Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Charles de Coster >

Uilenspiegel und Lamme Goedzak

Charles de Coster: Uilenspiegel und Lamme Goedzak - Kapitel 10
Quellenangabe
pfad/coster/uilensp2/uilensp2.xml
typefiction
authorCharles de Coster
titleUilenspiegel und Lamme Goedzak
publisherInsel-Verlag zu Leipzig
translatorAlbert Wesselski
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20120424
projectid53c21dfa
Schließen

Navigation:

IX

Uilenspiegel wuchs, als er entwöhnt war, wie eine junge Pappel. Klaas küßte ihn jetzt nicht mehr so häufig, aber er liebte ihn in einer herben Art, um ihn ja nicht zu verzärteln. Wann Uilenspiegel beim Nachhausekommen klagte, er habe bei einem Raufhandel Püffe bekommen, schlug ihn Klaas, weil nicht er die andern geschlagen habe; und bei dieser Erziehung wurde Uilenspiegel stark wie ein junger Leu. Wann Klaas abwesend war, verlangte Uilenspiegel von Soetkin einen Kreuzer, um spielen zu gehn. Unwillig sagte Soetkin: »Was hast du not, spielen zu gehn? Bleib lieber daheim und binde Wieden!«

Wann nun Uilenspiegel sah, daß sie ihm nichts gab, schrie er wie ein Adler; aber Soetkin schlug mit den Pfannen und Schüsseln, die sie in einem hölzernen Troge wusch, einen mächtigen Lärm, als ob sie ihn nicht mehr anhören wollte. Nun begann Uilenspiegel zu weinen, und die süße Mutter ließ ab von ihrer verstellten Härte, trat zu ihm, liebkoste ihn und sagte: »Hast du genug mit einem Silbergroschen?« Nun müßt ihr wissen, daß der Groschen sechs Kreuzer galt. Also liebte sie ihn allzusehr, und wann Klaas nicht da war, war Uilenspiegel König im Hause.

 << Kapitel 9  Kapitel 11 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.