sich der Wahrheit mehr zu nähern scheine. Da rief Crassus aus: Zu einem Handlanger machst du uns den Redner, Antonius, und ich möchte fast meinen, daß du anders denkst und nur deine bewunderungswürdige Uebung und Gewandtheit im Widerlegen, worin es dir noch nie Jemand zuvorgethan hat, zeigen willst. Allerdings gehört diese Uebung auch zur Geschicklichkeit des Redners, aber häufiger wird sie doch von den Philosophen angewendet, besonders von denen, welche über jeden vorgelegten Gegenstand mit großer Ausführlichkeit dafür und dawider zu reden pflegenEr meint die jüngeren Akademiker.. 264. Doch ich war der Ansicht, zumal da diese jungen Männer meine Zuhörer waren, nicht bloß das Bild eines Redners entwerfen zu müssen, der nur in den Gerichtsbänken zu Hause ist und Nichts weiter vorbringen kann, als was das Bedürfniß der Rechtsverhandlungen nothwendig verlangt, sondern ein höheres Ziel hatte ich vor Augen, als ich urtheilte, der Redner dürfe, zumal in unserem Staate, keiner Kenntniß, die ihm zum Schmucke dienen könne, untheilhaftig sein. Da du nun aber das ganze Amt des Redners in so enge Gränzen eingeschlossen hast, so wirst du uns um so leichter auseinandersetzen, was du über die Pflichten des Redners und über die Regeln, die er zu beobachten hat, erforscht hast; doch dieß, denk' ich, lassen wir bis morgen; denn für heute haben wir genug geredet. 265. Jetzt kann Scävola, weil er nun einmal beschlossen hat auf sein Tusculanum zu gehen, ein Wenig ausruhen, bis sich die Hitze bricht, und wir anderen wollen, weil es dazu Zeit ist, der Gesundheit pflegen. Diesen Vorschlag billigten Alle. Hierauf sagte Scävola: Wirklich ich wünsche, ich hätte mich nicht mit LäliusWer dieser Lälius sei, läßt sich nicht mit Sicherheit bestimmen; der berühmte Gajus Lälius mit dem Beinamen der Weise kann es nicht sein. S. Ellendt zu dieser Stelle. verabredet heute auf das Tusculanum zu kommen Gern würde ich den Antonius hören. Und als er aufstand, fuhr er zugleich lächelnd fort: Denn es hat mich weniger verdrossen, daß er unser bürgerliches Recht so scharf durchzog, als es mir erfreulich gewesen ist von ihm das Geständniß zu hören, er verstehe davon Nichts.

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