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Tuberkulose als Schicksal

Erich Ebstein: Tuberkulose als Schicksal - Kapitel 33
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authorErich Ebstein
titleTuberkulose als Schicksal
publisherFerdinand Enke Verlag
editorGeorg B. Gruber
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Theodor von Kobbe

1798 – 1845

Fast sämtliche Schriften Theodor von Kobbe's, des Freundes von Grabbe und Heinrich Heine, sind mir nicht nur seit langer Zeit bekannt, sondern befinden sich auch in meiner Bibliothek.

Nach seinem Tode, der in Oldenburg am 22. Februar 1845 durch Lungenschwindsucht erfolgte, kündigte der Verleger der von Kobbe herausgegebenen Humoristischen Blättern den Freunden das wohlgetroffene Bildnis des Geschiedenen nach einem Ölgemälde von L. Strack – in Steindruck sorgfältig ausgeführt – an. Gleichzeitig setzte ihm der Freund Adolf Stahr einen Denkstein (Oldenburg 1845), dem ich hier hauptsächlich folge.

Am 8. Juni 1798 in Glückstadt geboren, bezog er 1817 die Universität Heidelberg, 1819 setzte er seine Studien in Kiel fort, wo er 1820 Auditor wurde. v. Kobbe war von Jugend auf zart von Körperbeschaffenheit. Er war schnell aufgeschossen und niemand glaubte, wie er in seinen »Humoresken aus dem Philisterleben« (1841) erzählt, daß er das erforderliche Alter, um Bischof zu werden, je erreichen würde. Seit dem Sommer 1841 war seine Gesundheit wankend geworden. In Hamburg (August 1842; Humoristische Reisebilder. Hamburg 1843. S. 170) »wünschte man mir, vielleicht durch mein blasses, krankes Äußere bewogen, daß die Schwindsucht, die ich in mir trüge, bald um sich greifen und daß ich auf die schrecklichste Weise verrecken (so lauteten seine Worte) möge.« Aus der Wasserheilanstalt in Weinheim zurückgekehrt, fiel seinen Freunden die plötzliche Umwandlung seiner früheren »federkräftigen Haltung« und seine leidende Abgespanntheit auf. Von Jahr zu Jahr ging es sichtbar mit Kobbe bergab. Seinem großartigen Humor und seiner Willenskraft verdankte er es, daß er sich fast bis zum letzten Atemzug aufrecht und tätig erhielt.

Als ihm der Arzt in den letzten Tagen vor seinem Tode ein Glas Wein erlaubt hatte, schrieb er an Stahr: »Der Wein hat mich wunderbar gestärkt, er wirkt auf mich wie das Blut auf die klassischen Toten des Hades.«

Noch am Tage seines Todes redigierte er die letzte Nummer seiner »Humoristischen Blätter«, die in acht Bänden (1838–1845) vorliegen und ein reiches interessantes Material enthalten, aus denen ich öfter vergessene Dokumente ans Licht gezogen habe.

Als Stahr an sein Lager ging, entließ Kobbe ihn mit den Worten: »Bitte, Lieber – geh! ich kann nicht mehr sprechen!« Zehn Minuten später hatte sein Herz zu schlagen aufgehört; ein mildes Lächeln lag um die geschlossenen Lippen. Am 22. Februar 1845 ist Theodor von Kobbe seinem langen Brustleiden erlegen. Wenige Monate zuvor war sein Bruder, Peter von Kobbe, gestorben. (In: Das Vaterland. 1845. Nr. 31. S. 123 u. 248.)

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