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Honoré de Balzac: Vendetta - Kapitel 4
Quellenangabe
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typenovelette
authorHonoré de Balzac
booktitleDie Grenadière
titleVendetta
publisherDiogenes
year1977
translatorHugo Kaatz
isbn3257204469
correctorreuters@abc.de
secondcorrectorgerd.bouillon@t-online.de
senderwww.gaga.net
created20081121
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»Fräulein Ginevra,« sagte er, nachdem er das Atelier überblickt hatte, »warum haben Sie einen solchen Platz gewählt? Das Licht ist schlecht. Setzen Sie sich doch näher an die andern Damen und ziehen Sie Ihren Vorhang ein wenig herunter.«

Dann setzte er sich neben Laura, deren Arbeit er am wohlwollendsten zu beurteilen pflegte.

»Aber,« rief er aus, »das ist ja ein hervorragend gelungener Kopf! Sie werden eine zweite Ginevra werden.«

Der Meister ging dann von Staffelei zu Staffelei, scheltend, lobend, scherzend und wie immer so redend, daß sein Scherz mehr als sein Tadel gefürchtet wurde. Die Italienerin war den Weisungen des Professors nicht nachgekommen und an ihrem Platz geblieben, mit der festen Absicht, sich nicht von ihm zu entfernen. Sie nahm ein Blatt Papier und begann in Sepia den Kopf des armen Eingeschlossenen zu skizzieren. Eine mit Begeisterung unternommene Arbeit weist immer einen besonderen Stempel auf. Die Fähigkeit, der Wiedergabe der Natur oder des Gedankens die Farbe der Wahrheit zu geben, ist das Zeichen des Genies, und zuweilen tritt die Leidenschaft an seine Stelle. Deshalb verlieh bei der Lage Ginevras die Vorstellungskraft, die sie ihrem so lebhaft angeregten Gedächtnis verdankte, oder vielleicht auch die Notwendigkeit, diese Mutter aller großen Dinge, ihr eine übernatürliche Fähigkeit. Der Kopf des Offiziers wurde auf das Papier geworfen, während sie ihre innere Erregung der Angst zuschrieb, worin ein Physiologe das Fieber der Begeisterung erkannt haben würde. Von Zeit zu Zeit warf sie einen verstohlenen Blick auf ihre Genossinnen, um im Falle einer Indiskretion ihrerseits die Zeichnung verbergen zu können. Aber trotz ihrer ständigen Aufmerksamkeit bemerkte sie das eine doch nicht, das Lorgnon, das ihre unerbittliche Feindin auf ihre geheimnisvolle Zeichnung gerichtet hatte, während sie sich hinter einer großen Mappe versteckt hielt. Als Fräulein Thirion das Gesicht des Flüchtlings erkannte, erhob sie plötzlich den Kopf, und Ginevra verbarg das Papier.

»Warum sind Sie denn trotz meiner Aufforderung dort geblieben, mein Fräulein?« fragte der Professor Ginevra ernst.

Die Schülerin drehte schnell ihre Staffelei so, daß niemand ihre Zeichnung sehen konnte, und sagte mit bewegter Stimme, indem sie sie ihrem Lehrer zeigte: »Finden Sie nicht ebenso wie ich, daß das Licht hier besser ist? Soll ich nicht lieber hier bleiben?«

Servin erblaßte. Da den durchdringenden Blicken des Hasses nichts entgeht, so beobachtete Fräulein Thirion mit leidenschaftlicher Aufmerksamkeit die Erregung, die den Lehrer und die Schülerin ergriffen hatten.

»Sie haben recht«, sagte Servin. »Aber Sie werden bald mehr können als ich,« fügte er mit gezwungenem Lachen hinzu. Es entstand eine Pause, während derer der Professor den Kopf des Offiziers betrachtete. »Das ist ein Salvator Rosas würdiges Meisterwerk!« rief er dann mit künstlerischer Bestimmtheit aus.

Bei diesem Ausruf erhoben sich alle jungen Mädchen, und Fräulein Thirion stürzte mit dem Sprunge eines Tigers, der sich auf seine Beute wirft, vor. In diesem Augenblick bewegte sich der durch den Lärm aufgeweckte Flüchtling. Ginevra stieß ihren Schemel um, machte einige unzusammenhängende Redensarten und fing an zu lachen; das Bild aber hatte sie zusammengeknifft und in ihre Tasche gesteckt, bevor es ihre gefährliche Feindin hatte betrachten können. Die Staffelei wurde umringt. Servin erörterte laut die einzelnen Schönheiten der Kopie, die seine Lieblingsschülerin jetzt verfertigte, und alle wurden durch dieses Vorgehen getäuscht, ausgenommen Amélie, die, hinter den anderen stehend, die Tasche zu öffnen versuchte, in der sie die Zeichnung hatte verschwinden sehen. Ginevra aber ergriff die Mappe und stellte sie vor sich hin, ohne ein Wort zu sagen. Schweigend betrachteten die beiden jungen Mädchen einander.

»Vorwärts, meine Damen, gehen Sie wieder auf Ihre Plätze«, sagte Servin. »Wenn Sie eben so viel lernen wollen wie Fräulein di Piombo, dürfen Sie nicht immer von Moden und Bällen reden und Possen treiben.«

Als alle wieder an ihren Staffeleien saßen, nahm Servin dicht neben Ginevra Platz.

»War es nicht besser, daß das Geheimnis von mir als von einer anderen entdeckt wurde?« sagte die Italienerin leise.

»Ja«, erwiderte der Maler. »Sie sind eine Patriotin; und selbst wenn Sie keine wären, würde ich es immer noch Ihnen eher anvertraut haben.«

Meister und Schülerin verstanden einander, und Ginevra scheute sich nicht mehr zu fragen: »Wer ist er?«

»Der intime Freund Labédoyères, derjenige, der nach dem unglückseligen Obersten am meisten zu dem Zusammenbringen des siebenten Regiments mit den Grenadieren der Insel Elba beigetragen hat. Er war Eskadronchef der Garde und kehrte von Waterloo zurück.«

»Weshalb haben Sie seine Uniform und seinen Czako nicht verbrannt und ihm Zivilkleider gegeben?« fragte Ginevra lebhaft.

»Heute abend sollen ihm welche gebracht werden.«

»Sie hätten unser Atelier für einige Tage schließen sollen.«

»Er wird bald fortgehen.«

»Will er denn sein Leben aufs Spiel setzen?« sagte das junge Mädchen. »Lassen Sie ihn doch hier während dieser ersten unruhigen Tage. Paris ist immer noch der einzige Ort in Frankreich, wo man einen Menschen sicher versteckt halten kann. Ist er ein Freund von Ihnen?« fragte sie.

»Nein, er hat keinen anderen Anspruch auf meinen Schutz als sein Unglück. Daß er mir ins Haus gefallen ist, das kam so: mein Schwiegervater, der während des Feldzugs wieder in Dienst getreten war, ist diesem armen jungen Mann begegnet und hat ihn sehr geschickt den Griffen derjenigen entrissen, die Labédoyère verhafteten. Er wollte sich noch wehren, der Unsinnige!«

»Sie nennen ihn so?« rief Ginevra und blickte den Maler erstaunt an, der eine Weile Schweigen bewahrte.

»Mein Schwiegervater ist zu sehr von Spionen umgeben, als daß er jemanden bei sich Unterschlupf gewähren könnte,« fuhr er dann fort. »Er hat ihn bei Nacht in der vorigen Woche zu mir hergebracht. Ich hatte gehofft, ihn vor aller Augen verbergen zu können, als ich ihn in diesem Winkel unterbrachte, dem einzigen Ort im Hause, wo er sicher hätte sein können.«

»Wenn ich Ihnen dabei helfen kann, so verfügen Sie über mich«, sagte Ginevra, »ich kenne den Marschall Feltre.«

»Nun, wir wollen sehen«, erwiderte der Maler.

Die Unterhaltung währte zu lange, als daß sie nicht allen jungen Mädchen aufgefallen wäre. Servin verließ Ginevra, trat an jede Staffelei heran und gab so ausführliche Fingerzeige, daß er sich noch auf der Treppe befand, als die Stunde schlug, zu der seine Schülerinnen aufzubrechen pflegten.

»Sie haben Ihre Tasche vergessen, Fräulein Thirion,« sagte der Professor, der hinter dem jungen Mädchen hinunterging, die sich bis zum Spion herabwürdigte, um ihren Haß zu befriedigen.

Die neugierige Schülerin holte ihre Tasche und zeigte einiges Erstaunen über ihre Vergeßlichkeit; aber Servins Aufmerksamkeit war für sie ein neuer Beweis für das Vorhandensein eines Geheimnisses, dessen Wichtigkeit ihr nicht zweifelhaft war; sie hatte schon alles erwogen, worin es hätte bestehen können, und konnte wie der Abbé Vertot sagen: »Meine Belagerung ist fertig.« Sie ging geräuschvoll die Treppe hinab und schlug laut die Tür zu Servins Wohnung zu, um glauben zu machen, daß sie fortgegangen sei; dann aber stieg sie leise wieder hinauf und machte an der Tür des Ateliers halt. Als der Maler und Ginevra sich allein glaubten, klopfte er mit einem verabredeten Zeichen an die Tür der Mansarde, die sich sogleich auf ihren rostigen und kreischenden Angeln öffnete. Die Italienerin sah einen jungen, gut gewachsenen Mann erscheinen, dessen kaiserliche Uniform ihr Herzklopfen verursachte. Der Offizier hatte einen Arm in der Binde, und seine blasse Gesichtsfarbe verriet starke Schmerzen. Als er die Unbekannte erblickte, erschrak er. Amélie, die nichts sehen konnte, fürchtete, noch länger dazubleiben; es genügte ihr, daß sie das Kreischen der Tür gehört hatte, und sie entfernte sich lautlos.

»Fürchten Sie sich nicht«, sagte der Maler zu dem Offizier; »das Fräulein ist die Tochter des treuesten Freundes des Kaisers, des Barons di Piombo.«

Der junge Soldat hegte keinen Zweifel mehr an dem Patriotismus Ginevras, nachdem er sie betrachtet hatte.

»Sie sind verwundet?« sagte sie.

»Oh, das bedeutet nichts, mein Fräulein, die Wunde heilt schon.«

In diesem Moment drangen die lauten und durchdringenden Stimmen der Zeitungsverkäufer bis ins Atelier hinauf: »Das Todesurteil gegen . . .« Alle drei erzitterten. Der Offizier vernahm zuerst einen Namen, der ihn erbeben ließ.

»Labédoyère!« sagte er und ließ sich auf den Schemel fallen.

Sie sahen einander schweigend an. Schweißtropfen bildeten sich auf der blassen Stirn des jungen Mannes, er griff sich mit der Hand verzweifelt in die Locken seines schwarzen Haars und stützte seine Ellbogen auf den Rand von Ginevras Staffelei.

»Schließlich«, sagte er und erhob sich jäh, »wußten Labédoyère und ich doch, was wir taten. Wir kannten unser Los nach dem Triumph wie nach der Niederlage. Er aber stirbt für seine Sache, und ich, ich verstecke mich . . .«

Er ging eilig zur Tür des Ateliers; aber Ginevra war ihm, schneller als er, zuvorgekommen und vertrat ihm den Weg.

»Werden Sie den Kaiser wieder auf den Thron setzen?« sagte sie. »Glauben Sie, daß Sie diesen Riesen wieder aufrichten können, wenn er selbst sich nicht aufrechterhalten konnte?«

»Aber was soll denn aus mir werden?« sagte jetzt der Flüchtling und wandte sich an die beiden Freunde, die ihm der Zufall beschert hatte. »Ich besitze keinen einzigen Verwandten auf der Welt; Labédoyère war mein Beschützer und mein Freund: nun stehe ich allein da; morgen werde ich vielleicht proskribiert oder verurteilt sein, niemals habe ich mehr als meinen Sold besessen und meinen letzten Taler dazu verwendet, um Labédoyère seinem Schicksal zu entreißen und ihm zur Flucht zu verhelfen: ich muß also sterben. Wenn man aber zu sterben entschlossen ist, so muß man verstehen, seinen Kopf dem Henker teuer zu verkaufen. Ich dachte eben daran, daß das Leben eines Ehrenmannes ebenso viel wert ist wie das zweier Verräter, und daß ein wohlgezielter Dolchstoß einen unsterblich machen kann.«

Dieser Verzweiflungsausbruch erschreckte den Maler und auch Ginevra, die den jungen Mann wohl verstand. Die Italienerin war entzückt von seinem schönen Kopfe und seiner wundervollen Stimme, deren Süße kaum von seiner Aufregung beeinträchtigt wurde; dann legte sie plötzlich Balsam auf alle Wunden des Unglücklichen.

»Was Ihre Geldnot anlangt, mein Herr,« sagte sie, »so gestatten Sie mir, Ihnen meine Ersparnisse anzubieten. Mein Vater ist reich, ich bin sein einziges Kind, er liebt mich, und ich bin sicher, daß er mich deshalb nicht tadeln wird. Machen Sie sich keine Bedenken darüber, sie anzunehmen: unser Vermögen stammt vom Kaiser her, wir besitzen nicht einen Centime, den wir nicht seiner Großmut zu verdanken haben. Ist es nicht Dankbarkeit, wenn wir einem seiner getreuen Soldaten helfen? Nehmen Sie also das Geld ebenso unbedenklich, wie ich es Ihnen anbiete. Es ist ja nur Geld«, fügte sie verächtlich hinzu. »Was nun Freunde anlangt, so werden Sie welche hier finden!« Sie erhob stolz ihr Haupt, und ihre Augen strahlten in ungewohntem Glanze. »Das Haupt, das morgen, von einem Dutzend Flintenkugeln getroffen, fallen wird, rettet das Ihrige«, fuhr sie fort. »Warten Sie, bis dieses Unwetter vorübergezogen sein wird, dann können Sie Dienste in der Fremde nehmen, wenn man Sie nicht ganz vergißt, oder in der französischen Armee, wenn man nicht mehr an Sie denkt.«

Wenn eine Frau Trostworte sagt, so geschieht es mit einer Zartheit, die immer etwas Mütterliches, etwas Voraussorgendes und Vollkommenes an sich hat; wenn aber solche hoffnungsreichen und friedvollen Worte mit reizvoller Geste und mit einer von Herzen kommenden Überredungskunst gesprochen werden, und vor allem wenn die Wohltäterin schön ist, dann wird es einem jungen Manne schwer, Widerstand zu leisten. Der Oberst sog mit allen Sinnen die Liebe in sich ein. Ein leichter rosiger Hauch zog über seine blassen Wangen, seine Augen verloren etwas von der Traurigkeit, die sie trübten, und er sagte mit besonderer Betonung: »Sie sind ein Engel an Güte . . . Aber Labédoyère!« fügte er hinzu, »Labédoyère!«

Bei diesem Aufschrei sahen sich alle drei schweigend an und verstanden einander. Sie waren nicht mehr wie Freunde seit zwanzig Minuten, sondern wie Freunde seit zwanzig Jahren.

»Mein Lieber,« erklärte Servin, »können Sie ihn retten?«

»Ich kann ihn rächen.«

Ginevra erzitterte: wenn auch der Unbekannte ein schöner Mann war, so hätte sein Anblick das junge Mädchen noch nicht bewegt; das zarte Mitleid, das die Frauen für das Unglück, das nichts Niedriges an sich trägt, im Herzen haben, hatte bei Ginevra jede andere Regung erstickt; aber diesen Racheschrei zu hören, bei dem Flüchtling der Empfindung eines Italieners zu begegnen, der Hingebung für Napoleon und korsischem Edelmut . . . das war zuviel für sie: sie betrachtete nun den Offizier mit einer ehrfürchtigen Erregung, die ihr Herz höher schlagen machte. Zum erstenmal hatte ein Mann einen so lebhaften Eindruck auf sie gemacht. Wie alle Frauen gefiel sie sich darin, die Seele des Unbekannten in Übereinstimmung mit seinen vornehmen Gesichtszügen und den edlen Verhältnissen seines Körpers, die sie als Künstlerin bewunderte, zu bringen. Von zufälliger Neugierde zum Mitleid, vom Mitleid zu lebhafter Anteilnahme geführt, erregte diese Teilnahme eine so tiefe Empfindung in ihr, daß sie es für gefährlich hielt, noch länger hier zu verweilen.

»Also auf morgen«, sagte sie und schenkte dem Offizier ihr süßestes Lächeln als Trost.

Als er dieses Lächeln wahrnahm, das ein neues Licht über Ginevras Antlitz verbreitete, vergaß der Unbekannte einen Augenblick alles andere.

»Morgen,« erwiderte er traurig, »morgen, Labédoyère . . .«

Ginevra wandte sich um, legte den Finger auf die Lippen und sah ihn an, als ob sie sagen wollte: »Beruhigen Sie sich und seien Sie vorsichtig.«

Da rief der junge Mann: »O Dio! che non vorrei vivere dopo averla veduta!« (»Oh, Gott, wer möchte nicht leben, wenn er sie gesehen hat«!).

Die Betonung, mit der er diesen Satz aussprach, ließ Ginevra erbeben.

»Sie sind ein Korse?« rief sie zurückkommend, während ihr das Herz vor Freude hüpfte.

»Ich bin auf Korsika geboren«, erwiderte er; »aber ich kam sehr jung nach Genua; und sobald ich das Alter erreicht hatte, in dem ich mit der Waffe dienen konnte, bin ich Soldat geworden.«

Die Schönheit des Unbekannten, die hohe Anziehungskraft, die ihm seine Anhänglichkeit an den Kaiser verlieh, seine Verwundung, sein Unglück, selbst die Gefahr, in der er schwebte, alles verschwand in Ginevras Augen, oder es lief vielmehr zusammen in einem einzigen, neuen, köstlichen Gefühl. Dieser Flüchtling war ein Sohn Korsikas, er sprach die geliebte Sprache! Das junge Mädchen blieb einen Augenblick unbeweglich stehen, wie von einem magischen Gefühle festgebannt: sie sah vor sich ein lebendes Bild, das alle Empfindungen des menschlichen Herzens und der Zufall mit leuchtenden Farben geschmückt hatten; auf einen Wink Servins hatte sich der Offizier auf einen Diwan gesetzt, der Maler hatte die Binde am Arme seines Gastes aufgeknüpft und begann den Verband abzulösen und die Wunde neu zu verbinden. Ginevra schauderte, als sie die lange tiefe Wunde sah, die die Klinge eines Säbels am Unterarm des jungen Mannes geschlagen hatte, und ließ einen Schmerzenslaut hören, der Unbekannte erhob sein Haupt und lächelte. Es lag etwas Rührendes und zu Herzen Gehendes in der Art, wie Servin die Charpie abnahm und das wunde Fleisch befühlte, während das, wenn auch blasse und leidende Gesicht des Verwundeten, beim Anblick des jungen Mädchens, mehr Freude als Schmerz ausdrückte. Ein Künstler hätte unwillkürlich diesen Widerstreit von Empfindungen und den Kontrast, den die Weiße der Wäsche und der nackte Arm mit dem Blau und Rot der Uniform des Offiziers bildeten, bewundert. Das Atelier hatte sich jetzt ein wenig verdunkelt; nur ein letzter Sonnenstrahl fiel auf den Platz, auf dem der Verwundete saß, so daß sein edles blasses Gesicht, sein schwarzes Haar und seine Kleidung von Licht übergossen waren. Diesen an sich so einfachen Effekt hielt die abergläubische Italienerin für ein glückliches Vorzeichen. Der Unbekannte ähnelte so einem himmlischen Boten, der in der Sprache ihres Vaterlandes zu ihr redete und die süßen Kindheitserinnerungen in ihr wachrief, während in ihrem Herzen ein Gefühl keimte, ebenso jung und ebenso rein, wie ihre unschuldige Jugendzeit. Einen kurzen Augenblick verharrte sie nachdenklich und wie in unbegrenzte Gedanken versunken; dann errötete sie über ihre Befangenheit, wechselte schnell einen liebevollen Blick mit dem Flüchtling und entfernte sich, immer noch nach ihm hinblickend.

Am nächsten Tage, an dem kein Unterricht stattfand, kam Ginevra ins Atelier, und der Gefangene konnte bei seiner Landsmännin verweilen; Servin, der eine Skizze fertigzumachen hatte, erlaubte dem versteckt Gehaltenen dazubleiben, indem er den beiden jungen Leuten, die sich viel über Korsika unterhielten, als Mentor diente. Der Soldat erzählte von seinen Leiden bei der Flucht aus Moskau; er war, neunzehn Jahr alt, an der Beresina mit dabei gewesen, und zwar als letzter seines Regiments, nachdem er in seinen Kameraden die einzigen Menschen verloren hatte, die sich noch für die Waise hätten interessieren können. Dann schilderte er in feurigen Zügen das große Unglück von Waterloo. Seine Stimme war Musik für die Italienerin. In Korsika aufgezogen, war Ginevra gewissermaßen ein Naturkind, sie wußte nichts von Lüge und gab sich ohne Umschweife ihren Gefühlen hin, sie trug sie zur Schau oder ließ sie vielmehr ahnen, ohne das kleinliche und berechnete Gebahren der Pariser jungen Mädchen. Während dieses Tages blieb sie mehr als einmal still sitzen, mit der Palette in der einen, den Pinsel in der andern Hand, ohne daß der Pinsel in die Farben der Palette getaucht wurde; die Augen auf den Offizier geheftet, den Mund halb geöffnet, hörte sie ihm zu, immer bereit, den Pinsel wieder anzusetzen, ohne daß sie es jemals tat. Sie war nicht erstaunt, so viel Süße in dem Blick des jungen Mannes zu sehen, denn sie fühlte, wie ihre Blicke ebenso wurden, trotz ihrer Absicht, ernst und ruhig auszusehen. Dann malte sie wieder mit besonderer Aufmerksamkeit ganze Stunden lang, ohne den Kopf zu erheben, weil er da saß, neben ihr, und sie arbeiten sah. Das erstemal, als er sich neben sie setzte, um sie stillschweigend zu betrachten, sagte sie mit bewegter Stimme und nach langer Pause zu ihm: »Macht es Ihnen denn Vergnügen, malen zu sehen?« An diesem Tage erfuhr sie, daß er Luigi hieß. Bevor sie sich trennten, verabredeten sie, daß Ginevra an den Ateliertagen, wenn irgend ein politisch wichtiges Ereignis einträte, ihn durch leises Singen gewisser italienischer Lieder davon in Kenntnis setzen solle.

Am nächsten Tage teilte Fräulein Thirion unter dem Siegel der Verschwiegenheit allen ihren Mitschülerinnen mit, daß Fräulein Ginevra di Piombo von einem jungen Mann geliebt werde, der sich während der Unterrichtsstunden in dem dunklen Zimmerchen neben dem Atelier aufhielt.

»Sie, die Sie ihre Partei nehmen,« sagte sie zu Fräulein Roguin, »achten Sie nur genau auf sie, und Sie werden sehen, wozu sie ihre Zeit verwendet.« Ginevra wurde also mit höllischer Aufmerksamkeit beobachtet. Man horchte auf ihr Singen, man achtete auf ihre Blicke. Wenn sie von niemanden gesehen zu werden meinte, waren ein Dutzend Augen unaufhörlich auf sie gerichtet. So vorbereitet, legten sich die jungen Mädchen den wirklichen Grund der Erregung auf dem leuchtenden Gesicht der Italienerin und ihr Singen und ihre Aufmerksamkeit aus, mit der sie auf unbestimmte Töne zu horchen schien, die sie allein durch die Tür wahrnehmen konnte. Nach Verlauf einer Woche hatte als einzige von den fünfzehn Schülerinnen Servins Laura der Neugierde widerstanden, Louis durch den Spalt in der Tür zu beobachten, und verteidigte in dem Gefühl ihrer Schwäche die schöne Korsin. Fräulein Roguin wollte, daß sie beim Weggehen auf der Treppe stehen bleiben sollte, um ihr das intime Verhältnis Ginevras zu dem schönen jungen Mann zu beweisen, indem sie sie zusammen sehen würde; aber sie weigerte sich, auf eine solche Spioniererei einzugehen, die von der Neugierde nicht gerechtfertigt war, und wurde dadurch der Gegenstand des allgemeinen Unwillens. Bald fand die Tochter des königlichen Türhüters es wenig angemessen, das Atelier eines Malers zu besuchen, dessen Anschauungen etwas von Patriotismus oder von Bonapartismus hatten, was zu dieser Zeit ein und dasselbe zu sein schien; sie kam also nicht mehr zu Servin. Wenn Amélie sich auch nicht mehr um Ginevra kümmerte, so trug das Böse, das sie ausgesät hatte, seine Früchte. Unmerklich, wie zufällig, berichteten, teils durch Schwatzhaftigkeit, teils aus Prüderie, alle andern jungen Mädchen ihren Müttern das merkwürdige Abenteuer, das sich im Atelier ereignet hatte. An einem Tage erschien Mathilde Roguin nicht mehr, bei der nächsten Stunde war es ein anderes junges Mädchen; endlich kamen auch die drei oder vier Damen, die bis zuletzt ausgeharrt hatten, nicht mehr wieder, und Ginevra war mit Fräulein Laura, ihrer kleinen Freundin, zwei- bis dreimal allein in dem verlassenen Atelier anwesend. Die Italienerin merkte die Einsamkeit, in der sie sich befand, gar nicht; sie suchte nicht einmal nach dem Grunde für die Abwesenheit ihrer Mitschülerinnen. Sobald sie ein Mittel gefunden hatte, um mit Louis in Verbindung zu treten, lebte sie in dem Atelier wie in reizender Verborgenheit, nur von dem Gedanken an den Offizier und die ihn bedrohenden Gefahren erfüllt. Das junge Mädchen, obwohl sie vornehme Charaktere, die ihre politische Meinung nicht preisgeben wollen, bewunderte, beschwor Louis doch, sich eilig der Autorität des Königs zu unterwerfen, weil sie ihn in Frankreich zurückbehalten wollte; Louis aber wollte das nicht tun, um sich aus seinem Versteck nicht zu entfernen. Wenn die Liebe nur entsteht und wächst in romantischen Situationen, so gab es wohl niemals ein solches Zusammenströmen davon wie hier, um zwei Wesen durch das gleiche Gefühl aneinander zu binden. Die nahen Beziehungen Ginevras und Louis zu einander machten hier in einem Monat schnellere Fortschritte als gesellschaftliche Beziehungen in einem Salon in zehn Jahren. Ist Mißgeschick nicht ein Probierstein für den Charakter der Menschen? Ginevra konnte so leicht Louis schätzen und kennen lernen, und sie empfanden bald gegenseitig Achtung füreinander. Älter als Louis, empfand Ginevra einen gewissen Reiz darin, daß ihr von einem jungen Mann der Hof gemacht wurde, der schon so bedeutend, so vom Schicksal erprobt war und mit der Erfahrung des Mannes allen Zauber der Jugend vereinigte. Seinerseits fühlte Louis ein unaussprechliches Entzücken, daß er so deutlich sich der Gunst eines fünfundzwanzigjährigen Mädchens erfreute. War das nicht ein Beweis von Liebe? Die Vereinigung von Liebenswürdigkeit und Stolz, von Kraft und Schwäche machte die Anziehungskraft Ginevras unwiderstehlich: so wurde Louis völlig von ihr bezwungen. Sie liebten sich schließlich bereits so innig, daß sie nicht nötig hatten, es zu leugnen oder zu bekräftigen.

Eines Tages vernahm Ginevra gegen Abend das verabredete Zeichen: Louis kratzte mit einer Nadel an der Holzverkleidung so leise, daß es nicht mehr Geräusch machte, als wenn eine Spinne ihren Faden befestigt, und zeigte damit an, daß er aus seinem Versteck herauskommen wolle; sie sah sich im Atelier um, nahm die kleine Laura nicht wahr und antwortete auf das Zeichen; als aber Louis die Tür öffnete, bemerkte er die Schülerin und trat eiligst zurück. Erstaunt blickte Ginevra um sich, entdeckte Laura, ging zu ihrer Staffelei hin und sagte: »Sie bleiben sehr lange hier, meine Liebe, der Kopf scheint mir doch fertig zu sein, es ist nur noch ein Glanzlicht auf der Haarflechte anzubringen.«

»Es wäre sehr freundlich von Ihnen,« sagte Laura bewegt, »wenn Sie mir diese Kopie verbessern wollten, und ich so etwas von Ihnen aufbewahren könnte . . .«

»Gern,« entgegnete Ginevra, die überzeugt war, sie so schneller verabschieden zu können. »Ich dachte,« sagte sie, während sie einige leichte Pinselstriche machte, »daß Sie einen weiten Weg von Hause bis zum Atelier zu machen hätten.«

»Ach, Ginevra, ich werde fortgehen, und zwar für immer!« rief das junge Mädchen mit trauriger Gebärde aus.

»Sie wollen Herrn Servin verlassen?« fragte die Italienerin, ohne daß sie über diese Worte so betroffen wurde, wie sie es einen Monat früher gewesen wäre.

»Ja, merken Sie denn nicht, Ginevra, daß seit einiger Zeit hier nur noch Sie und ich erscheinen?«

»Das ist wahr,« erwiderte Ginevra, die sich plötzlich an diesen Umstand erinnerte. »Sind die Damen krank, oder wollen sie sich verheiraten, oder haben ihre Väter alle Dienst im Schlosse?«

»Sie sind alle von Herrn Servin fortgegangen«, antwortete Laura.

»Und weshalb?«

»Ihretwegen, Ginevra.«

»Meinetwegen?« wiederholte das korsische Mädchen und erhob sich mit drohender Stirne, stolzem Blick und funkelnden Augen.

»Oh, werden Sie nicht zornig, meine gute Ginevra«, rief Laura in schmerzlichem Tone. »Aber auch meine Mutter will, daß ich das Atelier verlasse. Alle jungen Mädchen hier haben erzählt, daß Sie hier ein Verhältnis angesponnen haben, und daß Herr Servin sich dazu hergäbe, einen jungen Mann, der Sie liebt, in dem dunklen Zimmer verweilen zu lassen; ich habe nie an diese Verleumdungen geglaubt und meiner Mutter nichts davon mitgeteilt. Aber gestern abend hat Frau Roguin meine Mutter auf einem Ball getroffen und sie gefragt, ob sie mich immer noch herschicke. Auf die bejahende Antwort meiner Mutter hat sie ihr die Lügen der Damen wiedererzählt. Mama hat sehr mit mir gescholten, sie hat angenommen, daß ich alles dies wissen müsse und daß ich das Vertrauen, das zwischen Mutter und Tochter herrschen sollte, verletzt habe, weil ich mit ihr nicht darüber gesprochen hätte. Ach, meine liebe Ginevra, ich, die ich Sie mir immer als Vorbild genommen habe, ich bin so traurig, daß ich nicht mehr hier mit Ihnen zusammenbleiben darf . . .«

»Wir werden uns in der Gesellschaft schon wieder begegnen; die jungen Mädchen verheiraten sich ja . . .«, sagte Ginevra.

»Wenn sie reich sind«, antwortete Laura.

»Komm zu mir, mein Vater ist reich . . .«

»Ginevra,« begann Laura wieder in zärtlichem Tone, »Frau Roguin und meine Mutter wollen morgen Herrn Servin aufsuchen und ihm Vorwürfe machen. Daß er wenigstens vorher davon benachrichtigt wird –«

Ein Blitz, der zwei Schritte neben Ginevra eingeschlagen hätte, würde sie weniger in Erstaunen gesetzt haben als diese Eröffnung.

»Aber was geht sie denn das an?« sagte sie harmlos.

»Alle finden das sehr schlecht. Mama sagt, daß das ein Verstoß gegen die guten Sitten sei . . .«

»Und wie denken Sie darüber, Laura?«

Das junge Mädchen sah Ginevra an, ihre Gedanken begegneten sich; Laura konnte die Tränen nicht mehr zurückhalten, warf sich Ginevra in die Arme und küßte sie. In diesem Moment erschien Servin.

»Fräulein Ginevra,« sagt er in begeisterter Stimmung, »mein Gemälde ist beendet, es wird jetzt gefirnißt. Aber was haben Sie denn? Mir scheint, daß alle die Damen hier Urlaub genommen haben, oder auf dem Lande sind.«

Laura trocknete ihre Tränen, grüßte Servin und zog sich zurück.

»Das Atelier ist seit mehreren Tagen vereinsamt,« sagte Ginevra, »und die Damen werden nicht mehr wiederkommen.«

»Was?«

»Oh, lachen Sie nicht«, fuhr Ginevra fort, »sondern hören Sie mich an; ich bin ohne mein Wollen die Ursache für den Verlust Ihres Rufes.«

Der Künstler unterbrach seine Schülerin lächelnd: »Meines Rufes? . . . Aber in einigen Tagen wird ja mein Bild ausgestellt werden.«

»Es handelt sich nicht um Ihren künstlerischen, sondern um Ihren moralischen Ruf«, sagte die Italienerin. »Die Damen haben herumerzählt, daß Louis hier eingeschlossen war, und daß Sie . . . unsere . . . Liebe begünstigten . . .«

»Daran ist etwas Wahres, mein Fräulein,« erwiderte der Professor. »Die Mütter der jungen Damen sind Zierpuppen«, fuhr er fort. »Würden sie mich aufgesucht haben, so hätte sich alles aufgeklärt. Aber was gehen mich solche Geschichten an. Dazu ist das Leben zu kurz!«

Louis, der einen Teil dieses Gespräches mit angehört hatte, kam herein.

»Sie werden alle Ihre Schülerinnen verlieren,« rief er, »und ich werde derjenige sein, der Sie zugrunde richtet.«

Der Künstler nahm die Hände Louis' und Ginevras und legte sie zusammen. »Werdet ihr euch heiraten, meine Kinder?« fragte er mit rührender Einfachheit. Beide senkten die Augen, und ihr Schweigen war das erste Geständnis, das sie einander machten.

»Also,« fuhr Servin fort, »ihr werdet glücklich werden, nicht wahr? Und gibt es etwas, was das Glück zweier Wesen, wie ihr seid, aufwiegt?«

»Ich bin reich,« sagte Ginevra, »Sie werden mir erlauben, Sie zu entschädigen . . .«

»Mich entschädigen? . . .« rief Servin. »Wenn man erfahren wird, daß ich das Opfer von Verleumdungen irgendwelcher Törinnen gewesen bin, und daß ich einen Flüchtling verborgen gehalten habe, dann werden mir ja alle Liberalen in Paris ihre Töchter schicken! Und vielleicht werde ich dann Ihr Schuldner sein . . .«

Louis drückte seinem Beschützer die Hand, ohne ein Wort hervorbringen zu können; schließlich sagte er in gerührtem Tone: »Ich werde Ihnen also all mein Glück zu verdanken haben.«

»Seid glücklich, ich füge euch zusammen,« sagte der Maler in komisch salbungsvollen Ton und legte seine Hände auf die Köpfe der beiden Liebenden.

Dieser Künstlerscherz machte ihrer Rührung ein Ende. Sie sahen sich alle drei an und lachten. Die Italienerin drückte Louis heftig und mit einfacher, ihrer heimatlichen Sitten würdiger Gebärde die Hand.

»Aber, Kinder,« begann Servin wieder, »wenn ihr glaubt, daß all das nun glatt nach Wunsch gehen wird, dann täuscht ihr euch.«

Die beiden Liebenden blickten ihn erstaunt an.

»Seid davon überzeugt, daß ich der einzige bin, der mit euerm Streich einverstanden ist! Frau Servin ist ein wenig ›altmodisch‹, und ich weiß wirklich nicht, wie wir ihr das beibringen werden.«

»Ach, mein Gott, ich vergaß ja,« rief Ginevre, »daß morgen Frau Roguin und Lauras Mutter Sie aufsuchen wollen . . .«

»Ich verstehe!« unterbrach sie der Maler.

»Aber Sie können sich rechtfertigen«, fuhr das junge Mädchen mit einer stolzen Kopfbewegung fort.

»Herr Louis«, sagte sie und sah ihn mit schlauem Gesicht an, »wird doch keinen Widerwillen mehr gegen das königliche Regiment haben? Nun,« fuhr sie fort, als er lächelte, »morgen werde ich ein Gesuch an eine der einflußreichsten Persönlichkeiten im Kriegsministerium einreichen, an einen Mann, der der Tochter des Barons di Piombo nichts abschlagen kann. Wir werden für den Major stillschweigend Pardon erhalten, denn den Rang eines Obersten werden ›sie‹ ihm nicht zuerkennen wollen. Und Sie,« wandte sie sich an Servin, »Sie werden die Mütter meiner wohlwollenden Mitschülerinnen verblüffen, wenn Sie ihnen die Wahrheit sagen.«

»Sie sind ein Engel!« rief Servin.

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