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Tuberkulose als Schicksal

Erich Ebstein: Tuberkulose als Schicksal - Kapitel 18
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authorErich Ebstein
titleTuberkulose als Schicksal
publisherFerdinand Enke Verlag
editorGeorg B. Gruber
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Corona Schroeter

1751 – 1802

Corona Schroeter wurde als die älteste Tochter eines unbemittelten sächsischen Musikus am 14. Januar 1751 zu Guben geboren. Von ihrem Vater vorgebildet, erhielt sie unter Hiller in Leipzig ihre musikalische Ausbildung und der Zauber ihres Wesens entzückte den jungen Studenten Goethe. Als er in Weimar war, gewann er die junge Künstlerin für die dortige Bühne. U. a. hat sie sich als Iphigenie ausgezeichnet. Über Goethes Liebe zu ihr unterrichtet Felix A. Theilhaber (Goethe. Sexus und Eros. Berlin-Grunewald 1929. S. 135 ff). Riemer spricht einmal von dem »freundschaftlichen Verhältnis zu Frau von Stein und dem mehr leidenschaftlichen zu Corona Schroeter«. (Riemer, Mitteilungen über Goethe. Leipzig 1921. S. 396.) »Marmorschön, doch marmorkalt«, nannte sie Karl August.

Als im Jahre 1782 Goethe das Andenken des Theatermeisters Mieding durch ein Gedicht ehrt, läßt er die schöne Künstlerin an das offene Grab treten und dem Geschiedenen das Abschiedswort zurufen:

»Als eine Blume zeigt sie sich der Welt:
Zum Muster wuchs das schöne Bild empor,
Vollendet nun, sie ist's und stellt es vor
Es gönnten ihr die Musen jede Gunst,
Und die Natur erschuf in ihr die Kunst.
So häuft sie willig jeden Reiz auf sich,
Und selbst dein Name ziert, Corona, dich.
Sie tritt herbei. Seht sie gefällig stehn!
Nur absichtslos, doch wie mit Absicht schön.
Und hoch erstaunt, seht ihr in ihr vereint
Ein Ideal, das Künstlern nur erscheint.«

Übrigens mag hier erwähnt werden, daß Mieding im Alter von 57 Jahren hustend und frierend an der Auszehrung gestorben war. (Ebstein, in Bd. 3 des Jahrbuchs der Sammlung Kippenberg, S. 107 ff.)

Zu ihren Verehrern hatte außer Johann Friedrich Reichardt auch Johann Gottfried Körner gehört. Im August 1787 lernte sie auch Schiller in Weimar kennen und schreibt darüber an Körner: »Dieser Tage hatte ich auch Gelegenheit Mlle. Schroeter kennen zu lernen. Ich traf sie von ungefähr beim Kammerherrn von Einsiedel. Die Figur und die Trümmer ihres Gesichts rechtfertigen Deine Verplemperung. Sie muß in der Tat schön gewesen sein, denn vierzig Jahr haben sie noch nicht ganz verwüsten können.« (Düntzer, Charlotte von Stein und Corona Schroeter. Stuttgart 1876, S. 278.)

Im folgenden Jahre wollte sie zur Kur nach Karlsbad, aus der aber nichts wurde. Ende der neunziger Jahre trat die Erkrankung ernstlich auf. Die frische Gebirgsluft des Thüringerwaldes sollte ihrer kranken Brust Stärkung und Genesung zurückgeben. Sie siedelte daher nach Ilmemiu über, wo sie ihre Sommer zuzubringen pflegte. Dort ist sie auch an der »Auszehrung« gestorben und begraben. Die warme Verehrung der jugendlichen Prinzessin Caroline und Knebels Fürsorge stifteten auf ihrem Grab ein sinnig bescheidenes Denkmal. (A. Sauer, Frauenbilder. Leipzig 1885. S. 45.) Sie starb am 23. August 1802, 51 Jahre alt. Ihr Arzt war Dr. Schlegel. (R. Keil, Corona Schroeter. Leipzig 1875. S. 287f.)

Goethe erwähnt Corona in den Annalen: »Indes auf unserer Bühne in jugendlich lebendiger Tätigkeit fortblühte, ereignete sich ein Todesfall, dessen zu erwähnen ich für Pflicht halte. Corona Schroeter starb, und da ich mich gerade nicht in der Verfassung fühlte, ihr ein wohlverdientes Denkmal zu widmen, so schien es mir angenehm wunderbar, daß ich vor soviel Jahren ein Andenken stiftete.«

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