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Tuberkulose als Schicksal

Erich Ebstein: Tuberkulose als Schicksal - Kapitel 39
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authorErich Ebstein
titleTuberkulose als Schicksal
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editorGeorg B. Gruber
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Charles de Coster

1827 – 1879

Die belgischen Literaturhistoriker bezeichnen Charles de Coster's »Uilenspiegel und Lamme Goedzak«, das Albert Wesselski (Leipzig 1910) zum ersten Male ins Deutsche übersetzte, als belgische Bibel, als das belgische Nationalepos. Man verglich de Coster mit Shakespeare, Rabelais, Goethe und Beethoven.

Merkwürdigerweise wurde de Coster in München am 20. August 1827 geboren, wo sein Vater Intendant des päpstlichen Nuntius war. Mit 6 Jahren kehrte der Knabe mit den Eltern nach Brüssel zurück. Sein Vater starb bereits 1834. Mit 17 Jahren nahm er eine Beamtenstelle an einer Bank an, die er indes 1850 aufgab, um sich fünf Jahre an der Universität in Brüssel dem Studium der schönen Künste zu widmen. Erst 1867 kam das schon lange mit Spannung erwartete Hauptwerk de Costers heraus, das ihn unsterblich gemacht hat.

Das kleine väterliche Erbe hatte aber nicht lange vorgehalten, und die 1870 erfolgte Ernennung zum Professor für allgemeine Geschichte und französische Literatur in der Brüsseler Gemeinde Elsene (Ixelles) vermochte seine trostlosen Verhältnisse nicht zu bessern. Das Elend war sein ständiger Gast geworden und in trostloser Dürftigkeit, zu der sich noch Krankheit gesellte, starb de Coster am 7. Mai 1879.

Über seine letzten Augenblicke hat Hektor Denis, sein Rechtsanwalt, einen Bericht niedergeschrieben, aus dem wir Einiges über seine Krankheit entnehmen können. (Inselschiff 1929. S. 222 f.)

de Coster hatte sich den Tag zuvor zu Bett gelegt; die Harnruhr, an der er litt, und ihre unheilvolle Gesellin, die Schwindsucht, waren plötzlich schlimmer geworden. Selten pflegte er sich an Ärzte zu wenden. Einer seiner Freunde, der über das Fortschreiten seiner Krankheit erstaunt war, hatte einen Arzt an der Kriegsschule, den Doktor Vaucleroy, herbeigerufen. Dieser hatte aber keine Hoffnung, den Kranken zu retten. Wenn er auch sah, daß der Tod nicht unmittelbar bevorstände, so bemerkte er doch, wie schlimm es um ihn stand. Aber bereits wurde sein Blick trüber, und er begann zu röcheln. Sein Atem wurde schwächer und mühsam rang sich über seine Lippen: »Caroline«.

An welcher Krankheit de Coster im Alter von 52 Jahren zu Grunde gegangen ist, ist aus der Wesselski'schen Übersetzung des flämischen Textes nicht zu sagen. Wir kennen eine sog. Zucker- und Wasserharnruhr. Beide Krankheiten können zu extremer Abmagerung führen, zu einer Zehrkrankheit, worunter man früher auch eine Schwindsucht verstand. Ob de Coster wirklich an einer Lungenschwindsucht gestorben ist, bleibt also auf Grund dieser wenigen Unterlagen eine offene Frage.

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