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Marcus Tullius Cicero: Vom Redner - Kapitel 57
Quellenangabe
typetractate
booktitleVom Redner
authorCicero
translatorRaphael Kühner
firstpub1858
year1873
publisherHoffmann'sche Verlags-Buchhandlung
addressStuttgart
titleVom Redner
pagesI
created20041019
sendergerd.bouillon
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XLVII. 204. Ich aber sollte meinen, versetzte Mucius, du habest der Lernbegierde dieser jungen Männer, wenn sie anders lernbegierig sind, reichlich Genüge geleistet. Denn sowie man von Sokrates erzählt, er habe zu sagen gepflegt, seine Arbeit sei vollendet, wenn jemand durch seine Ermahnung hinlänglich zu dem Streben angefeuert sei die Tugend kennen zu lernen und in sich aufzunehmen; denn wem die Ueberzeugung beiwohne, daß er nichts lieber zu sein wünsche als ein guter Mann, dem sei die übrige Lehre leicht: so weiß ich, daß auch ihr, wenn ihr die Bahn betreten wollt, die euch Crassus durch seinen Vortrag eröffnet hat, ihr sehr leicht zum Ziele euerer Wünsche gelangen werdet, da er ja euch den Zugang und die Thür dazu eröffnet hat. 205. Allerdings, erwiderte Sulpicius, sind uns seine Belehrungen höchst dankenswerth und höchst erfreulich; aber einiges Wenige vermissen wir noch und insbesondere das, was du, lieber Crassus, über die Kunst selbst nur kurz durchlaufen hast, da du doch zugestandst, daß du es nicht gering schätztest und es auch erlernt habest. Wolltest du dieses etwas weitläufiger erörtern, so würdest du die Erwartung unserer lang gehegten Sehnsucht ganz und gar erfüllen. Denn jetzt haben wir gelernt, worauf wir unseren Fleiß wenden müssen, und das ist allerdings auch schon etwas Großes; aber wir wünschen auch den Lehrgang und die Regeln dieser Sachen kennen zu lernen. 206. Nun, sagte Crassus, um euch leichter bei mir zu behalten, bin ich euch willfährig gewesen und habe weniger auf meine Gewohnheit und Natur Rücksicht genommen; wie wäre es nun, wenn wir den Antonius bäten, das, was er bei sich zusammenhält und noch nicht zum Vorschein gebracht hat, wovon ihm, wie er kurz zuvor klagte, eine kleine Schrift entschlüpft ist, uns zu entwickeln und jene Geheimnisse der Beredsamkeit kund zu thun? – Wie es dir beliebt, erwiderte Sulpicius. Denn aus dem Vortrage des Antonius werden wir auch deine Ansichten kennen lernen. – 207. Nun, lieber Antonius, sagte Crassus, da nun einmal die Lernbegierde dieser jungen Männer uns Alten diese Bürde auferlegt, so bitte ich dich deine Absichten über die Gegenstände zu entwickeln, über die sie, wie du siehst, von dir belehrt zu werden wünschen.

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