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Vier Skizzen

Georg Bötticher: Vier Skizzen - Kapitel 3
Quellenangabe
titleVier Skizzen
authorGeorg Bötticher
year2017
correctorgerd.bouillon@t-online.de
typesketch
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Eene Meissner Geschichte

Von Apotheker Stannebein in Meißen erzählt

Bei de Indianer

»Änne gans eegendiemliche Geschichte is mir da bei de Indianer bassiert. Eenes Dages nämlich, wie unsere Exbedizjohn so ä wildes Felsendahl durchstreeft, un mir drei Forscher, de Gebrieder Humbold un ich, g'rade unsern Soldaten ä Stickchen vorneweg geeilt sinn un gans arglos aus ä Hohlwege treten – heernse, da komm Sie zwee Drubbs Indianer uff eemal in sausender Karrjere 'rangesprengt – links ä Drubb Sioux un rechts ä Drubb Irokesen – denn ich kannte die Brieder an den Federbischeln – ä Hagel von Feilen saust off uns ein un – hastenichgesähn! stecken m'r ooch schon zwee von den verdammten Dingern in der linken Seite. Nu is es immer gut, wenn der Mensch Kenntnisse un de Oogen offen hat. De Feile waren von links gekomm' un links standen de Sioux, un daß die ihre Feile mit Strychnin vergiften, das wußt'ch schon von der Ferschtenschule her. Die Dinger 'rausreißen war eens. Awer was nu gegen de Werkung von dän Strychnin duhn? Unsre Reiseabodeke war bei d'n Soldaten zerickgebliem. Heernse, da fiel m'r zum Glick ein, daß ja de Irokesen – die von rechts schossen – bei ihren Feilen Kurarin verwenden, was de das Gegengift von Strychnin is! Wie m'r das dorch de Gedanken schoß, war ich ooch schon nach rechts vorgesprungen. Awer in dän Oogenblicke erschienen unsere Soldaten, gingen mit ä dreimaligen Hurra vor un de Indianer kratzten aus. Ich, in der Angst, daß es ze spät fer mich wär'n gennte, renne den eenen Irokesen nach un schreie in eene fort – uff irokesisch nadierlich –: Schießen Se nur noch ä eenz'gen Feil uff mich! Nur ä allereenz'gen! Heernse, sein Se doch so gut! Un das Luderchen muß es endlich ooch begriffen hamm. Denn uff eemal dreht er sich um un huck! sitz m'r ooch schon ä Fitschefeil in Bauche. Ich war gerettet – awer 's war ooch de heechste Zeit, un drei Dage haw ich noch von wegen dän Schräcken krank gelegen!«

 


 

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