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Uns Herrgott up Reisen / 1

John Brinckman: Uns Herrgott up Reisen / 1 - Kapitel 17
Quellenangabe
typenarrative
booktitleWerke II
authorJohn Brinckman
year1964
publisherHinstorff Verlag
addressRostock
titleUns Herrgott up Reisen / 1
pages95-242
created20060601
sendergerd.bouillon
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Dat sœbenteihnst Kapitel

Worin dat verklort ward, worüm de drei ihrlichen Handwarksburßen nah den Möllnschen Kirchhoff hentau wullen un wat sei dor vörhadden. Wo sei sick nahsten glücklich unnen an de Landstrat nach Mölln tau vörbi sungen an den bewußten Jemand, de sei girn dat Gnick dorför afdreigt hadd, hadd de leiw Gott baben von den Barg tau sei nich nahkäken un en gnädiges Og nah sei henslahn hatt.

»Dat is man gaut«, säd dunn de leiw Gott tau de drei Handwarksburßen baben up den Barg un sach sei fründlich an, »dat ji dor noch so gnädig von afkamen sid; dicht genaug doran vörbi schrammt sid ji, dat sall wohr sin, un dat ji juch dor so klauk sülben von afhulpen hewwt, dat ward juch woll kein Minsch nich verdenken. Man dat ji de drei Wittfrugens nich glik in de iersten Dag', as sei ehr Angelhakens mit dat Eierrühr un de Spickaal nah juch utsmiten deden, reinen Win inschenkt hewwt, so dat sei fuurtst von juch afleten, dat is un blifft jug Schuld; wüßt hewwt ji dat all recht gaut, wat juch de Extrakost, de ji dor krägen un genaten hewwt, nich taustünn, un dorüm schad't juch dat ok nich, wenn de Burmeister dor achter juch mal eins von den Stadtdeiner Twachtmann hett ümschichtig behandeln laten, sall ok de Gerechtigkeit nie nich so blind wäsen, dat sei sick sülwst belüggt un dat Gesetz utleggt as de Deif dat Min un dat Din. Wat du mi œwer noch nich seggt hest, Bunzlauer, dat is, wat dit all mit Ulenspeigeln dor up den Möllnschen Kirchhoff tau daun hett.«

»Ei ja doch«, säd dorup de Bunzlauer, »freilich, liebes Herrle! Schauen S', haben mer das aber ausgeheckt, as der Schmalhans von Twachtmann dahinten oben uf das Rathaus uns das Brot gebracht und das Wasser dazu vergessen hat und mer drei auf das Tellereisen gesessen hoben. Was der Berliner do seind will, hat der aber a Kopp! Der hat den Anschlag gehobt zu das Meisterstück, das mer da angefertigt hoben. Daß mer die Wanderbücher wieder kriegen gemußt, das wird woll unsern lieben Herrgott sein Will so gewesen seind, daß mer aber nu zu den Dill sein Grab wallfahrte und daß mer den Dill habe leben lasse, immer fidel und keinen Rand nich um 'n Hut – schauen S', der Spatz ist flügge geworden unter den Schlösser sein Dack da. Kriegen mer 's Meisterstück hübsch fertig, hat der gesagt, und kommen mer mit heiler Haut ab von die drei Wittfrugens, da wollen mer auch hingehen, wo der Dill unter 'n Stein liegt, alldieweil die Geschicht so pudelnärrisch seind wird und zum Lache für unsere eigenen Mütter ihre Kindeskinder, und schlage da jeder a Nagel ein in den alten Lindenbaum, der da stehn dut, nach 's alte Herkomme von das G'werk, das uf die Wanderschaft an Eulenspiegeln sein Grab vorbeikomme mag; zum Gedächtnis von uns drei armen ehrlichen Handwerksburschen, und daß mer drei auch einmal dagewesen seind.«

»Der Deixel hol, soll das aber sein!« sett't de Schlösser dunn noch hentau, langt in de Tasch, halt dor drei halwe Brettnagels ruter un wieste de den leiwen Gott.

Dunn gung œwer den leiwen Gott sin Gesicht wedder en recht fründlichen Schin, un dunn säd hei: »Na, denn gaht man hen un daut, wat ji nich laten kœnt; man vergät't dat nich, de drei Nagels ok recht deip in de Bork von den Bom rinne tau slahn, dat anner Lüd, wenn sei sick up Ulenspeigeln sinen Graffstein mal dal setten süllen un sick unverwohrens mit ehren Rüggen an den Stamm von den Bom anlähnen willen, dor nich mit ehr Kittels an fasthacken möten un in Gefohr kamen, sick en Lock dor in tau riten, wenn sei wedder upstahn willen. Un denn nähmt mi man leiwer nich den Düwel sinen Namen so väl un so lichtsinnig up jug Tung. De hett œwerall sin Spill, un ji kœnt nich weiten, as ick juch all seggt heff, wat hei nich ünnen an de Landstrat achter den negsten Duurnbusch sitten deit, as en Voß, de up de Gössels lurt.«

Dorup verafscheidten sick de drei Handwarksburßen von den leiwen Herrgott un stegen den Barg an de anner Sit dal, wo de oll Düwel noch ümmer up den Graswrausen huken ded. As sei den Barg half dal wäsen deden, dunn sach de leiw Gott, de sei wollgefällig nahkek, wil sei so in ehren Herrgott vergnäugt wäsen wiren un sick vör em ok up kein Falsch nich hadden bedrapen laten, wat sei en Ogenblick still stunnen un sick ehr korten Stummels wedder anpinkerten. Sei wiren nahst œwer den Barg noch nich ganz dal wäsen, dunn hadden s' ok all den leiwen Gott sin Mahnung von wägen den Düwel vergäten hatt, dat was dunn all wedder ut dat annere Uhr ruter, un dunn fungen sei wedder an so hell tau singen, dat dat bet baben nah den Barg, wo de leiw Gott stunn un sei nahsach, rupper klüng:

»Der Deibel der sproch: Schpohß muß seind!
Tralla tralla tralla!
Zur Höllen stieg er da hinein.
Tralla tralla tralla!
Mit ihren Hexen saß allda
Den Deibel sein Frau Großmama.
Tralla tralla tralla
Tralla titiralla!«

Dunn schüddt de leiw Gott mit sinen Kopp un säd tau sick: »Segg ick dat nich! De unklauken Krœtendingers de! Minen Rat nähmen sei ümmer am wenigsten an, sünd sei dor ok vullstännig von œwertügt, dat hei gaut un dat einzigste is, wat sei helpen kann!«

De Düwel unner den Duurnbusch was œwer mit eins mächtig hellhürig worden un würd so giftig utseihn as Post un Stäkappel un Vagelkirschen. De reisenden Handwarksburßen wiren mitdes bet dicht an den Duurnbusch ranne, dunn sett'ten sei wedder an:

»Er trat zu ihr heran und pfiff,
Tralla tralla tralla!
Die Ofengabel er ergriff,
Tralla tralla tralla!
Schlug ihr damit das Auge ein
und rief dazu dann: Spohß muß seind!
Tralla tralla tralla
Tralla titiralla!«

Hadd de Düwel nu man blot sinen Willen kriegen kunnt, denn was hei jo nu ok glik up de drei Handwarksburßen losfohrt un hadd dat mit sei all drei up de Städ so makt as mit de oll Hex, de hei noch in Jütland mit ehren Buck achter den Tun in den Sneidräwel hocken funn; man den leiwen Herrgott sin Blick de lagg as 'n güllen Schild üm de drei Handwarksburßen, un vör de füerigen Strahlen kreg de oll Düwel dat mit sonne Angst un Bangen, dat hei in sick tau ne Adder tausamen schrumpen ded, von den Graswrausen dal fallen ded un sick dor tausamen wünn un so lütt maken ded, as sick dat daun let, un dor so still lag, as was hei gor nich dor. Un so kammen denn Bruder Bunzlauer un Konsorten glücklich an em vörbi up de Landstrat nah Mölln tau un up ehr Wanderschaft nah Ulenspeigeln sin Graff, ahn den Düwel tau seihn, un sei wiren ok noch kein twintig Schritt an em vörbi, dunn fungen sei wedder an tau juchen un tau krieschen, smeten de afgräpen Püttels in de Luft un fungen sei wedder up un schrigten dortau: »Immer fidel un ka Rand nich um 'n Hut! Der Dill soll leben, vivat hurra!« Un dorup fat'ten sei sick rund üm un küßten sick wedder, un as sei nahst in muntern Schritt wider güngen, dor kunnen sei dat jo nu nich laten, dunn so süngen sei noch einmal lustig los:

»Und als er drauf zum Blocksbarg ritt,
Tralla tralla tralla!
Nahm er das jüngste Hexlein mit.
Tralla tralla tralla!
Die Alte hört nicht auf zu schrein –
Ja, sprach der Teufel, Schpohß muß seind!
Tralla tralla tralla
Tralla titiralla!«
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