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Ultra-Violett

Max Dauthendey: Ultra-Violett - Kapitel 25
Quellenangabe
modified20170815
typepoem
titleUltra-Violett
authorMax Dauthendey
firstpub1893
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Johanni

        Himmel, Erde schaffenstrunken.
Noch die Nächte schlürfen lechzend
Des erschöpften Tages Helle,
Bleiches Dunkel atmet Funken,
Und das Spätlicht schleppt sich ächzend
Durch die Mittnacht,
Zu des jungen Tages Schwelle.
Sonnenfeuer kochen Säfte.
Blütenzarte dort versengt.
Aus dem weichen Maienkosen
Drangen willenstarke Kräfte,
Und die Sommerreife senkt
Sinnend ihre ernsten Rosen.
Satt zerrann das Frühlingsgirren,
Grimme Sensenhiebe klirren,
Halme seufzen, in der Luft,
von Vergänglichkeit umwittert,
Wanket schwermutweher Duft,
– und das stolze Leben zittert.

 


 

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