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Marcus Tullius Cicero: Vom Redner - Kapitel 175
Quellenangabe
typetractate
booktitleVom Redner
authorCicero
translatorRaphael Kühner
firstpub1858
year1873
publisherHoffmann'sche Verlags-Buchhandlung
addressStuttgart
titleVom Redner
pagesI
created20041019
sendergerd.bouillon
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XIII. 48. Wir wollen nun die Regeln über die Sprachrichtigkeit übergehen, welche in dem Knabenunterrichte gelehrt, durch die gründliche Kenntniß der wissenschaftlichen Sprachlehre oder durch die häusliche Unterhaltung und die tägliche Uebung im Reden ausgebildet und durch die Lesung der alten Redner und Dichter befestigt werden. Auch bei dem zweiten Punkte wollen wir uns nicht lange aufhalten und nicht weitläufig erörtern, durch welche Mittel man verständlich reden könne. 49. Offenbar dadurch, daß wir sprachrichtig reden, Worte anwenden, die gebräuchlich sind und das genau bezeichnen, was wir andeuten und erklären wollen, zweideutige Ausdrücke oder Reden vermeiden, nicht zu lange Perioden bilden, sinnbildliche Darstellungen nicht sehr ausdehnen, die Gedanken nicht zerreißen, die Zeiten nicht umkehren, die Personen nicht verwechseln, die Ordnung nicht verwirren. Kurz, die ganze Sache ist so leicht, daß es mir oft sehr wunderbar dünkt, wenn man schwerer versteht, was der Anwalt sagen will, als wenn der selbst, der den Anwalt anwendet, über seine Angelegenheit redete. 50. Denn diejenigen, welche uns ihre Streitsachen übertragen, belehren uns gemeiniglich über dieselben so deutlich, daß man es nicht besser wünschen kann. Sobald aber Fufius oder euer Altersgenosse PomponiusUeber Fufius s. zu I. 39, 179, Anm. 184. – Gnäus Pomponius, ein Altersgenosse von Cotta und Sulpicius, im Jahre 90 v. Chr. Volkstribun, kam im Sullanischen Kriege um. Ueber ihn als Redner vergl. Cicer. Brut. 62, 221. Vgl. 57, 207. dieselben Gegenstände zu verhandeln anfängt, so verstehe ich weit weniger, was sie sagen, wenn ich nicht sehr aufmerke; so ungeordnet, so verworren ist ihr Vortrag, daß man nicht weiß, was das Erste, was das Zweite ist, und so groß die Ungewöhnlichkeit und das Gewirre ihrer Worte, daß die Rede, welche Licht über die Sachen verbreiten soll, sie in Dunkelheit und Finsterniß einhüllt, und zwar dergestalt, daß sie in ihrem Vortrage mit ihrem Wortschwalle gewissermaßen gegen sich selbst zu streiten scheinen. 51. Doch ich hoffe, daß euch Aelteren wenigstens diese Dinge zur Genüge lästig und abgeschmackt erscheinen; ich will daher, wenn es beliebt, zu den übrigen Gegenständen fortgehen, die noch um ein Bedeutendes widriger sind.

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