Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Erich Ebstein >

Tuberkulose als Schicksal

Erich Ebstein: Tuberkulose als Schicksal - Kapitel 14
Quellenangabe
pfad/ebstein/tuberkul/tuberkul.xml
typetractate
authorErich Ebstein
titleTuberkulose als Schicksal
publisherFerdinand Enke Verlag
editorGeorg B. Gruber
year1931
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20110814
projectid92de4b86
Schließen

Navigation:

Jh. Heinrich Pestalozzi

1746 – 1827

Der berühmte Pädagoge, der am 12. Januar 1746 in Zürich geboren wurde, hat ein Alter von 81 Jahren erreicht. Er starb am 17. Februar 1827 in Brugg. – Sein Vater war Chirurg und Wundarzt und starb im Alter von 33 Jahren (1718–1751). Pestalozzi selbst war ein zartes Kind, ohne in der Jugend eigentlich krank gewesen zu sein. Im Jahre 1767 – 21 Jahre alt – wurde Pestalozzi aber gefährlich krank, so daß die Ärzte ihm rieten, aufs Land zu gehen. (Henning, Pestalozziblätter 6. Jahrg., S. 62 ff, bes. S. 67.) Kurz nach seiner Hochzeit (1770) litt er an Erkältungskrankheiten. Im Januar 1786 bedankt er sich bei dem Arzt J. H. Rahn für ein »Magenpulver«, das er »mit sichtbarem Erfolg« genommen hat. Anfang der neunziger Jahre litt er vorübergehend an psychischen Depressionen. Die Einrichtung und Führung des Waisenhauses in Stanz (Herbst 1798 – Sommer 1799) hatte ihn aufgerieben. Er selbst schreibt darüber (Wie Gertrud ihre Kinder lehrt. 1801): »Ich fand in Gurnigel Tage der Erholung. Ich hatte sie nötig. Es ist ein Wunder, daß ich noch lebe. Aber es war nicht mein Ufer, es war ein Stein im Meere, auf dem ich ruhte, um wieder zu schwimmen. – Ich vergesse diese Tage nicht, solange ich lebe; sie retteten mich, aber ich konnte nicht leben ohne mein Werk; selbst in dem Augenblicke, da ich auf der Gurnigels Höhe das schöne unermeßliche Thal zu meinen Füßen sah – denn ich hatte noch nie eine so weite Aussicht gesehen, dachte ich mehr an das übel unterrichtete Volk, als an die Schönheit der Aussicht. Ich konnte und wollte nicht leben ohne meinen Zweck – ... Man erstaunte, als ich vom Gurnigel mit meinem alten Willen und mit meinem vorigen Zwecke wieder herabkam und nichts anderes wollte und nichts anderes suchte, als den Faden in irgend einem Winkel da wieder anzuknüpfen, wo ich ihn gelassen.«

Die Biographen sagen über diesen Aufenthalt (1799), daß Pestalozzi im Gurnigelbade seine durch die Anstrengungen tief erschütterte Gesundheit wiederherstellte. (Escher in Ersch und Gruber, S. 314.) Ebenso wird betont (Allg. D. Biographie. Bd. 25, S. 449/450), daß er im Freundeskreise auf dem Gurnigel Heilung suchte. (Heubaum, Pestalozzi. 3. Aufl. Leipzig 1929. S. 187.)

Um welche Erkrankung es sich bei Pestalozzi gehandelt hat, wird nicht gesagt. Nur Wilhelm Schäfer sagt in seinem Roman »Lebenstage eines Menschenfreundes« (1915, S. 262), daß Pestalozzi den Gurnigel als Höhenkurort seiner Lunge wegen aufgesucht habe. Woher er das hat, weiß er nicht mehr anzugeben.

Gurnigel im Kanton Bern ist ein altes Bad. Von den beiden Schwefelquellen wird die eine bereits 1561 erwähnt und die zweite 1728 entdeckt. Die alte Badeanstalt wurde 1591, die neue 1825 erbaut. Man brauchte die Quellen u. a. gegen Verdauungsschwäche und Atonie der Brustschleimhaut.

Übrigens hat Pestalozzi auf dem Gurnigel den »Brief aus Stanz« geschrieben. Es ergibt sich aus dem ausführlichen Werk von Morf über Pestalozzi (Bd. I, S. 194), daß Pestalozzi damals an »großer Ermattung und Blutspeien« gelitten hat. Es heißt dort: »Seine über alles Maß gehende Anstrengung hatte ihm nicht nur große Ermattung, sondern auch Blutspeien zugezogen. In Bad Gurnigel sucht er und fand er Erfolg. Aber länger duldete es ihn hier nicht.«

 << Kapitel 13  Kapitel 15 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.