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Uilenspiegel und Lamme Goedzak

Charles de Coster: Uilenspiegel und Lamme Goedzak - Kapitel 173
Quellenangabe
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typefiction
authorCharles de Coster
titleUilenspiegel und Lamme Goedzak
publisherInsel-Verlag zu Leipzig
translatorAlbert Wesselski
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
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Fünftes Buch

I

Als der Mönch, den Lamme gefangen hatte, sah, daß die Geusen nicht seinen Tod, sondern Ranzion wollten, begann er auf dem Schiffe die Nase hochzutragen. Mit grimmigen Gebärden auf und ab schreitend, sagte er: »In was für einen Schlund schmutziger, schwarzer und schändlicher Greuel bin ich da geraten, als ich den Fuß in dies hölzerne Tönnchen gesetzt habe! Wenn nicht ich da wäre, ich, den der Herr gesalbt hat ...«

»Mit Hundeschmer?« fragten die Geusen.

»Ihr seid selber Hunde,« antwortete der Mönch, indem er in seiner Rede fortfuhr, »ja, krätzige, herrenlose, bedreckte, halb verhungerte Hunde, die den fetten Pfad unserer heiligen Mutter, der römischen Kirche, verlassen haben, um die dürren Wege euerer zerlumpten reformierten Kirche zu betreten. Ja! Wäre nicht ich in euerm Kasten, in euerer Tonne, so hätte sie der Herr schon längst in die tiefsten Abgründe des Meeres geschleudert samt euch, samt euern vermaledeiten Waffen, samt euerm Teufelszeug von Geschütz, samt euerm singenden Kapitän, samt euern gotteslästerischen Halbmonden, ja! bis in die Tiefen der unermeßlichen Klüfte von Satans Reich, wo ihr nicht vielleicht brennen werdet, nein! wo ihr, zitternd und frierend, vor Kälte sterben werdet die ganze lange Ewigkeit. Ja! also wird der Gott des Himmels austilgen das ruchlose Feuer euers Hasses gegen unsere süße Mutter, die heilige römische Kirche, gegen die Heiligen und gegen die Bischöfe und euere Frevelwut gegen die geweihten Plakate, die so reiflichen, mitleidigen Erwägungen entsprungen sind. Ja! und ich werde euch von der Höhe des Paradieses betrachten, wie ihr blau oder weiß sein werdet wie die Rüben, so kalt wird euch sein. 't Zij! 't Zij! 't Zij! So sei es, sei es, sei es, sei es!«

Die Matrosen, die Soldaten und die Schiffsjungen machten sich lustig über ihn und schnellten aus Blasrohren trockene Erbsen auf ihn. Und er deckte sein Gesicht mit den Händen gegen dieses Geschoß.

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