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Unsere Freunde

Edmondo De Amicis: Unsere Freunde - Kapitel 15
Quellenangabe
typefiction
authorE. de Amicis
titleUnsere Freunde
publisherHermann Costenoble
addressJena
printrunZweite Auflage
year1895
translatorDr. R. Teuscher
illustratorG. Amato, G. Colantoni, J. Farina, D. Paolocci, E. Ximenes, G. Peunasilico
correctorhille@abc.de
senderwww.gaga.net
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Die Verwandten unsrer Freunde.

Die Verwandten unsrer Freunde! Sobald wir nur daran denken, sehen wir eine Woge von Leuten uns entgegenkommen, wie bei der plötzlichen Eröffnung des Wartesaales einer großen Station: eine Menge alter Herren mit Brillen, eleganter Damen, junger Herren mit Cylindern, grauhaariger Mütter, Mädchen, alter Ehepaare, alles bekannte Gesichter. Sie gehen schnell an uns vorüber und schicken uns ein wirres Rufen von Grüßen, Vorwürfen, Klagen, freundlichen und unartigen Worten zu, die uns die Sprache rauben, die wir von tausend lieben und unangenehme Erinnerungen überwältigt, voll Gewissensbisse, Scham und Zärtlichkeit sind, ungewiß, ob wir uns über dieses Zusammentreffen freuen oder beklagen sollen.

Einen wie großen und wie verschiedenen Antheil haben doch an unsern Freundschaften die Verwandten unsrer Freunde gehabt!

Sagen wir, einer gewissen Zahl unsrer Freunde, denn viele derselben gehören zu jener seltsamen Art der einsamen Freunde, deren Familie und Wohnung, sowie Alles, was ihre Verwandtschaft, ihr Leben als Ehemänner oder Söhne betrifft, für immer ein Geheimniß bleibt. Wir wissen in der That nicht, ob man von den Freunden nicht dasselbe sagen sollte, wie von den Frauen: daß man sie am liebsten ohne Verwandte nehmen sollte, denn die einsamen Freunde stellen uns das Problem der Freundschaft am einfachsten und schärfsten auf. Es ist schon so schwer, sich die Freundschaft eines Mannes zu erhalten, und natürlich viel schwerer, der Freund eines ganzen Hauses zu bleiben.

Die Verwandten unsrer Freunde! Da eilt unser Gedanke eilig zu unsern Jugendjahren zurück. Die ersten Verwandten von Freunden, die uns zu denken gaben, waren deren Schwestern. Wie umschmeichelten wir doch in der Schule den Bruder jenes göttlichen Kindes von zwölf Jahren, welches wir jeden Sonntag beim Herauskommen aus der Messe erblickten, von dem wir jede Nacht träumten, mit Seufzern der ersten Liebe. Mit welcher Aufmerksamkeit achteten wir auf seine Gesten und Worte, athmeten wir den Geruch seiner pomadisirten Haare ein, nahmen jede unbedeutende Nachricht, die er aus seinem Hause brachte, wie eine geheimnißvolle Offenbarung auf und suchten selbst in seinen Kleidern einen Hauch seines Engels von einer Schwester. Als wir dann fünfzehn Jahre alt wurden, beschäftigten andre Schwestern unsre Gedanken, erwachsene oder erwachsende Mädchen, die wir durch die Thüröffnungen erblickten, wenn wir die Freunde zu einem Spaziergang auf's Land abholten, oder die im Morgenkleid lachend durch's Zimmer liefen, was uns die erste Meile Wegs über nachdenklich machte. In der Jugend bringen die Schwestern fast immer ein wenig Poesie in unsre Freundschaften: Der Freund des Bruders gewinnt leicht ihr Wohlwollen, denn er läßt sie an einen Gatten denken, und es giebt viele blaue Romane, wo der leidenschaftlich Liebende der Jugendfreund des Bruders des Mädchens ist, dem er schluchzend die Gewalt seiner Liebe vertraut. Sie sind eine Art Wahlverwandte und mögen uns gern gegen die üble Nachrede ihrer Brüder vertheidigen, denn von uns kennen sie nur die guten Seiten, von ihren Brüdern aber auch die schlechten. Oft sind sie auch unsre einzigen Verbündeten, ohne daß wir es wissen, die Einzigen von der Familie, welche, wenn wir mit allen Andern gebrochen haben, uns beim Begegnen auf der Straße noch einen freundlichen, aber traurigen Blick schenken: so geschieht es, daß sie oft in unserm Herzen eine heftige Neigung wecken, welche nach Liebkosungen und Küssen dürstet. Wie zahlreich und wie ähnlich oder unähnlich ihren Brüdern treten sie wieder vor unsern Geist! Ätherische, liebliche Gestalten, wie die Jungfrauen Fra Angelico's; Schwestern von dummen, rohen Burschen, welche, um ihre Allmacht im Hause zu zeigen, sie in unsrer Gegenwart mit einer Grobheit behandelten, die uns aufbrachte und uns zugleich einen angenehmen Vorwand lieferte, sie mit freundlichen, mitleidigen Augen zu betrachten; kleine Teufelsmädchen mit funkelnden Augen, in denen man alle Bosheiten und alle Fehler des frühreifen Bruders errieth; große magere Fräuleins, für die wir noch zu sehr Kinder waren und die uns durch Nichtachtung und Spott auf's Schnödeste demüthigten; lustige, zutrauliche, jungenartige Mädchen, getreue Abbilder ihrer Brüder, mit denen wir nach der ersten Bekanntschaft kameradlich vertraut wurden, so daß wir nicht an Liebe dachten.

Viele derselben haben wir durchs Leben verfolgt, oder später ihre Geschichte erfahren: Geschichten von verfehlter Liebe, einsam und unglücklich durchlebter Jugend, unbegreiflichen Heirathen, seltsamen Veränderungen des Äußern und des Gemüths. Einige sehen wir auch von Zeit zu Zeit wieder: eine Mutter von acht Kindern, die sich nur noch mit Examen's und Schulprogrammen abgiebt; eine andre, die noch in der Blüthe ihrer zweiten Schönheit steht und in uns alle Gefühle wieder erweckt,

die sie uns zuerst eingeflößt hatte; endlich einige kränkliche, melancholische Mädchen, welche nach der Zerstreuung der Familie bei ihrem Bruder ein beschränktes, eintöniges Gouvernantenleben führen müssen. In diesem Wiedersehen, diesen Erinnerungen an die erste Jugend, an das Elternhaus, an unsre kindlichen Sympathieen und Neigungen findet sich zuweilen unter dem Lächeln eine sanfte, gedankenvolle Traurigkeit ein, die unversehens unter uns eine verwandtschaftliche Vertraulichkeit entstehen läßt, eine Freundschaft, welche viele Jahre dauern wird, begleitet von dem leichten, fast unmerklichen Erzittern eines Gefühls von andrer Art.


Von Vätern haben wir eine lange Reihe gekannt, weiß- und grauhaarige, mit Perücken, bucklige, kerzengerade, dickleibige, mit

weißem Cylinder, mit einem Sammetmützchen, mit der Feder hinter dem Ohr, mit segelartigem Hemdkragen, und unter den entferntesten, fast verschwundenen sehe ich noch das wüthende Gesicht eines magern, alten Männchens, der meinen Herzensfreund im Billardzimmer abfaßte und mit Fußtritten hinausjagte, nachdem er auch mir die Faust vor's Gesicht gehalten hatte. In unsrer Jugend haben wir mit allen diesen in Beziehung gestanden und noch summen uns eine Menge von Rathschlägen und Ansichten über das Leben und die Studien in den Ohren, welche sie uns mit langsamer, lauter Stimme vortrugen, während sie mit den Fingern in der Tabaksdose forschten und wir und ihre Söhne uns verstohlen von der Seite ansahen, voll Ungeduld, die Treppe hinunter springen zu dürfen. Größtentheils machten sie uns ein freundliches Gesicht, aber immer mit ein wenig Mißtrauen, und blickten uns forschend in's Gesicht; denn sie begriffen alle sehr wohl, daß der Freund des Sohnes der natürliche Feind der Autorität und ein geheimer Begünstiger der Empörung ist. Arme Betrogene! Alle ihre Fragen und Nachforschungen prallten wie papierene Pfeile von der diamantenen Maske unsrer feinen, jugendlichen Heuchelei ab. Die Erinnerung an viele von ihnen bereitet uns noch Gewissensbisse: kindliche Unarten, zu denen wir mitgeholfen, schlechte Streiche, deren indirekte Ursache wir waren, kleine häusliche Streitigkeiten, zu denen wir beigetragen hatten, spöttisches Lachen, das wir hinter dem armen väterlichen Rücken her schickten, wenn er, von Kälte erstarrt, in ein graues Tuch gewickelt zur Morgenandacht ging. Jetzt sind viele davon aus der

Welt verschwunden; mehr als Einen haben wir auf dem Todtenbett gesehen, mit dem ruhigen Antlitz eines schlafenden Arbeiters, während der Sohn an unsrer Schulter lehnte und schluchzte. Jetzt sehen wir freilich die Väter unsrer Freunde von einem ganz andern Gesichtspunkt; jetzt, wo ihre Vaterschaft zu Ende geht, studiren wir die Zukunft der unsrigen, welche beginnt. Jeder von ihnen bildet gleichsam einen lebenden Kommentar eines unsrer Freunde; einige sind treue Abbilder ihres Sohnes, wenn er alt sein wird, an denen wir, wie in einem Spiegel, deutlich erkennen, was unser Freund in dreißig Jahren sein wird: seine gegenwärtigen Fehler werden sich vergrößert haben, neue mit der Zeit hinzugekommen sein. Andre sind liebenswürdig und von edlem Ernst, die Söhne aber im Vergleich elend abgefallen; es giebt auch gedankenlose, hohlköpfige Greise,

denen gegenüber der würdige, gebildete Sohn unsre hohe Achtung erwirbt, denn er verdankt Alles der Kraft seines eignen Willens und dem angeborenen Adel seines Herzens. Es giebt auch furchtsame und traurige Väter, in deren Gesicht man eine lange Geschichte von übel vergoltenen Opfern lesen kann, und die rauhen Manieren des Sohnes enthüllen uns ein kaltes, gemeines Gemüth unter der erheuchelten Liebenswürdigkeit des Freundes. Ein Andrer ist durch die Gicht an seinen Lehnstuhl gefesselt und schon seinem Ende nahe, und wir fühlen Gewissensbisse, wenn wir des Abends seinen Sohn zu einem Feste abholen; wir denken voll Traurigkeit, daß vielleicht eines Tags unser Alter und unsre Krankheit unsre jungen, gesunden Kinder nicht davon abhalten werden, uns allein zu lassen, wenn ihre Freunde sie abholen werden. Aber der Väter sind nur noch wenige übrig, ihre Schaar verdünnt sich von Winter zu Winter, und in wenigen Jahren, wenn in vertrautem Freundeskreise bei einer melancholischen Abendunterhaltung die zwei süßen Worte »mein Vater« ertönen werden, dann werden sie in uns nur noch ein Bild von alten gekrümmten Männern erwecken, die auf einer geraden, undeutlichen Straße dahinziehen, und sich, schon fast ganz vom Nebel verborgen, von Zeit zu Zeit umdrehen, um uns mit der Hand zu grüßen.

Jetzt ziehen hundert andre Gesichter an uns vorüber, eine Prozession von Frauen, jung und alt, in Sammet und Leinwand gekleidet, wunderbar verschiedene Gesichter von Matronen, Krankenwärterinnen, Modistinnen, Dichterinnen, tyrannischen Lehrerinnen und Madonnen von den sieben Schmerzen; darunter erkennen wir sogleich einige Mütter unsrer zwölfjährigen Freunde: liebliche Gesichter, die wir eines Tags – wie lange ist es her – von Freude glänzen sahen; es war bei einer festlichen Preisvertheilung. Es gab aber auch strenge Gesichter von argwöhnischen Müttern, die uns die Thüre wiesen, als gefährlichen Freunden für die Unschuld ihres kleinen Heiligen, der doch der Lehrer aller Übrigen war; ferner andre, gute Mütter, voll Eifersucht gegen die Schulfreunde ihrer Söhnchen, die mit zusammengepreßten Lippen zu uns sprachen und uns fortwährend mit scharfen Augen musterten; auch junge, leichtsinnige Mütter, welche in Seide an uns vorbeirauschten, wenn wir in ihrem Hause die Schularbeiten machten, uns zerstreut grüßten und ein feines Parfüm zurückließen. Hinter diesen erscheinen andre, die wir später kennen lernten, als wir schon in die Gesellschaft eintraten, schöne Damen in mittleren Jahren, welche uns einige Zeit lang ein undeutliches Gefühl einflößten; wir errötheten darüber unserm Freund gegenüber, wie über einen ruchlosen Verrath; geschminkte, affektirte, kalte Mütter, welche uns neben ihren wackern, ernsten Söhnen nicht ganz verhüllten Widerwillen einflößten, was sie zu unsern Todfeindinnen machte.

Aber die Mehrzahl hat uns ganz andre Erinnerungen hinterlassen. Einige waren uns wie Freundinnen: gute, liebevolle, einfache Wesen, welche uns beim Weggehen den Sohn empfahlen, wenn wir ihn abholten, uns um Nachrichten oder Urtheile über ihn baten, wenn es diese nicht hörten, uns Sorgen und häusliche Nöthe anvertrauten, wie sie es mit einem alten Freunde des Hauses gethan hätten. Arme Mütter! Sie haben einen so hohen Begriff von unsrer Freundschaft, denn sie kennen nicht das ganze Elend, die ganze Grimmigkeit unsrer Eitelkeit. Auch um ihretwillen fühlen wir Gewissensbisse. Mehr als eine hat geweint, als wir auf ungerechte, rohe Weise mit ihrem Sohn gebrochen hatten, ihre Kniee zitterten, als sie uns auf der Straße begegnete. Mehr als einer haben wir unter dem Vorwand einer Landpartie des Morgens früh den Sohn aus dem Hause geholt, um ihn zu einem Duell zu begleiten, und der freundliche Gruß »Viel Vergnügen«, den sie uns durch die halbgeöffnete Thür nachrief, drang uns wie ein Dolchstich in's Herz. Arme Mütter! Einige haben uns niemals mehr verziehen. Aber auch ihre Erinnerung ist uns lieb. Der Meisten erinnern wir uns nur noch dunkel. Eine nach der Andern haben sie aufgehört zu lieben und zu dulden. Von Zeit zu Zeit erhielten wir einen schwarzumrandeten Brief aus einer fernen Stadt und lasen darin ihre Namen: der Name erinnerte uns an ein freundliches Gesicht, eine Ecke im Salon, ein Arbeitstischchen, an manche vertrauliche, angenehme Unterhaltung, die wir seit Jahren vergessen hatten. – Wieder ein Freund hat das schreckliche Lebewohl gesagt. Nun sind wir allein. Wir können uns trennen, beleidigen, schlagen – sie sind nicht mehr da, um zu weinen und zu zittern. Wir wollen lieber freundlicher gegeneinander sein und uns besser behandeln, als bisher, damit sie in Frieden ruhen können.

 

Nun kommt noch die letzte der Erscheinungen, die mannigfaltigste und lebhafteste von allen, die Frauen der Freunde, ein Gemisch von blonden und brünetten, mit Federn und Blumen verzierten Köpfen, ein Funkeln von blauen, braunen und grauen, liebevollen und boshaften, lächelnden, stolzen, thränenreichen und einfältigen Augen und ein Stimmengewirr, aus dem man alle Töne der geflügelten Welt heraushört. Zunächst erinnern sie uns an schwarze Tage, wo uns täglich eine neue Heirathsanzeige das Herz durchbohrte, in jener Zeit des Lebens, wo die Hagestolze ihre Freunde verlieren, wo sie traurig allein im Wirthshause zu Mittag essen, nachdem sie umsonst den vorübergehenden, verheirateten Freund dringend eingeladen haben. Einer nach dem Andern fielen diese Dummen, diese Feiglinge in das verhaßte Netz, nachdem sie es so lange verspottet und verachtet hatten. Die Wuth, von diesen Verräthern an der Freundschaft allein gelassen worden zu sein, ließ uns zuletzt wünschen, sie möchten nur Täuschungen und Schmerzen da finden, wo sie ihr dummes Glück suchten. Und welche seltsame Galerie von Frauen haben sie zusammengebracht! Die Einen von den Damen sind argwöhnisch und übelgesinnt, weil sie in jedem Freund ihres Mannes einen Genossen seiner früheren Ausschweifungen vermuthen, der ihn wieder verführen will; darum ist ihre Aufnahme kalt, zurückweisend. Dann giebt es kleine Nonnen, welche in den ersten Monaten bei jedem neuen Gesicht in Verwirrung gerathen, als ob jeder Freund des Gemahls nothwendiger Weise der Liebhaber der Frau sein müßte und jede günstige Gelegenheit ergreifen würde; ferner seltsame, unruhige Gestalten, über welche unsre genaue Bekanntschaft mit dem Gatten uns tausend wunderliche Dinge phantasiren läßt, so daß wir in ihrer Gegenwart nachdenklich werden; dann giebt es auch noch schöne, aber unkluge Wesen, welche uns auf den Gedanken bringen, eine Abhandlung über den Einfluß der Füßchen auf die Freundschaft zu schreiben. Ja, in der That, ein eignes Kapitel sollte der Mimik eines Füßchens gewidmet sein, welches eine Spanne über dem Boden schwebt und eine Bewegung von oben nach unten macht, wie das Kinn eines Fragenden, als sagte es: »Bist Du ein Freund meines Mannes?« Dann folgen zwei horizontale Bewegungen, welche bedeuten mögen: »Ich glaube es nicht.« Dann ein leichter Schlag auf die Diele, wie um zu sagen: »Wir werden sehn.« Dann beschreibt es einen Kreis in der Luft, wie um anzudeuten, auf diese Weise werde man uns den Kopf verdrehen, und zuletzt folgt ein schwingender Stoß, wie ein Lachen, ein triumphirender, ironischer Ausruf: »Wie leicht zerstört man die Freundschaft mit einem Füßchen!« O, über die lange, kalte, feige Heuchelei, die schurkischen Händedrücke, die Judasküsse, mit noch von den Genüssen des Verraths zitternden Lippen ertheilt, die schlecht unterdrückte Stimme des Gewissens, die eine Blutwelle zur Stirn empor treibt!

Einige trennen die Freunde vom Gatten mit dem Füßchen, Andre nehmen uns seine Freundschaft durch eine lange, hartnäckige Arbeit von übelwollenden Rathschlägen, die aber auch das Füßchen eingegeben hat, aus Wuth, nicht bemerkt und verstanden worden zu sein. Andere strafen im Freunde des Gemahls die Beleidigungen von dessen Frau; sie trennt

Beide durch heimliche, feindliche Machinationen. Es giebt aber auch mehr als Eine, die uns dem Freunde unwillkürlich näher bringt, wir lieben ihn aus Mitleid für sein Unglück, aus aufrichtiger Bewunderung für die Schätze von Herzensgüte und Geduld, die die Ehe bei ihm an den Tag gebracht hat. Aber mitten aus der Menge kommt uns eine Gruppe entgegen, lächelnd, mit der weißen Fahne der Freundschaft, mit liebenswürdiger Anmuth und einem Ausdruck von Wohlwollen, welcher Küsse auf ihre Hände regnen läßt. Das sind die klugen, liebenswürdigen Frauen, welche unsre Freundschaft verstehen und uns unsre Freunde ganz überlassen. Diese geben gute Rathschläge, deren freundliche Worte, besänftigen Zwistigkeiten, vertheidigen den abwesenden Freund, verzeihen Nachlässigkeiten, bedauern Trennungen, erinnern an die abwesenden Freunde. Heil Euch, Freundinnen unsrer Freunde, unsre Schwestern im Geist, freundliche, höfliche Wirthinnen, anmuthige Schützerinnen der Freundschaft! Möge diese eines Tags den Herzen Eurer Söhne ihre edelsten Tröstungen spenden!

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