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Tuberkulose als Schicksal

Erich Ebstein: Tuberkulose als Schicksal - Kapitel 13
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authorErich Ebstein
titleTuberkulose als Schicksal
publisherFerdinand Enke Verlag
editorGeorg B. Gruber
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Matthias Claudius

1740 – 1815

der unter dem Pseudonym Asmus oder »Der Wandsbecker Bote« schrieb, wurde am 15. August 1740 geboren. Sein großes tätiges Leben endigte er im 75. Jahre, am 21. Januar 1815 in Hamburg. Am 21. April 1759 – im Alter von 19 Jahren – wurde er in Jena unter die akademischen Bürger aufgenommen. In dieser Zeit nötigte ihn ein Brustleiden, das mit Blutspeien einherging, sein theologisches Studium mit dem von Jura und Kameralwissenschaften zu vertauschen. (W. Herbst, Matthias Claudius. Gotha 1857. S. 38 und W. Stammler, M. Claudius. Halle 1915. S. 12.)

Ob Claudius in der Folge irgend eine Kur gegen sein Lungenleiden durchgemacht hat, ist nicht bekannt. Vielleicht stammt aus dieser Zeit seiner Erkrankung das folgende Gedicht (hg. von Redlich, 13. Aufl. Gotha 1912, S. 294 f):

Ein Lied für Schwindsüchtige.

Weh mir! Es sitzt mir in der Brust
Und drückt und nagt mich sehr;
Mein Leben ist mir keine Lust
Und keine Freude mehr.

Ich bin mir selber nicht mehr gleich,
Bin recht ein Bild der Not,
Bin Haut und Knochen, blaß und bleich
Und huste mich fast tot.

Die Luft, drein herrlich von Natur
Gott seinen Segen senkt
Und daraus alle Kreatur
Mit Heil und Leben tränkt,

Die ist für mich nicht frei, nicht Heil.
Mein Atem geht schwer ein;
Ich muß um mein bescheiden Teil
Mich martern und kastein.

Und doch labt's und erquickt's mich nicht,
Macht's mir nicht frischen Sinn;
Die Blume, die der Wurm zersticht,
Welkt jämmerlich dahin!

Auch Schlaf, der alle glücklich macht,
Will nicht mein Freund mehr sein
Und lasset mich die ganze Nacht
Mit meiner Not allein.

Die Ärzte tun zwar ihre Pflicht
Und pfuschern drum und dran;
Allein sie haben leider nicht
Das, war mir helfen kann.

Mein' Hilf allein bleibt Sarg und Grab.
O sängen an der Tür
Sie schon und senkten mich hinab!
Wie leicht und wohl wär's mir!

O sängen doch an meiner Tür,
Sie laut: »Ich hab' mein Sach' usw.«
Und trügen mich und folgten mir
In langer Reihe nach

Rund um die Kirch' ans Grab heran
Und senkten mich hinein! –
Ich lag' und hätte Ruhe dann
Und fühlte keine Pein.

Doch ich will leiden, bis Gott ruft,
Gern leiden bis ans Ziel.
Nur deinen Trost! und etwas Luft!
Du hast der Luft so viel.

Ein gutes Porträt findet sich bei Max Picard, Das Menschengesicht. München 1929, S. 22.

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