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Marcus Tullius Cicero: Vom Redner - Kapitel 145
Quellenangabe
typetractate
booktitleVom Redner
authorCicero
translatorRaphael Kühner
firstpub1858
year1873
publisherHoffmann'sche Verlags-Buchhandlung
addressStuttgart
titleVom Redner
pagesI
created20041019
sendergerd.bouillon
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LXXIII. Doch was flüstert ihr da unter einander, Catulus? Achtet ihr dieß etwa für gering, wie es auch wirklich ist? – Keineswegs, erwiderte dieser; aber Cäsar schien über den eben angeregten Gegenstand eine Bemerkung hinzufügen zu wollen. – Das wird mir in der That sehr erwünscht sein, sei es nun, daß er mich widerlegen, oder daß er mich fragen will. – 296. Hierauf sagte Julius: Fürwahr, mein Antonius, ich habe von dir von jeher die Absicht gehabt und mich so ausgesprochen, du seiest ein ganz vorzüglich bedächtiger Redner, und dir gebühre das eigentümliche Lob nie Etwas gesagt zu haben, was dem, für den du redetest, hätte schaden können. Und es ist mir noch erinnerlich, als ich einst das Gespräch mit unserem Crassus hier vor vielen Anwesenden auf dich brachte, und Crassus deine Beredsamkeit ausführlich lobte, daß ich damals die Behauptung aufstellte, neben deinen sonstigen lobenswerthen Eigenschaften sei die die größte, daß du nicht allein sagtest, was nöthig wäre, sondern auch nicht sagtest, was nicht nöthig wäre. 297. Hierauf entgegnete mir jener, wie ich mich erinnere, alle übrigen Eigenschaften, die du besäßest, seien höchst lobenswerth; das aber zeuge von einem bösen und treulosen Menschen, wenn man Etwas sage, was der Sache fremd sei und dem schade, für den man rede. Daher halte er den, der dieß nicht thue, nicht für einen beredten, wohl aber den, der es thue, für einen schlechten Menschen. Darum wünsche ich, daß du uns jetzt, Antonius, wenn es dir beliebt, zeigest, warum du darauf, daß man seiner Sache keinen Schaden zufüge, einen so großen Werth legst, daß dir beim Redner Nichts wichtiger zu sein scheint.

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