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Marcus Tullius Cicero: Vom Redner - Kapitel 190
Quellenangabe
typetractate
booktitleVom Redner
authorCicero
translatorRaphael Kühner
firstpub1858
year1873
publisherHoffmann'sche Verlags-Buchhandlung
addressStuttgart
titleVom Redner
pagesI
created20041019
sendergerd.bouillon
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XXVIII. 109. Jene Philosophen nun, die jetzt nach einem kleinen Theile und RaumeEr meint die Akademie, in der Plato lehrte, und das Lyceum, wo Aristoteles lehrte. Beide Orte lagen vor der Stadt. der Stadt Athen den Namen führen und Peripatetiker oder Akademiker heißen, vormals aber wegen ihrer vorzüglichen Kenntnisse in den wichtigsten Angelegenheiten mit dem Namen Politiker benannt wurden, der sich auf das gesammte Staatswesen bezieht, behaupten, die bürgerliche Rede zerfalle im Allgemeinen in zwei Arten, von denen die eine sich mit Streitfragen beschäftigt, die nach Zeit und Personen bestimmt sind, zum Beispiel auf die Weise: »Sollen wir von den Karthagern unsere Gefangene gegen Rückgabe der ihrigen annehmen?« die andere hingegen mit einer unbestimmten Frage über Etwas Allgemeines, wie: »Was soll man überhaupt über einen Gefangenen beschließen und urtheilen?« Die erstere Art nennen sie Rechtssache oder Streitsache und theilen sie in drei Theile: Rechtsklage, Berathschlagung und Belobung; die letztere, die unbestimmte und gleichsam nur aufgeworfene Frage, wird Untersuchungsfrage genannt. So lehren sie. 110. Dieser Eintheilung bedienen sich auch die Lehrer der Beredsamkeit bei ihrem Unterrichte, doch so, daß sie nicht nach Recht oder gerichtlichem Urtheile oder sogar mit Gewalt den verlorenen Besitz wieder zu gewinnen, sondern nach Vorschrift des bürgerlichen Rechtes durch einen abgebrochenen ZweigDie, welche über das Eigentumsrecht eines Grundstückes oder Waldes stritten, pflegten eine Erdscholle von dem streitigen Grundstücke oder einen von einem Baume des streitigen Waldes abgebrochenen Zweig vor das Gericht mitzubringen, um dadurch ihre Ansprüche auf den streitigen Gegenstand geltend zu machen. ihre Ansprüche darauf geltend zu machen scheinen. Denn nur die eine Art, die nach Zeiten, Orten und Personen bestimmt ist, halten sie fest, und selbst diese nur beim Zipfel. In der Schule des PhiloPhilo aus Larissa in Thessalien, ein Schüler des Akademikers Klitomachus, suchte die Akademie der Stoischen Philosophie nahe zu bringen. Während des Mithridatischen Krieges kam er nach Rom (88 v. Chr.), wo Cicero sein Zuhörer wurde. Er war, wie aus dieser Stelle und aus den Tuscul. II. 3, 9. hervorgeht, zugleich auch Lehrer der Beredsamkeit. nämlich, der, wie ich höre, in der Akademie in dem höchsten Ansehen steht, wird jetzt auch über solche Verhandlungen fleißig Unterricht gegeben und häufige Uebungen angestellt. Die andere Art aber nennen sie nur zu Anfang ihres Unterrichtes in der Redekunst und behaupten, sie sei ein Eigentum des Redners, aber sie geben weder ihre Bedeutung noch ihr Wesen noch ihre Arten und Gattungen an, so daß es besser wäre, sie übergingen dieselbe ganz, als daß sie sie nur eben berühren und dann gleich wieder aufgeben. Denn jetzt schweigen sie aus Unwissenheit, im anderen Falle würden sie es mit Ueberlegung zu thun scheinen.

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