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Tuberkulose als Schicksal

Erich Ebstein: Tuberkulose als Schicksal - Kapitel 8
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authorErich Ebstein
titleTuberkulose als Schicksal
publisherFerdinand Enke Verlag
editorGeorg B. Gruber
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Ludwig Freiherr von Holberg

1684 – 1754

Ludwig Freiherr von Holberg, wurde am 3. Dezember 1684 in Bergen in Norwegen geboren. Auf verschiedenen Reisen ins Ausland – besonders nach England – geriet er in die äußerste Dürftigkeit. Auf einer Reise von Paris nach Rom erkrankte er in Genua an einem viertägigen Fieber (Wechselfieber). Auf der Rückreise, die er nicht zu Schiff, sondern ganz zu Fuß zurücklegte, verlor er das Fieber. Nach seiner Rückkehr nach Kopenhagen wurde er 1718 Professor der Metaphysik daselbst. Erst 1720 hören wir von ihm als Dichter, besonders von seinen Lustspielen. 1725 reiste er zur Wiederherstellung seiner schwächlichen Gesundheit nach Paris, wo er den Winter blieb.

Erst im August 1753 hören wir ausführlich von Holbergs letzter Krankheit. »Er war zwar nur selten bettlägerig, doch so entkräftet, krank und ausgezehrt, daß er nicht aus seinem Zimmer kommen konnte. Diese Schwachheit rührte vornehmlich von seinem hohen Alter her, dazu kam eine Brustkrankheit, weil er schon längst mit hektischen Zufällen behaftet gewesen war, und ihn die Schwindsucht schon seit vielen Jahren sehr mitgenommen hatte; es plagte ihn auch der schlimme Zufall, daß er seit ein paar Jahren das Wasser nicht halten konnte; kurz: alle diese Schwachheiten drohten ihm endlich den Tod. Der Arzt, dessen er sich bediente, kündigte ihm auch, nach ernstlicher Befragung, wie es mit ihm stünde, den herannahenden Tod an.. . Übrigens war seine Krankheit freilich mit vielen Merkmalen der Ungeduld, welches doch bei hektischen Patienten etwas nichts Ungewöhnliches ist, verbunden... Als ihm endlich die Krankheit sehr heftig zusetzte, und ihm insonderheit die Brust durch empfindliche und gewaltsame Bewegungen sehr in die Höhe getrieben ward, mußte sie ihm ein Bedienter gar oft mit Gewalt niederdrücken; und bei solchen schmerzlichen Empfindungen war es nicht zu verwundern, wenn er seine Ungeduld sehr deutlich zu erkennen gab. Er hielt sich aber gleichwohl noch größtenteils außerhalb des Bettes, bis etwa einen oder zween Tage vor seinem Tode; da er endlich gezwungen ward, sich das letzte Mal ins Bett zu legen; worauf er in der Nacht zwischen dem 27ten und 28ten Jänner selig starb. (S. LXXXV f in: Holberg Peter Paars... Nebst einer Nachricht von dem Leben und den Schriften des Verfassers, hg. von Joh. Ad. Scheiben. Kopenhagen und Leipzig. 1764) (Univ.-Bibl. Kiel.) Holberg hat auch selbst in seinen opusculis latinis und in einigen Stellen seiner Vermischten Briefe (ebenda S. XC) von seiner körperlichen Beschaffenheit gesprochen.

Aus der weiteren Krankengeschichte, die Scheibe (S. XCf) gibt, geht hervor, daß er zu Brustkrankheiten neigte, »die ihn schon lange vor seinem Tode mit auszehrenden Anfällen beschwerten, woraus auch endlich eine würkliche Schwindsucht entstand.« Bemerkenswert ist, daß Holberg sich selbst eine sehr abgemessene Diät in Essen und Trinken vorschrieb. Einige Jahre vor seinem Tode fing er sogar an, »sich seine Speisen abzuwägen, sich vor und nach Tische selbst zu wägen, um ja niemals aus dem Gleichgewicht zu kommen.«

Sein liebstes Getränk war eine Tasse Kaffee, etwas Köstlicheres genoß er niemals. In seinen jüngeren Jahren hatte Holberg auch Tobak geschmaucht, den er aber wegen seiner schwachen Brust und der häufigen Kopfschmerzen bald abschaffen mußte. Schließlich nennt ihn Scheibe »einen beständig siechen, hectischen und hypochondrischen Körper«. Nur von Podagra ist Holberg frei gewesen, die »wie man dafür hält, selten bei einem Manne einkehrt, der dem Bacchus und der Venus niemals geopfert hat«.

Seine Nachrichten über Holberg schließt Scheibe damit, »daß er in allen Dingen ein Original war; daß er ein großer Gelehrter, ein Patriot war, der seine Nation zur Aufnahme des guten Geschmacks in den Wissenschaften vorbereitet ...« (S. CXI) – Vgl. außerdem: Ludwig Holberg, Nachricht von meinem Leben in drei Briefen an einen vornehmen Herrn. Mit einem Essay von Georg Brandes. Frankfurt a.M. Frankfurter Verlagsanstalt. 1926.

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