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Tuberkulose als Schicksal

Erich Ebstein: Tuberkulose als Schicksal - Kapitel 20
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authorErich Ebstein
titleTuberkulose als Schicksal
publisherFerdinand Enke Verlag
editorGeorg B. Gruber
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Aloys Blumauer

1755 – 1798

Blumauer, der durch seine travestierte Aeneide bekannt geworden ist, wurde am 21. Dezember 1755 zu Steier in Oberösterreich geboren. Erst für den geistlichen Stand bestimmt, wurde er dem Orden der Jesuiten in Wien übergeben (1772). Als der Orden aufgehoben wurde, mußte sich Blumauer durch Privatunterricht ernähren. Später erhielt er durch Kaiser Joseph II. die Stelle eines Hof Zensors, die er niederlegte, als er 1793 eine Buchhandlung übernahm.

Im Jahre 1785 war Blumauer durch eine Wassersucht »aufs äußerste gebracht«. In dieser Krankheit behandelte ihn der Wiener Kliniker Maximilian Stoll (1742-1787), an den er voll Dank ein Gedicht richtete. (Erich Ebstein, Ein vergessenes Gedicht Blumauers an Stoll, in Janus. Sept. 1907.) Es existiert noch ein zweites Gedicht: »Mein Dank an Stoll« überschrieben, in dem er nicht nur Stoll, sondern den Edlen dankt, deren Freundeshand ihn dem gewissen nahen Tod entwand. Gemeint sind die Ärzte Hunczowsky, Karl von Mertens und Jacob Reinlein, denen er öffentlich seinen Dank ausspricht. (Ges. Werke. Bd. 3, 1841. S. 48 bis 50.) Wir wissen nur, daß es sich bei Blumauer um ein schweres Leiden gehandelt hat. (Fossel, Studien zur Geschichte der Medizin. Stuttgart 1909. S. 161.) Nach P. v. Hofmann-Wellenhof (S. 16) war es Wassersucht.

Auf dem ihn darstellenden Stich (Kürschners Nat. Litt. Bd. 73. S. 298) sowie auf einem Schattenriß (bei Könnecke S. 117) erscheint Blumauer elend aussehend und hager, sehr gelb. Er litt oft an den Augen. (Ersch u. Gruber 1, 49 f.) Als Blumauer am 16. März 1 798 an Lungensucht gestorben war, wurde ihm von einem Witzling eine Grabschrift verfertigt, die in Akrostichen von A bis Z ausgeführt war. Sie ist bei Jördens, Lexicon, Bd. 1. S. 99 wiedergegeben. Die Inschrift charakterisiert ihn als Epicuräer, Hagestolz und Pfaffenfeind. Außerdem heißt es dort, daß Blumauer xerophthalmisch war d. h. an einer Vertrocknung der Lidränder litt, sodaß die Lider ihm zusammenklebten. Außerdem deutet der Ausdruck »Ybischartig« auf Blumauers Hagerkeit. (Vgl. P. v. Hofmann-Wellenhof, Biographie Blumauers. Wien 1885, S. 16 ff.)

Blumauers Handschrift wird gedeutet: »Aufgesprungene splitterige Buchstaben, eckig, sarkastisch, mit hinaufgezogenen Mundwinkeln.« (Ad. Henze, Handschriften der deutschen Dichter usw. Leipzig 1855. S. 13.)

Wenn wir auch über den Verlauf der Erkrankung Blumauers nur wenig wissen, so ist mit der Möglichkeit zu rechnen, daß er eine Bauchfelltuberkulose hatte (vielleicht kompliziert mit Lebercirrhose) und daß er an Lungensucht gestorben ist. (Grisebach, Ges. Studien. Leipzig 1884. S. 209.)

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