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Uilenspiegel und Lamme Goedzak

Charles de Coster: Uilenspiegel und Lamme Goedzak - Kapitel 120
Quellenangabe
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typefiction
authorCharles de Coster
titleUilenspiegel und Lamme Goedzak
publisherInsel-Verlag zu Leipzig
translatorAlbert Wesselski
correctorJosef Muehlgassner
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XIV

Es ging damals gegen das Ende des Oktobers. Dem Prinzen mangelte es an Geld, und sein Heer litt Hunger; die Soldaten murrten. Er marschierte gegen Frankreich zu und bot dem Herzog die Schlacht an; der Herzog lehnte sie ab.

Als er von Quesnoy-le-Comte gegen Cambrésis aufbrach, stieß er auf zehn Kompagnien Deutsche, acht Fähnlein Spanier und drei Schwadronen leichte Reiter, die Don Ruffele Henricis, der Sohn des Herzogs, befehligte. Der stand mitten im Treffen und schrie: »Tod! Tod! Keine Schonung! Es lebe der Papst!«

Don Henricis war gerade gegenüber der Kompagnie Arkebusiere, wo Uilenspiegel Rottmeister war, und stürzte sich mit seiner Mannschaft auf sie. Uilenspiegel sagte zu seinem Korporal: »Ich will dem Henker die Zunge stutzen.«

»Stutz,« sagte der Korporal. Und mit einer wohlgezielten Kugel zerriß Uilenspiegel dem Don Ruffele Henricis, dem Sohne des Herzogs, die Zunge und die Kinnlade. Uilenspiegel schoß auch den Sohn des Marquis Delmarès von seinem Pferde.

Die acht Fähnlein und die drei Schwadronen wurden geschlagen. Nach dem Siege suchte Uilenspiegel Lamme im Lager; aber er fand ihn nicht. »Ach,« sagte er, »nun ist er dahin, mein Freund Lamme, mein dicker Freund. In seiner kriegerischen Hitze wird er, ohne an die Bürde seines Wanstes zu denken, die spanischen Ausreißer haben verfolgen wollen. Außer Atem wird er endlich umgefallen sein wie ein Sack. Und sie werden ihn aufgelesen haben, um Lösegeld für ihn zu bekommen, Lösegeld für Christenspeck. Mein Freund Lamme, wo bist du denn, wo bist du, mein fetter Freund?«

Uilenspiegel suchte ihn überall; da er keine Spur von ihm fand, versank er in Schwermut.

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