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Anna Croissant-Rust: Unkebunk - Kapitel 13
Quellenangabe
typefiction
booktitleUnkebunk
authorAnna Croissant-Rust
year1921
firstpub1921
publisherGeorg Müller
addressMünchen
titleUnkebunk
pages398
created20131207
sendergerd.bouillon@t-online.de
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»Was ist nur eigentlich heute auf diesem Trifels los, er ist ja rein wie verzaubert! Der reine Hörselberg, alles liebt, aber alles ist verzweifelt, alles läuft allein, in Kummer und Weltschmerz, oder sucht die Einsamkeit und sieht gar nichts von diesem köstlichen Herbstbild,« sagte die Gouverneurin zu Hertwig.

Auch sie war nicht bei der Gesellschaft auf den Bänken bei Wein und Kaffee geblieben, sondern hatte auf eigene Faust Kreuzzüge kreuz und quer unternommen, da sie malte und sich lebhaft für alle Ausblicke und Durchblicke interessierte. Man war das von ihr gewöhnt, und niemand kümmerte sich weiter um sie, da man wußte, daß sie es nicht wünschte. So war sie auf Hertwig gestoßen, der auf einem Felsblock saß, einen Brief in der Hand hielt und vor sich hinstierte.

Er sprang so rasch auf, daß ihm der dicke Brief entfiel, und er in Verlegenheit die zerstreuten Blätter erst wieder sammeln mußte.

»Bleiben Sie nur sitzen, Hertwig, ich setze mich ein bißchen her zu Ihnen. Sagen Sie mir, woher kommt's, daß heut alles so verzaubert und verändert ist? Ist das immer so bei den Partien des Kasinos, die ich fast nie mitgemacht, oder entsteht diese sonderbar elegische Mischung nur, wenn die musikalischen Vereine mittun, oder macht es die Luft dieses Berges? Zuerst traf ich Röder mit seiner Braut, Jutta weinte, dann traf ich ihre Schwester Eva – paradise lost – der Adam hatte sich entfernt, ehe wir auf der Höhe des Trifels waren, und sie irrte allein und traurig umher; ich versprach ihr zum Trost le joli tailleur – sehen Sie, ich weiß auch das schon – zu schicken, wofür sie mir die Hand küßte und mir beinahe zu Füßen gefallen wäre. Weiter oben kam ich gerade dazu – ich sage das nur Ihnen und verlasse mich ganz auf Ihre Diskretion – als Kofler Stella, den Stern der Garnison, Stella, die weinte, 178 ritterlich vor meinen Augen zu verbergen suchte! Und nun sitzen Sie hier, Ihre Augen sehen zwar nicht aus, als ob Sie geweint, aber als ob Sie beinahe geweint hätten. Geht Ihr denn alle hierher, diese Lustpartie zu machen, um Euch auszuweinen? Getraut Ihr Euch das nur, entfernt von der Garnison zu tun, damit es nicht etwa durch Frau Berger und Konsorten weiter kolportiert wird?«

Die stattliche, blonde Frau hatte scherzend gesprochen, aber ihre großen, blaugrauen Augen waren fest und scharf auf Hertwig gerichtet. Da Hertwig sich noch nicht wieder gesetzt, und die beiden neben einander standen, sah man, daß sie fast gleich groß waren. Noch immer hatte er die losen Blätter in der Hand und wußte nicht, was damit beginnen, noch immer hatte er nicht geantwortet.

»Exzellenz, wir tragen eben alle unser Päcklein Elend aus der Garnison mit da herauf, und wenn man dann von allem losgelöst ist, was einem da unten doch immer noch zusammenhält, so können eben alle Sorgen und Kümmernisse in die Höhe kommen.«

»Das verstehe ich nicht! Wenn man so hoch steigt und die Weite sehen kann, Felder, Wälder und Dörfer unter sich hat, müßte man alles abschütteln können, meine ich, müßte sich stark fühlen, sich sagen: Ich zwinge alles, meine Sorgen sind nichts . . . wenigstens ich bin so . . . Es gibt auch andere, auf die die Freiheit in anderer Art erhebend wirkt, hören Sie? Da oben wird gesungen: ›Denn so wie du‹, also auch Munterkeit und Geschmack an der rechten Stelle sind vorhanden. Nun wird Hauptmann Blumhard noch den ›song‹ arrangieren: ›Wer hat dich du schöner Wald‹, und Leutnant Greiner wird ›Im tiefen Keller‹ singen, die jungen Mädchen dagegen: ›Verlassen, verlassen, verlassen bin i‹. Ist das der Kunst und der Stimmung des Ortes nicht Rechnung getragen? Einmal war ich dabei, und 179 da verlief alles programmäßig auf diese Art. . . . Einige werden begeistert, andere getröstet heimgehen, manche werden trauern, wenn ein Adonis abgeschwenkt ist, oder sagt man ›hat‹? . . . Andere werden in Feuer und Flamme heimgehen . . . Ach ja, Feuerchen und Flämmchen. . . . ›Unkebunk‹! Auch das weiß ich durch die Güte des Majors; obwohl ich nicht viel ausgehe, bin ich doch stets wohlversorgt mit allen Neuigkeiten. So aus der Perspektive genossen, wirken diese Sachen alle viel reizender, das Störende fällt weg, nur das Drollige bleibt. So habe ich mein stummes Theater für mich . . . Kommen Sie, Hertwig, setzen wir uns, was sollen wir stehen? Es ist ein köstlicher Ausblick hier und doppelt köstlich, weil wir ihn allein haben können.«

Die Gouverneurin hatte Hertwigs Verwirrung gar nicht bemerkt, es fiel ihr auch nicht auf, daß er stumm neben ihr saß, sie war dergleichen bei ihm gewöhnt.

»Eigentlich hätte ich nicht mitgehen sollen, es verdirbt mir immer die Stimmung, wenn ich solch goldnen Tag mit dieser gemischten Gesellschaft teilen muß. Die Sonne war aber zu, zu schön und verlockte mich. Sehen Sie doch!« Sie zeigte hin über die buntscheckigen Täler, die heut so frisch aussahen, als seien sie neu gemacht für diesen Tag, nagelneu angestrichen worden. Es war wie ein übermütiges Rufen von Berg zu Berg.

»Nein, die Sonne! Diese Wärme für einen Oktobertag! Man wird ganz irr, es hat so etwas Betrügerisches, nicht? Man meint, jetzt müßten die schönen Tage angehen und könnten nie wieder aufhören. Deshalb brauchen Sie kein so mißmutiges Gesicht zu machen, das hat noch Zeit, wenn die Nebeltage über die Festung gehängt werden; dann können wir wieder wie die Blindschleichen herumkriechen.«

»Aber dann gehen Exzellenz ja fort und überlassen uns unserm grauen Schicksal.«

180 »Ist's denn weniger grau, wenn ich bleibe?«

Exzellenz hatte sich weit gegen die Böschung zurückgelehnt und ihren Arm auf den Grasrain gelegt. Die Füße, schmale, sehr wohlgeformte, wenn auch nicht kleine Füße mit hohem Reihen lagen gekreuzt, ihre schön geformte Brust wölbte sich straff in der raffiniert einfachen, weißen Flanellbluse. In dieser Stellung sah ihre Figur mit dem kurzen Oberkörper, den sehr schlanken Hüften und langen Beinen ungemein vorteilhaft aus. Unter dem Panamahut schimmerte das seltene Dunkelaschblond ihrer weichen und reichen Haare. Von weitem gesehen mochte das Paar, das sich da auf einen Stein niedergelassen hatte, für ein Liebespaar gelten, besonders wenn man die sich etwas hinneigende Kopfhaltung der Frau sah und den gebeugten Oberkörper des Mannes, fast wie ein Liebespaar, das sich gezankt hat, oder bei dem der weibliche Teil der überlegenere, der führende war. Hätte Hertwig etwa sich in einer jähen Bewegung aufgerichtet und zurückgelehnt, wäre er unfehlbar in der Gouverneurin Arme geraten. Aber jähe Bewegungen oder rasche Entschlüsse waren nicht nach seiner Art, er müßte denn in irgendeine Empörung oder einen Zorn hineingetrieben worden sein, dann erst konnte er, reizbar, wie er im Grunde war, unerwartet in plötzliche Zornekstasen geraten, die aber noch lange Zeit eine Art bedrückter Beschämung in ihm zurückließen, wie wenn er zu viel von sich geoffenbart, sich prostituiert hätte.

In einer Art Beschämung saß er auch jetzt vor der schönen Frau. Er hielt noch immer die vielen Blätter dünnen, überseeischen Papiers in der Hand und konnte sich nicht entschließen, sie ohne weiteres in die Tasche verschwinden zu lassen.

Sie hatten ihm nichts Gutes gebracht, diese losen Blätter, und noch nie hatte er seine Ohnmacht und sein Gebundensein so stark empfunden wie eben. Die Nachrichten waren sehr trüb und forderten eigentlich ein rasches Handeln. Vielleicht hätte 181 ein Gewandterer und Entschlossenerer als Hertwig sich im Augenblick auch nicht in die Verhältnisse gefunden. Er hatte sich schon mit aller Gewalt bezwingen müssen, um sich nicht zu verraten und nur einigermaßen dem Gespräch folgen zu können. Immer wieder schossen ihm andere Gedanken, Sorgen, Pläne, Erwägungen durch den Kopf, immer wieder vergaß er auf Sekunden, wo er war und wer mit ihm sprach; die ganze Lage war ihm peinlich und quälte ihn. Plötzlich kam es ihm zum Bewußtsein, daß er noch nicht einmal geantwortet hatte, und sich überhastend kamen nun die Worte, als mache er dadurch sein langes Schweigen besser.

»O Exzellenz! Gewiß ist alles weniger grau, wenn Sie nicht fort sind! Und nicht bloß für mich, es ist ja das einzige, was wir haben – ›Freimaurer‹ nennt man uns ja, – Ihr Haus! Für mich, der ich den Vorzug habe, oft bei Ihnen sein zu dürfen, war das der einzige lichtstrahlende Punkt in dem Grau.«

»War, Hertwig? Ist er das nicht noch?«

»Aber gewiß! Exzellenz wissen, wie dankbar ich bin, was ich alles zu danken habe . . . wie mich das aufgerichtet, mir weiterhalf.«

»Hertwig, Sie verhaspeln sich, ich kenne Sie zu gut, Phrasen gelingen Ihnen nicht. Irgend etwas stimmt heute nicht bei Ihnen. Es ist, als ob ich in Ihrer Seele lesen könnte. Kann ich Ihnen mit gar nichts helfen, wollen Sie sich nicht mir anvertrauen? Ich weiß, Sie sind scheu und leicht verletzt, also auch schwer zugänglich; ich will mich keineswegs in Ihr Vertrauen drängen, aber« – sie legte ihm ermutigend die Hand auf die Schulter – »vielleicht könnte ich Ihnen doch helfen, vielleicht eher und besser, als Sie denken. Sie haben ja sonst keinen, so viel ich weiß.«

Hertwig hob den Kopf nicht, sprach auch nicht, weil sein Hals wie zugeschnürt war, er schüttelte nur ein paarmal den Kopf.

182 »Nicht? Das glauben Sie jetzt. Sie sind mutlos, traurig, was weiß ich. Ich aber bin unbefangen, hartnäckig, zäh, unerbittlich in Verfolgung eines Planes oder Zieles, eine echte Amerikanerin, Deutschland hat nicht abgefärbt, und ich will der Sache auf den Leib rücken, hören Sie, ich will. Daß es sich um diesen Brief handelt, den Sie in der Hand halten, und selbstverständlich um ein Ihnen teueres Wesen, ein Mädchen, das Sie liebt, ist doch außer Frage. Sie schütteln wieder den Kopf, reden Sie doch! Ich freue mich, wenn Sie mit mir darüber reden.« Sie hatte die Augen halb geschlossen und sah zwischen den Lidern nach dem Traurigen, der hilflos neben ihr saß, als gäbe es keinen, der ihm in dieser schweren Lage überhaupt beispringen könnte.

»Es ist kein Mädchen, das mich liebt, oder . . . ich weiß es nicht . . . es ist eine junge Freundin, die mir schreibt,« stotterte er.

»Und?«

»Sie ist jetzt bei Verwandten in der Provinz, sie hat niemanden mehr, nur eine Schwester ihrer Mutter in München, bei der sie auch zu Besuch war, als ich sie kennen lernte. Nun hat sie sich ganz mit ihrer Familie entzweit, zur Tante kann sie nicht mehr, eben wegen dieses Zwistes, das heißt, weil ihr Onkel es ablehnt, sie im Hause zu haben; die Tante möchte sie wohl nehmen, darf aber nicht« . . .

»Nun, und?«

»Man hat sie aus dem Haus gewiesen; es ist eine kleine Stadt, Exzellenz, in der ihre Verwandten leben, und die Ansichten meiner Freundin sind für die Leute unerhört; zudem möchte sie einen Beruf ergreifen, Musik studieren oder ihre Stimme weiter ausbilden. Das ist eine direkte Beleidigung für die Verwandten, die wünschen, daß sie bei ihnen bleibt, sie in ihren alten Tagen verwöhnt und pflegt, ohne weitere Aussichten für 183 sie, denn sie haben verheiratete Kinder. Allenfalls dürfte sie auf eine passende Partie dort warten. Vermögen hat sie nur ein kleines, sie kann also nicht einfach weggehen und ihr Studium beginnen . . . das schreibt sie mir heute alles . . . Sie können sich denken, wie sie in seelischer Not ist.«

»Wo ist sie jetzt? Noch im Hause dieser Pfahlbauern?«

»Nein, Exzellenz, eine Freundin, ich glaube, eine Institutsfreundin, hat sie aufgenommen, ist aber auch nicht in den Verhältnissen, sie länger zu beherbergen.«

»Und sie sucht nach einer Möglichkeit, sich weiter auszubilden, oder nach einer Stellung, oder was sonst?

»Sie ist noch zu erregt, Exzellenz, um Pläne zu machen, der Bruch scheint erst kurz gewesen zu sein, wahrscheinlich auf Grund eines Briefes von mir.«

»Glauben Sie, Hertwig, daß sie eine Stellung annehmen würde, ganz unverbindlich, nur einmal so probeweise?«

»Ganz sicher, Exzellenz, es wäre ja das einzige. Aber sie hat kein Examen, keine Empfehlungen, keine Protektion, nichts, nichts!« Die Rührung wollte ihm wieder bis in die Kehle steigen, darum schwieg er.

»Nun, nun keine Freunde! Sie hat doch Sie!«

»Aber was kann ich tun?« sagte Hertwig bitter, »ich bin ja ein armer Hund.«

»Hat das Fräulein Kenntnisse im Hauswesen, spricht sie Sprachen?«

»Sie hat das Hauswesen ihrer Verwandten geleitet und spricht das übliche ›Instituts-Französisch und -Englisch‹.«

»Sympathische Erscheinung?«

Hertwigs Kopf brannte wie Feuer. »Ja, sehr.«

»Haben Sie keine Photographie da?«

»Doch.« Er sprach und tat alles wie im Traume, wie in einer halben Hypnose, unter dem Einfluß ihres starken und 184 gebieterischen Willens. Es kam ihm ganz natürlich vor, daß er über all das sprach, ganz selbstverständlich, daß er seine Brieftasche herauszog, ihr die Photographie entnahm und sie ohne Bedenken, selbst ohne Befangenheit, ja eifrig überreichte. Trost wollte in ihm hochkommen, ein schwacher Schimmer von Hoffnung, daß er ihr, die so ernst auf diesem Bilde aussah, vielleicht helfen könne.

Die Gouverneurin nahm das Bild und betrachtete es lange. Ihre herben Züge mit dem etwas großen, leidenschaftlichen Munde wurden bei der langen Prüfung härter, und sie sagte kühl und abschätzend: »Ja, Sie haben recht, sympathisch ist die Kleine; ein kluger, energischer, etwas melancholischer Kopf. Niemand, der sich wie Wachs formen läßt, aber wenn ich nicht falsch sehe, ein enthusiastischer Mensch, nur sehr jung; wie alt?«

»Wenn ich nicht irre, zwanzig, einundzwanzig Jahre.«

»Stimmt mein Urteil?«

»Ich denke ja, nur gerade melancholisch ist das Fräulein nicht, wenigstens von keiner ausgesprochenen melancholischen Veranlagung.«

»Das meinte ich auch nicht. Der Grundzug ihres Wesens scheint mir nicht heiter zu sein. Immerhin – ganz unverbindlich – glauben Sie, daß das Fräulein zu mir gehen würde? Ich hätte Lust, sie zu engagieren. Danken Sie nicht, seien Sie nicht überwältigt! Wozu? Weshalb? Ich suche schon längst eine geeignete Persönlichkeit, die nach dem Rechten im Hause sieht, mir Gesellschaft leistet, musikalischer ist als ich, so daß ich lerne, und mehr Talent hat als ich, meinem Mann die Grillen und Schrullen zu vertreiben. Also gar keine weiteren Worte, Hertwig, nicht überschwänglich sein, nicht erregt. Das ist ein Geschäft, business, weiter nichts, vielleicht sogar eins, bei dem ich gewinne. Nun machen Sie hübsch Ihr fröhliches, liebes Gesicht und sehen Sie mich an, das habe ich zu gern, wenn Sie 185 lachen, weil es so selten geschieht. Sie haben so treue Augen, wie ein Hund, das liebe ich so sehr, den Ausdruck Ihrer Augen! So, ja so, wie Sie jetzt aussehen. Lieber Junge, schreiben Sie, sobald Sie heute zu Hause sind. Es ist nicht nötig, daß Sie lange hin- und herschreiben; wenn Ihre Freundin einverstanden ist; bloß ein Telegramm mit der Zeit ihrer Ankunft, weiter nichts, und dann wollen wir sehen, wie sich die Dinge weiter entwickeln.«

»Exzellenz, wie soll ich danken?«

»Es ist purer Egoismus von meiner Seite, sprechen wir jetzt nicht weiter darüber. Vielleicht bekommen auch unsere Abende neuen Glanz, wenn wir Resa-Rosa noch eine Konkurrenz an die Seite stellen, Konkurrenz in anderer Richtung; kurz, ich hoffe, wir gewinnen alle. Und nun kommen Sie, stecken Sie endlich Ihren Brief ein, wir wollen zur Gesellschaft zurück, sonst denken die ans Nachhausegehen, ehe wir nur irgend etwas gegessen und getrunken haben. Und nun verlassen Sie diesen unglückseligen Berg, der so fröhlich und marktschreierisch lustig mit seiner Fahne knallt, hoffentlich getröstet« . . .

»Durch Ihre Güte,« erwiderte Hertwig, und es war das erstemal, daß es ihm nicht als Äußerlichkeit erschien, als er ihre großen, wohlgeformten, etwas männlichen Hände küßte; es schien ihm natürlich und drückte alles aus, was er nicht sagen konnte und durfte. Sie aber behielt seine Hand etwas länger als gewöhnlich, schüttelte sie mit starkem Druck und verabschiedete ihn vor der Gesellschaft. Es sah aus, als hätten sie einen Pakt miteinander geschlossen: »Unkebunk«, sagte sie und nickte ihm noch einmal zu.

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