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Marcus Tullius Cicero: Vom Redner - Kapitel 216
Quellenangabe
typetractate
booktitleVom Redner
authorCicero
translatorRaphael Kühner
firstpub1858
year1873
publisherHoffmann'sche Verlags-Buchhandlung
addressStuttgart
titleVom Redner
pagesI
created20041019
sendergerd.bouillon
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LIV. 206. Was nun aber die Worte selbst betrifft, so bedient man sich derselben, wie der Waffen, entweder zum Nutzen, indem man mit ihnen droht und angreift, oder man wendet sie lediglich zur Zierde an. Zum Beispiel die Verdoppelunggeminatio verborum, bei Cornificius IV, 28. conduplicatio, Griech. αναδίπλωσις. der Wörter gibt der Rede bald Nachdruck bald Anmuth; ebenso auch eine kleine Abänderung und Umbeugungverbum paulum immutatum atque deflexum; bei Cornificius IV. 21, 29. annominatio, παρονομασία. S. Ernesti a. a. O. S. 21 sq. eines Wortes, dann die häufige Wiederholung desselben Wortes zu Anfang des Satzesejusdem verbi crebra a primo repetitio, αναφορά, επαναφορά, επιβολή, wie Cicer. Catil. I, 1: Nihil te nocturnum praesidium, nihil urbis vigiliae, nihil consensus bonorum omnium cett. Siehe Ernesti S. 330. und die Wiederkehr desselben am Ende des Satzesejusdem verbi in extremum conversio, αντιστροφή, επιφορά, z. B. Poenos populus R. justitia vicit, armis vicit, liberalitate vicit. S. Ernesti S. 97., das heftige Zusammenstoßen derselben Worte auf einanderin eadem verba impetus et concursio, κοινότης, συμπλοκή, complexio, wenn ein Wort mehrere Sätze anfängt, und ein anderes Wort dieselben schließt. S. Ernesti S. 70., die Hinzufügungadjunctio erklärt Strebäus als die Figur, nach der das zu Anfang des Satzes stehende Wort am Ende des Satzes wiederholt wird, und führt als Beispiel an: multa super Priamo rogitans, super Hectore multa. S. Ernesti S. 127., der Fortschrittprogressio stellen Einige mit dem Griech. σύγκρισις zusammen, Andere mit dem incrementum, quo crescit oratio et veluti progreditur bei Quintilian. 8, 4., die Wiederholung desselben Wortes in verschiedener Bedeutungejusdem verbi crebrius positi distinctio, αντανάκλασις. Andere erklären es anders. S. Ernesti a. a. O. S. 132., die Widerrufungrevocatio verbi läßt sich nicht genau bestimmen. Einige halten diese Figur gleichbedeutend mit der conduplicatio, Andere mit επανόρθωσις. eines Wortes, der Schluß der Sätze mit Wörtern von ähnlicher Endungquae similiter desinunt, ομοιοτέλευτα. oder ähnlicher Beugungquae similiter cadunt, ομοιόπτωτα., die Gegenüberstellung gleicherquae paribus paria referuntur, ισόκωλα. oder ähnlicher Gliederquae similibus similia referuntur, πάρισα. gegen einander. 207. Auch gehören hierher die Steigerunggradatio, κλίμαξ., die Umkehrungconversio, commutatio, αντιμεταβολή, z. B. non sese Gallis, sed Gallos sibi bellum intulisse, oder ire se ad exercitum sine duce et inde reversurum ad ducem sine exercitu. S. Ernesti a. a. O. S. 70. der Worte, die geschickte Versetzungverborum concinna transgressio, υπέρβατον, künstliche Wortstellung aus rhetorischen Gründen. der Worte, die Entgegenstellungcontrarium, αντίθετον, αντίθεσις, εναντιότης, Kontrast, z. B. quem in amicitia perfidiosum cognoveris, eum qua re putes inimicitias cum fide retinere posse? Mehr Beispiele s. b. Cornificius IV, 18., die Weglassung der Bindewörterdissolutum, ασύνδετον, άλυτον, διαλελυμενον. Cornificius IV, 30, 40: Dissolutum est, quod coniuntionibus verborum e medio sublatis separatis partibus ecfertur, hoc modo: gere morem parenti, pare cognatis, obsequere amicis, obtempera legibus., die Beugungdeclinatio, conjugatum, derivatio, παρηγμένον, wenn dasselbe Wort in verschiedenen Flexionsformen kurz nach einander wiederholt wird., der Tadelreprehensio, αφορισμός. S. Ernesti S. 332. des gebrauchten Ausdruckes, der Ausrufexclamatio, εκφώνησις. S. Ernesti S. 152., die Verkleinerungimminutio, λιτότης, z. B. non minime für maxime., der Wechsel der Kasusquod in multis casibus ponitur, πολύπτωτον. S. Ernesti S. 41., die wechselseitige Beziehung einzelner Worte auf einanderquod de singulis rebus propositis ductum refertur ad singula. Strebäus führt als Beispiel an Cicer. Milon. 4, 10: lex non scripta, sed nata, quam non didicimus, accepimus, legimus, verum ex natura ipsa arripuimus, hausimus, expressimus., die Hinzufügung des Grundes zu einer aufgestellten Behauptungad propositum subjecta ratio, αιτιολογία. Diese Figur hätte unter den Gedankenfiguren erwähnt werden sollen; diesen Fehler hat Cicero bei mehreren der genannten Figuren begangen. und ebenso die Hinzufügung des Grundes zu den getheilten Gliedernin distributis supposita ratio, προσαπόδοσις. S. Ernesti S. 322., die Ueberlassungpermissio, επιτροπή, wenn der Redner die Entscheidung der Sache den Zuhörern oder Richtern überläßt. der Sache, eine andere Art des Zweifelsdubitatio hier in Beziehung auf ein einzelnes Wort, oben §. 203 in Beziehung auf einen ganzen Gedanken.; ferner das Unerwarteteimprovisum, inopinatum, παράδοξον., die Aufzählungdinumeratio, απαρίθμησις, die durch primum, deinde, tum, postremo, denique geschieht., eine andere Art der Verbesserungcorrectio verbi, oben §. 203 sententiae., die Vertheilungdissipatio, Vertheilung durch Lokaladverbien, wie hic – illic., die ununterbrochene Folgecontinuatum, bei Cornificius IV. 19, 27: Continuatio est densa frequentatio verborum cum absolutione sententiarum; ea utemur commodissime tripertito: in sententia, in contrario, in conclusione. Die drei Fälle erläutert er durch Beispiele. Vgl. Ernesti S. 92., das Unterbrocheneinterruptum, das Gegentheil der vorhergehenden Figur, der kommatische Vortrag., das Bildimago, εικών. Cornificius iV. 49, 62: Imago est formae cum forma, cum quadam similitudine conlatio; er erläutert sie durch Beispiele. Cicer. Invent. I, 49: oratio demonstrans corporum aut naturarum similitudinem., die Selbstbeantwortungsibi ipsi responsio, απόφασις. Cicer. Orat. c. 39: quasi ad interrogata sibi ipse [quis] respondeat. Die Figur scheint mit der oben angeführten subjectio ziemlich zusammenzufallen. einer Frage, die Vertauschungimmutatio, αλλοίωσις, scheint mit Metonymie gleichbedeutend zu sein. der Worte, die Absonderungdisjunctio, διεζευγμένον. Cornificius IV. 27, 37: Disjunctio est, quom eorum, de quibus dicimus, aut utrumque aut unumquidemque certe concluditur verbo, sic: populus R. Numantiam delevit, Karthaginem sustulit, Corinthum disjecit, Fregellas evertit u. s. w., die Ordnungordo, τάξις, läßt sich als Wortfigur schwer bestimmen. S. Ernesti S. 276., die Wiederholungrelatio läßt sich gleichfalls schwer bestimmen; ja selbst Quintilianus IX. 3, 97. weiß nicht, was Cicero darunter verstanden hat., die Abschweifungdigressio, die schon als Gedankenfigur genannt ist; ob Cicero unter ihr als Wortfigur etwas Anderes verstanden hat, läßt sich nicht sagen. Ellendt hat die Worte et digressio als eingeschoben in Kammern eingeschlossen, obwol sie in allen Handschriften gelesen werden., die Begriffsbestimmungcircumscriptio, ορισμός.. Das etwa sind die Figuren, und ähnliche lassen sich noch mehr denken, welche der Rede hinsichtlich der Gedanken und der Wortformen Lichtglanz verleihen.

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