Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Max Dauthendey >

Ultra-Violett

Max Dauthendey: Ultra-Violett - Kapitel 36
Quellenangabe
modified20170815
typepoem
titleUltra-Violett
authorMax Dauthendey
firstpub1893
Schließen

Navigation:

Eine Schmerzstimmung

        Es ist eine starre frostige Ebene,
Tiefes graues Gewölk,
Lautlose Schwarze Vögel
In flachem Flug.
Und zwischen dem Himmel
Und zwischen dem Erdrand
Ein blasser hilfloser Strahl,
Liegt einsam an der Erde,
Einsam am Himmel.

Es ist eine blutleere Hand,
Blaß ausgestreckt,
Mit dünnem, mattgrünem Geäder,
Und zitternd gereckten, blauen kranken Adern.
Und die graue leere Hand
Liegt hungernd geöffnet.

Es ist das erstickte Auge einer Leiche.
Blauweiß in stechender Steilheit,
Grell unter halbgeöffnetem Lid
Ein erwürgter aufschreiender Blick.

Und es ist von der Leiche
Noch der blaue gekrampfte Mund,
Mit den Schweren harten Lippen,
Und dem Schweren harten Schweigen.

Aber von Tönen ist es kein Akkord, und kein Laut,
Es ist die vibrierende Fieberstille zwischen zwei Lauten.
Und von Gerüchen ist es
der schluchzende Duft
nasser schwarzer Erde.
Und von Farben:
Das geronnene Rot
und das flehende Blaß
Scharfer, verwester Rosen.

 


 

 << Kapitel 35  Kapitel 37 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.