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Tuberkulose als Schicksal

Erich Ebstein: Tuberkulose als Schicksal - Kapitel 12
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authorErich Ebstein
titleTuberkulose als Schicksal
publisherFerdinand Enke Verlag
editorGeorg B. Gruber
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Christian Fürchtegott Gellert

1715 – 1769

wurde am 4. Juli 1715 als eines Pastors Sohn, der 13 Kinder hatte, als Fünfältester in Hainichen im Erzgebirge geboren. Nach dem Handbuch zur Geschichte der deutschen Literatur (Leipzig 1906, S. 160) ergriff Gellert 1752 »sein Leiden, die Hypochondrie, von dem er trotz einer Kur in Karlsbad nicht mehr befreit werden sollte.« Dieser Satz bedarf einer mehrfachen Korrektur, wie wir sehen werden.

Wir wissen nämlich, daß Gellerts Kränklichkeit schon während seiner Schülerzeit einen bedrohlichen Charakter annahm (W. Milberg, in: Arch. f. Sächsische Geschichte. 1864. Bd. 2. S. 113 ff). Danach war Gellert kaum zwei Jahre – vom 14. Juli 1729 an – in die Fürstenschule zu St. Afra aufgenommen, als schwere Krankheit ihn auf ein volles Vierteljahr wieder ins Elternhaus trieb.

Als Gellert wieder den Schulbesuch aufnahm, stellte der damalige Amts-, Schul- und Stadt-Physicus Dr. Joh. Chr. Müller folgendes Zeugnis über ihn aus: »Christian Fürchtegott Gellert hat sich fast die gantze Zeit seines hierseyns unpäßlich befunden, so daß dessen Herrn Vater genöthigt worden, ihn wegen Geschwulst der Schenkel auf 13 Wochen lang nacher Hauße zu nehmen. Ob nun gleich diese Zufälle sich nach gebrauchter Cur verlohren: So habe doch bey seiner Wiederkunfft gefunden, daß Er einen starken Ansatz zur Schwindsucht habe: Indem er beständig hustet, Blut und zähe Materie auswirfft, sehr kurzen Athem, Engbrüstigkeit und Sticken hat, auch wenn er sich ein wenig beweget oder alterieret, welches ohnedem ein besonderer Zufall derer Phthisios ist, so starkes Herzklopfen hat, daß man es nicht allein von außen siehet, sondern auch höret. Dahero auf Begehren Ihm in die Cur genommen, auch noch zur Zeit damit continuire.«

Über die Art der Kur ist nichts gesagt. Doch schreibt der Vater des Kranken, daß dieser »Anfangs nur Wasser, nachmahls ein wenig Wein unter dem Wasser habe trinken dürfen.« Hinfort galt Gellert unter seinen Mitschülern als ein »schwindsüchtiger, kranker Mensch«. Da sich Gellerts Lungenschwindsucht nicht gebessert hatte, reicht Gellerts Vater unter dem 31 .Oktober 1733 ein Entlassungsgesuch mit der Begründung ein, daß der Sohn »nicht nur allerhand besorgliche Zufälle erlitten, sondern auch ganz außerordentliches Herzklopfen, kurtzen Odem und Engbrüstigkeit empfindet; hiernächst wird er vom Husten und Blutausspeyen zum öfteren incommodiert, mithin er, da er gleichwohl bei aller seiner kränklichen Disposition denen Studiis, nach dem Zeugnis seiner Präceptorum, gar fleißig oblieget, gleichsam ganz vergehet und von Kräften kömbt, auch daher besorgen muß, er möchte ob vitam hanc sedentariam zuletzt gar crepiren und statt seines bisher erwiesenen Fleißes unwiederbringlichen Schaden seiner Gesundheit leiden müssen.« (Kurt Lindner, Gellerts vorzeitiger Abgang von der Meißner Fürstenschule, in: Wiss. Beilage der Leipziger Zeitung. 1919 Nr. 41. S. 161–162.)

In einem dem väterlichen Gesuche beiliegenden ärztlichen Zeugnis des Dr. Müller vom 26. Oktober 1733 wird außer den oben genannten Krankheitssymptomen betont, daß die Maladie den jungen Geliert im Winter weit stärker als im Sommer anwandle und der Befürchtung Ausdruck verliehen, daß nicht etwa »eine starke Blutstürzung, wie auch vor ezlichen Jahren seinen ältesten Bruder wiederfahren, Ihm einen plötzlichen Tod verursache.« Gemeint ist Friedrich Leberecht Gellert (1724–1730?), der also bereits, 6 Jahre alt, starb. So verließ der junge Gellert als ein Todeskandidat vorzeitig die Meißner Fürstenschule. Über die weitere Entwicklung von Gellerts Lungenleiden und über die dagegen unternommenen drei Kuraufenthalte in Karlsbad usw. gibt es bisher keine besondere Arbeit.

Es lohnt sich schon, daraufhin Gellerts Briefe und die an ihn gerichteten zu durchmustern. Ich benutzte dazu die Bände 8–10 von Gellerts sämtlichen Schriften, hg. von J. L. Klee. Leipzig 1839, und werde die hauptsächlichen in Frage kommenden Stellen genau aufführen, mit Angabe des Standortes.

In einer kleinen autobiographischen Skizze (8,287 ff), die sich Friedrich Nicolai von ihm im Januar 1 760 erbat, sagt Gellert, daß er »schon seit zwanzig Jahren (1740) mit hypochondrischen Zufällen beschwert« ist, »von welchen ihn weder Brunnen noch Bäder haben befreyen wollen, auch drey tödliche Krankheiten nicht, die ihn seit zwölf Jahren befallen (1748) und wovon er die letzte, eine Pleuresie, auf dem Lande ohnweit Roßbach eben zur Zeit der Roßbacher Battalie (!) überstanden.« (5. November 1757.)

An dieser Stelle will ich gleich hinzufügen, daß Gellert viermal zur Kur in Karlsbad war, und zwar 1753, 1754, 1763 und 1764.

Entsprechend der oben gegebenen Notiz, daß Gellert seit 1740 an hypochondrischen Zufällen litt, hören wir, daß er im Juni 1742 (8,1) Gottsched unmöglich in Person aufwarten konnte, »weil ich von meinem Hypochonder gemartert werde, und Arzney zu gebrauchen genöthiget bin.«

Zehn Jahre später (Januar 1752) dankt Gellert (8,39) einem Freunde für übersandten Wein und hofft, daß ihn »diese Arzney gesund mache«. Im Sommer beabsichtigt Gellert in ein Bad zu gehen; »denn was ist das Leben der Menschen ohne die Gesundheit?« (8,40.) Vorher ist ihm eine Reise nach Dresden »aus eigener zwölfjähriger Erfahrung« der Hypochondrie »unter einer steten Beklemmung der Brust ohne Reiz und ohne Geschmack« gewesen. (8,41.) Im Sommer nennt er seine Gesundheit »sehr mittelmäßig«; aber er ist dankbar, daß er noch imstande ist, »allemal über den anderen Tag auszureiten und mir eine Bewegung zu machen.« (8,45.) Im Herbst hat Gellert 4 Wochen das Bad in Lauchstädt gebraucht. (8,46.) Er glaubte sich zu stärken, aber von Mitte September ab ist ihm drei Wochen elender gewesen, als in seinem ganzen Leben. (8,48.)

   

1753

Seit dem Gebrauch des Lauchstädter Bades ist Gellert immer noch mit der Hypochondrie »außerordentlich beschweret, und meine Seele leidet mit meinem Körper zugleich... Ehe ichs denke, ermüdet mein Körper, und drückt die Seele mit sich nieder. Ich fürchte, weil ich seit einigen Wochen in der linken Hand und dem linken Fuße zu verschiedenenmalen in den Junkturen anhaltende Schmerzen gefühlt habe, daß vielleicht mein Übel gar in eine Gliederkrankheit ausarten dürfte.« Dabei beschuldigt er sich, daß er mäßiges Kaffeetrinken und Tobakrauchen nicht ganz lassen könne. (8,52.)

Über seine erste Karlsbader Kur erzählt Gellert aus Leipzig unter dem 22. Juni 1753 (8,54 f): »Ich reiste den vierten May mit Doctor Tillingen, der Bademedicus im Carlsbade und mein Freund ist, dahin, ob er mir gleich nicht sehr dazu rieth. Ich reiste (denn was wagt ein Elender nicht, den bald sein Geist, bald sein Körper martert), ich reiste ins Carlsbad, und vorgestern, den zwanzigsten d. M., bin ich wieder in Leipzig angekommen, nachdem ich drey Wochen in Annaberg, sowohl wegen der kalten Witterung, als wegen des Mangels der Kräfte stille gelegen habe, und alsdann drey Wochen im Bade gewesen bin. Von dem Erfolge der Cur kann ich Ihnen zur Zeit nichts sagen, als daß ich sehr matt und etwas schlaflos bin. Ich verlange keine Herstellung der Gesundheit; nein, nur eine kleine Linderung. Möge es doch dem Vater der Menschen gefallen, nur meinen Geist zu stärken, das Leiden des Leibes will ich gern in mein Grab tragen!« Einmal gibt Gellert zu, daß er sich nach Karlsbad »nicht kränker und auch nicht viel gesünder« fühlt (8,57), ein andermal gesteht er, daß er »nach dem Carlsbade weniger beängstigt gewesen, als nach dem Lauchstädter.« Aber er habe die Ruhe, Heiterkeit, die er suche, auch da nicht gefunden. »Aber so will es mein Schicksal: ich beziehe die Bäder, ringe nach Gesundheit und verseufze die Zeit, die ich in den Armen der rechtschaffensten Freunde süß verwehren könnte.« (8,63.)

Nach zehn Jahren schreibt Gellert an Fräulein Lucius unter dem 25. August 1763 (9,182) in Erinnerung an den ersten Aufenthalt »in dem mir traurigen Carlsbad, in welchem ich schon vor 10 Jahren viel tausend Tränen auf den höchsten Bergen, von allen Menschen ungesehn, verweinet habe.«

   

1754

Über seinen zweiten Kuraufenthalt schreibt Gellert unter dem 4. Juni 1754 an seine Schwester (8,85): »Ich bin, Gott sey gepriesen! wieder in Leipzig, und habe das Mühselige der Reise und der Cur zum andernmale überstanden. Ich habe das Wasser nur vierzehn Tage getrunken, und bin überhaupt nur 16 Tage in Carlsbad gewesen; aber unruhiger als das erstemal, ich weiß nicht warum, vielleicht hat der Mangel an Gesellschaft etwas, oder wohl das Meiste, beygetragen. Es war, außer Dr. Tillingen, niemand zugegen, mit dem ich umgehen konnte, und dieser gute Mann machte mich durch seine Furchtsamkeit noch furchtsamer. Gleich nach den ersten Tagen wünschte ich mich wieder fort, und dieser Wunsch verließ mich selten usw. ... Dr. Tilling hat sich wieder als ein wahrer Freund um mich verdient gemacht.«

Johann Chr. Tilling hat (Lipsiae 1751) veröffentlicht: »Observationes med. singulares circa verum usum thermarum Carolin, in diversis morbis institutae« und 1756 (ebenda 1756) eine »Nachricht vom Carlsbade; nebst Abriß der Stadt- und Landkarte« geschrieben.

Im Verlauf des Jahres 1754 kamen für Gellert im Juni bei wandelbarer Gesundheit »etliche glückliche Tage«. (8,87.) Im November geht es ihm »erträglich, besser als vor Jahren um diese Zeit; nicht so gut, als ich wünschte; weit besser, als ich verdiene.« (8, 94.)

   

1755

Am letzten Tage des Jahres sagt Gellert resümierend in einem Brief an seine Schwester: »Es ist wahr, daß meine Gesundheit nicht die beste ist; allein sie ist vor drey Jahren weit schlechter gewesen. Ich habe in diesem Jahre viel Sorgen ausgestanden, und dennoch sind sie nie ganz über meine Kräfte gewesen« (8,155); dabei fühlt er freilich »die Last eines siechen Körpers und eines schweren Geistes nicht selten.« (8,146.)

   

1756

Aus Leipzig (27. März 1756) schreibt Gellert: »Ich habe zehn Tage das bittere Wasser eine Stunde von hier... getrunken und wenig Hülfe davon gehabt.«

   

1757

Seit dem 18. Juli ist Gellert außerhalb Leipzig, geht erst ins Lauchstädter Bad, das er »traurig« nennt und sucht dann seine Zuflucht in Bonau, um von dem Bade auzuruhen. Hier erkrankt er Anfang Oktober unter den Erscheinungen von Hitze, unerträglichen Kopfschmerzen und wird tödlich hinfällig. Ein »Balbier aus Naumburg« machte sofort einen Aderlaß, »um einer tobenden Pleuresie Herr zu werden. Das Blut bewies ihm die Gewißheit der vermutheten Krankheit; ein schreckliches harziges Blut!« Das war am 7. Oktober; am 9., dem fünften Tag der Krankheit, ging es ihm am schlechtesten und er fühlte sich am Rande des Grabes. Als Arzt kam auch noch der Dr. Springsfeld aus Weißenfels zu Hilfe und auch Dr. Heine war zugegen. »Ich stand bei Dr. Heines Ankunft in dem traurigen Gedanken, daß mir der Aderlaß schädlich gewesen; und zum Glück war noch das Blut aufbehalten worden. Er sah es, erschrak, und versicherte mich, daß ich ohne die Öffnung der Ader schwerlich würde haben leben können ... Ich übergehe die übrigen Tage der Krankheit, damit ich nicht ein medizinisches Verzeichnis statt eines Briefes aufsetze. Genug ... ich bin in der siebenten Woche so weit hergestellt, daß ich diesen langen Brief habe schreiben können; und wenn Gott uns Friede schenkt, hoffe ich bald in Leipzig zu seyn.« (8,224–230 und 8,241–243.) Als Ursache der Rippenfellentzündung führt Gellert seine ehemalige Flucht nach Eisenberg an, wo er in einer neu geweißten Stube wohnte. Die ausgestandene Krankheit hat ihn »auf lange Zeit zum Nachdenken und Sitzen unfähig gemacht.« (8,232 u. 233.) Die Nachricht von Gellerts schwerer Krankheit hatte jetzt und schon früher öfter das Gerücht verbreitet, daß er gestorben sei. Major von Kleist's Verse zitiert Gellert selbst (8,239):

Als Dich des Todes Pfeil, o Gellert! jüngst getroffen,
Klagt' ich und weint', und sah den Himmel plötzlich offen;
Auch den belebten Raum der weiten Welt sah ich:
Die Erde weinete, der Himmel freute sich.

»Ich bin bey der letzten Zeile beynahe in Ohnmacht gefallen.
O Gott, wer wäre ich, welcher Engel wäre ich, wenn ich
diesen Lobspruch verdiente!«

1758

Am 25. Februar 1758 (8,240): »Meine Gesundheit hat seit einigen Wochen vermuthlich durch die Jahreszeit gelitten. Ich schlafe wenig, und habe wenig Athem, insonderheit gegen Abend, und alsdann, wenn ich ins Bett komme, wo ich oft aufsitzen muß, so kurz wird er.« Außer der offenbar zunehmenden Atemnot fühlt Gellert in der Mitte der Stirn fast täglich ein Nagen oder Spannen. (8,246 f.) Kaum ist er nach langer Abwesenheit wieder in Leipzig, so zeigt sich eine Zahngeschwulst, die vom Chirurgen Breyer geschnitten wird (8,250 f), dazu kommt ein böser Hals (8,255) und im Herbst ein Flußfieber. (8,256.) Am Ende des Jahres stirbt sein guter Freund Dr. Bach »an einer Auszehrung«. Er geleitet ihn zu Grabe – und Gellert denkt an seinen eigenen Tod.

   

1759

Der Januar bringt den Tod von Gellerts Mutter, die hochbetagt stirbt. Pfingsten fühlt sich Gellert krank, ohne bettlägerig zu sein, klagt über geschwächte Nerven und einen kraftlosen Magen. Daher trinkt er eine »Bouteille Bitterwasser.« (8, 277.) Kurz vorher war sein Freund, der Advokat Thomä, schnell an verhärteter Leber gestorben. Er getraut sich selbst keine Reise zu, und bleibt zur Messezeit in Leipzig.

   

1760

Die Kopfbeschwerden halten an (8,292 und 297). Die Woche vom 1.–7. Juni ist »eine der schrecklichsten meines Lebens gewesen« (8,307 ff); es scheint sich um »heftige Anfälle« (8,310) gehandelt zu haben. Im Juli geht er zum Brunnentrinken nach Störmthal bei Leipzig. Seiner Schwester gegenüber spricht er von diesem »traurigen und schmerzhaften Jahr«. (8,335.) Im Juni hat Gellert Oeser auf seine Bitten einige Stunden zu einem Bilde gesessen (Gellert an Frl. von Schönfeld. Leipzig 1861. S. 133). Im Dezember findet des Königs Gespräch mit Gellert statt, bei dem er ihm für die Krankheit Traben mit dem Pferd und »eine Menge Boerhaave'sche Mittel« vorschlägt. (An Frl. Schönfeld S 155.)

   

1761

Für das Jahr 1761 sind wir so glücklich, neben Gellerts Briefen auch sein Tagebuch benützen zu können, das in Leipzig 1863 in zweiter Auflage erschien. (Die Stellen daraus sollen mit Tgb. bezeichnet werden und Seitenzahl.)

Gellerts Tagebuch, das er in seinem 46. Lebensjahr führte, bedeutet nicht nur ein Beispiel für »moralisierende Aufzeichnungen eigener Erlebnisse«, sondern es ist darin ganz deutlich die Geschichte seiner körperlichen Beschwerden zu lesen. (W. Mahrholz, Deutsche Selbstbekenntnisse. Berlin 1919, S. 172–174.) Charakteristisch ist es, daß Gellert unter den Todesfällen von Bekannten, die er notiert, eine ganze Reihe von Fällen mit Auszehrung nennt. Nebenbei wird Tag für Tag Buch über seine Seelenzustände geführt. So spricht Gellert am 2. Januar von einer entkräftenden Excretion, von der er schon vor etlichen Tagen den Anfang gespüret. Unpäßlichkeit und Schwachheit beunruhigen Gellert auch im neuen Jahr. (9,1.) So bespricht er auch mit dem König die Kur seiner Hypochondrie. (9,4.) Im Januar quält ihn 14 Tage lang ein Husten und er ist von Schmerzen in der linken Hüfte krank. (9,10.) Auch im Tagebuch (14. Januar) klagt Gellert über Zahnschmerz und nachmittags über »heftigen Schmerz im linken dicken Beine«, so daß er sich deshalb zu Tisch tragen lassen muß. Am 18. Januar brach ihm die Krone des Zahnes aus – dabei noch Schmerz in der Hüfte und Tags zuvor »öftere subtile Excretion«. Der Hüftschmerz hält sogar während des ganzen Monats mit Unterbrechungen an. Der König hat geraten, ihn zu kurieren: »Er muß sich Bewegung machen, alle Tage ausreiten, alle Wochen Rhabarber nehmen.« Darauf erwidert Gellert: »Ihro Majestät, diese Cur möchte wohl eine neue Krankheit für mich seyn.« Kaum ist der Hüftschmerz verschwunden, so meldet sich der Kopf. (9,26.) Am 8. März kommt er frei von seiner körperlichen Plage mit einem elenden Geiste von seinem Lager. (Tgb.) Im März beschweren Gellert »Titillationen«. (Tgb.) Am 12. April schreibt er seiner Schwester, daß für ihn während seiner Krankheit in Bonau (1757) Gerste und Wasser, Honig und Essig und eine gute Wärterin die besten menschlichen Arzneimittel waren. Dagegen widerrät Geliert eine warme Stube und heiße Betten, da sie meistens das Friesel im Körper hervorbringen. Er trinkt auch »seit der Bonauschen Krankheit keine Eyer mehr im Kaffee, der Hitze wegen«, seit August 1760 auch keinen Wein mehr.

Dabei spricht er die Befürchtung aus, daß er »einer Auszehrung nahe« ist. (9, 42.) Am 25. April: »Kützeln innerlich unter der Brust.« Am 5. Mai gibt er die Reise zum Brunnentrinken auf; »mehr aus Furcht meiner Seele, als meinem Leib zu schaden.« Am 12. Mai beginnt er Bitterwasser zu trinken. Am 29. Juli notiert er: »Dein Körper kann viel Antheil haben, aber kann er nicht auch, wie er ist, die Schuld deiner Sünden seyn?« Ende Juli trinkt er in einem Garten »den Pyrmonter Brunnen mit Milch«. (9, 59.) Zwei Tage darauf bekam er einen »sensum volutatis« und empfand »vehementissimum turpissimumque stimulum.« (Tgb.) Am 1. August geht er mit Dr. Hebenstreit spazieren, nachdem sich diese Beschwerden gelegt haben. (Tgb.) Am 4. August: »Wieder den Brunnen und die Milch zu trinken angefangen.« Am 26. September schreibt er, daß er »zeither bei dem Gebrauche der Chinapulver große Beängstigungen und anhaltende Schwermut empfunden«, und daß er am Leibe und am Geiste abgenommen habe. Am Schlüsse des Jahres 1761 dankt er Gott u. a. »daß er die körperlichen Leiden und Schmerzen hat erträglich seyn lassen, und dir immer noch Schlaf und ruhige Nächte gegeben.« (Tgb.)

Die zweite Hälfte des Jahres 1761 ist er einigermaßen zufrieden und beschließt es in leidlicher Gesundheit. (Tgb.)

   

1762

verläuft ohne wesentliche Klagen über die Krankheit in seinen Briefen. Wir erfahren nur noch nachträglich (9,165), daß Geliert 1762 zweimal Ipecacuanha, ein Brechmittel, hat einnehmen müssen, das ihn zum Tode gemartert hat. Und er wirft die Frage auf, warum nicht leichtwirkende Pillen? Trotz Hebenstreit und Heine, die seit ein paar Jahren seine Ärzte sind, will er kein Vomitiv mehr nehmen.

1763

Im März holt er sich an einem windigen Tage beim Reiten »den Husten und gegen Abend den Hüftschmerz.« Beide Ärzte raten wieder zu einer Kur in Karlsbad. »Aber die guten Leute wissen nicht, wie schwach ich bin, weil sie es nicht sehen und nur fühlen.« (9,165.)

Am 21. April kam Gellert krank aus der Kirche und fühlte einen seiner schrecklichsten Zufälle, wogegen er sich selbst Fasten verordnete. (9,172.)

Die Karlsbader Kurliste, deren Einsicht ich der Freundlichkeit des Herrn Stadtarchivar in Karlsbad, Prof. K. Ludwig verdanke, enthält für 1763 folgende Eintragung:

Nro 202. July. 8. Arriv. (Titl:) Herr Bucher, Kammer Commissions Rath, nebst (Titl:) H. Professor Gellert, beede (!) aus Leipzig, logieren 3 Lerchen am Marckt.«

Am gleichen Tage war übrigens Laudon in Karlsbad angekommen. (Vgl. K. Ludwig. Alt-Karlsbad. S. 83.) Gellert ist offenbar von Leipzig am 5. Juli aufgebrochen. (Gellerts Briefe an Frl. von Schönfeld. Leipzig 1861. S. 207.) Nach »sieben, langen Wochen« kehrt er ruhiger, obgleich nicht gesünder zurück. Es ist also etwa dieselbe Stimmung wie 10 Jahre zuvor. (Vgl. 1753.)

1764

Bis in den Januar hinein hat Gellert seit der Rückkehr von Karlsbad keine Hüftschmerzen mehr gehabt. (9, 238.) Er hat auch den Winter die Collegia »ununterbrochen und ohne eine Stunde auszusetzen« halten können. (9, 247.) Etwa den 29. Juni soll Gellert zum dritten Mal ins Karlsbad gehen, und zwar mit dem Kammerherrn von Zedtwitz und dessen Frau. (9,253.) Gellert geht wieder mit »widerstrebendem Herzen.« Anfang August kehrt er nach Leipzig zurück. Die Kur scheint die gleiche gewesen zu sein wie 1763. »Ich habe den Brunnen 34 Tage getrunken, ohne kränker und gesünder zu sein, als ich außer dem Carlsbade war.« (9, 255.) Denn auf der Rückreise und in Bonau hat Gellert »mehr erduldet und verloren, als die ganzen fünf Wochen im Bade.« (9, 264.)

Das größte Unglück war für Gellert – lieber hätte er all seine Bücher verloren – die Einbuße des »zum Sprechen notwendigsten oberen Vorderzahns«, da beide Nachbarn schon lange vorher verloren gegangen waren. Ein Prager Zahnarzt Sauer, dessen Geschicklichkeit gerühmt wurde, setzte dem Dichter neue Zähne ein, marterte ihn dabei sehr; denn er konnte mit ihnen weder reden noch essen noch schlafen. Nachmittags mußte der Zahnarzt sie wieder entfernen und erhielt drei Dukaten für seine Mühe. Auch Dr. Springsfeld war damals in Karlsbad und er ist mit Gellert im Gespräch gewesen. Es ist wohl anzunehmen, daß er ihn auch wie früher in der schweren Krankheit behandelt hat. Er praktizierte seit 1745 während des Sommers in Karlsbad, sonst war er fürstlich sächsischer Hofrat und Stadtphysikus in Weißenfels.

In einer Abhandlung über Karlsbad (1749) wandte sich Springsfeld gegen die Unsitte, daß man die Kur nach Tagen abzählt und, ohne auf die Nebenumstände und die Wirkungen des Wassers im Körper achtzugeben, mit Trinken, Purgieren und Baden abwechselt. Denn die Kur müsse nach medizinischen Gründen eingerichtet werden. »Ein vernünftiger Medicus muß wissen, warum er heute zu trinken aufhören läßt und morgen ein abführendes Mittel verordnet, warum er die Trinkkur verlängert und die Badekur verkürzt. Der Körper muß zum Baden gehörig zubereitet werden nach der Regel: Kein unreiner oder noch angefüllter Körper soll das Bad gebrauchen.«

Springsfeld trat wieder für die Badekuren in Karlsbad ein, während die Vorfahren nur dort badeten und das Wasser garnicht tranken. Wegen seiner Verdienste um Karlsbad wurde Springsfeld durch ein Hofdekret vom 20. Februar 1751 auch gestattet, »specialiter et sine clausula« zu ordinieren. Fünf Jahre später, als Gellert das letzte Mal in Karlsbad war – 1769 – verließ Springsfeld seine erfolgreiche Praxis, und er zog sich, da ihm von Kollegen und Bürgern der Aufenthalt verleidet wurde, nach Wien zurück, wo er am 13. März 1772 starb. (Vgl. K. Ludwig. Alt-Karlsbader Ärzte und ihre Kurmethoden, in: Karlsbader ärztliche Vorträge. Bd. 10. 1929, S. 331–333.)

Kehren wir nach diesem Exkurse über Gellerts Arzt wieder zu ihm selbst zurück, so hören wir, daß er im Sommer keine Collegia las und u.a. auch wegen des »Aufwandes im Carlsbade« in pekuniären Nöten war. (9, 285.)

1765

Sein Geburtstag war für Gellert ein »trüber kranker Tag«. Er fühlt sich schwach und klagt auch wieder über nicht sehr heftige Hüftschmerzen. (9,312.) Im Herbst gefällt ihm die rauhe Witterung nicht auf dem Lande und er eilt wieder zurück. (9,313.)

1766

Im April schreibt er der Schwester, mit der er sich gern über seine Krankheit unterhält, daß er nicht klagen wolle, das sei oft Unzufriedenheit und Undankbarkeit. Im Juni (10. 18) fühlt er sich so kraftlos, daß er kaum einen Brief schreiben kann. Im August tritt wieder Husten und Hüftschmerz auf. (10,24.)

1767

Ende Februar betont Gellert der Schwester gegenüber, daß seine Gesundheitsumstände täglich schwerer werden. Besonders sei sein Kopf »hart angegriffen«. (10, 30.) Ende Oktober freut sich Gellert der überstandenen »für seine Gesundheit und seine Gemütsruhe gefährliche Messe«, während der er dem Kurfürsten zwei Vorträge halten mußte. (10,48.)

Besonders wertvoll für Gellerts Krankengeschichte und für die von ihm ausprobierten Arzneimittel ist der an Borchward gerichtete Brief vom 13. Dezember 1767. (10,56 bis 57):

»Die schlechten Wirkungen Ihrer angeführten Arzneymittel kenne ich beynahe alle aus eigener trauriger Erfahrung; ich glaube fest, liebster Borchward, wenn Sie sich derselben gänzlich enthalten; es wäre denn, daß Ihnen das Aderlassen, wegen der unordentlichen goldenen Ader, von Ihrem Medico vorgeschrieben würde. Ich brauche seit vielen Jahren bey allen meinen Übeln fast gar keine Medicin, als Diät, Bewegung (nur keine heftige), Geduld, Gebet und Arbeit. Ich esse die einfältigsten Speisen ohne alle Würze: täglich, Sommers und Winters, gekochten Spinat und getrocknete Pflaumen, mehr Brod als Fleisch, und weil ich am Magen und Zähnen leide, stets weichbereitete Speisen. Ich trinke mittags ein Glas Burgunder, Abends ein Glas Moslerwein, und Wasser. Ich trinke keinen Tropfen Coffee mehr, den ich durchaus nicht vertragen kann, sondern früh um sechs Uhr etliche Tassen Hallerischen Kräuterthee, oder Alpenthee, und eine Stunde darauf meine Gesundheitschokolade, die aus nichts als Cacao, und ein wenig China und Zucker besteht. Ich reite täglich eine Stunde, auch im Winter eine halbe; habe ein stilles und gutes Pferd aus dem Stalle Ihres lieben Prinzen Heinrichs, habe nie reiten gelernt, scheue keine Witterung, nicht Regen noch Schnee, nur den Wind, der mir Husten und Hüftweh verursachet. Im Sommer trinke ich früh um 5 Uhr (denn ich wache früh auf) statt des balsamischen Kräuterthee ein oder zwey Gläser Spaawasser, ohne eine Cur daraus zu machen, und alsdann nehme ich meine Chokolade, die niemanden sehr, als mir, schmecken dürfte, und eine Pfeife Tabak, die mich beyde öffnen. Selten brauche ich etwas Abführendes, ja ich fürchte mich mit Recht davor, weil ich ohne Kräfte und Säfte bin. Ich werde wahrscheinlicherweise nie weder Brunnen, noch Bad, als Medicin brauchen, sondern bey guter Lebensordnung mich dem Willen Gottes überlassen.

Ihnen aber, mein Freund, rate ich künftiges Frühjahr das Carlsbad, wenn es Gott gefällt, Sie länger leiden zu lassen. Folgen Sie mir. Mir hat es die beyden letztenmale nichts geholfen, sondern gewiß geschadet; dennoch rate ichs Ihnen. – Und hiermit befehle ich, Ihr kranker und sehr schwacher Freund, Sie Gott und seiner Gnade, bete für Ihre Ruhe und Gesundheit ... und bin der Ihrige Gellert.«

1768

Im Anschluß an diesen Brief schreibt Gellert am 3. Februar ebenfalls an Borchward: »China in Pulver kann ich nicht nehmen, sie macht mir großen Krampf im Schlunde, aber im Extracte, ja kann ich sie Löffelweise vor Tisch vertragen.« (10, 64.)

Wegen Gellerts Kränklichkeit verbietet ihm Dr. Heine das Correcturlesen bei der geplanten Gesamtausgabe seiner Werke. (10, 76.) Der Schlaf ist aber wieder besser, und er liest wieder Collegia.

Ende Dezember stirbt Gellerts geduldiges Pferd. Er erhält vom Kurfürst sofort ein neues, wobei er in die Worte ausbricht: »Ein kranker alter Professor und ein gesundes junges Pferd schicken sich nicht recht zusammen.« (10,78.)

1769

Am 13. Februar schreibt Gellert an seine Schwester (10, 123): »Unser Leben währet siebenzig Jahr, und das meinige, das sehr schwache, wird nicht so lange währen.« Im Mai besucht er nochmal seinen Geburtsort Hainichen. Die Reise wird ihm schwer. Mit Gebet und Tränen nimmt er Abschied. Im August ist er zwar kraftlos, kann aber noch ausgehen. (10, 130.) Im September hat Gellert mit einem »neuen Übel« zu streiten gehabt. Er sagt aber nicht, um was es sich gehandelt hat. (10, 131.) Ende September wird ihm die Berufsarbeit immer schwerer. (10,133.)

Nach J. A. Cramers Gellertbiographie (1744) beschwerten den Dichter schon lange die schmerzlichsten Verstopfungen. (10,281.) Anfang Dezember 1769 »äußerte sich ein völlige Unfähigkeit zu den gewöhnlichen Absonderungen mit den schlimmen Folgen, die sie zu begleiten pflegen.« Außer den Ärzten, Heine und Hebenstreit wurde auch deren Lehrer, Ludwig, herbeigerufen, um zu helfen. Vier Tage vor seinem Tode besprach Gellert noch, besonders mit Dr. Heine die Herausgabe seiner noch übrigen Schriften. Inzwischen hatte der Kurfürst einen seiner geschicktesten Leibärzte, Demiani, nach Leipzig gesandt. Es heißt, daß innerhalb 24 Stunden Gellert 16 unter den Händen des Wundarztes verbrachte. Er hatte die empfindlichsten Schmerzen, die durch eine Entzündung aller inneren Teile im Unterleibe hervorgerufen waren. Sein ganz erschöpfter Körper starb langsam. (10, 286 f.)

Den 13. Dezember 1769 mitternachts entschlummerte der Dichter.

   

Mir ist seit langer Zeit bekannt, daß sich in der anatomischen Sammlung in Leipzig befand:

»Gellerts Gallenblase, von der Größe einer kleinen Walnuß; durchaus verknöchert.« (Vgl. Wilhelm Horn, Reisen durch Deutschland. Bd. 1. Lpz. 1831. S. 14 ff und Erich Ebstein, Aus Leipzigs med. Vergangenheit, in: Die Leipziger Neunundneunzig. Leipzig 1929. S. 140-144.)

Es mußte danach angenommen werden, daß Gellert vielleicht eine Gallenblasenentzündung gehabt haben könnte.

Die Suche nach dem vollständigen Sektionsprotokoll war bisher vergebens. Nur ein Teil desselben hat sich erhalten in dem Elogium Gellerti, das der Leipziger Theologe Ernesti 1769 (Lipsiae, Weidmann) herausgegeben hat und das auch in deutscher Sprache (Dem Andenken des Herrn Gellert. Lpz. 1770) erschienen ist.

Auf der letzten Seite des lateinischen Exemplars steht die betreffende Stelle, die wohl Ernesti von dem Obduzenten zur Verfügung gestellt wurde. Es heißt dort:

»Finem dolorum et vitae fecit inflammatio intestinorum et gangraena die tertia decima Decembris.

Triste spectaclum praebuit corporis aperti facies. Ventris imi intestina omnia arctius justo cohaerebant: ileum coecum et colon supra modum expansa et turgida: Colon etiam ex parte callo duratum et valde coarctatum: induratae glandulae et ulcerosae: tunicae utriusque ita expansae et flaccidae ut rupturae fuisse viderentur, nisi mors praevenisset: faeces intus nigrae ab atra bili.«

Außer der oben erwähnten Gallenblasenentzündung darf man vielleicht an eine sekundäre Darmtuberkulose denken, wenn man auch von einem krankhaften Lungenbefund nichts hört. Indes muß hier nochmals an Gellerts Blutspeien im Knabenalter und an seine spätere Pleuritis erinnert werden.

Auch in dem in Frankfurt a. M. erschienenen Journal vom 1. Januar 1770 (abgedruckt in: Maria Belli-Gontard, Vor mehr als hundert Jahren. Frankfurt. 1870. S. 43) heißt es, daß man von Leipzig schreibt, »daß alles mögliche versucht worden, ihn (Gellert) vom Tod zu retten, allein nicht zu hebende Verstopfungen verursachten innerliche Entzündungen und also den Tod.«

In dem Büchlein eines Anonymus »Ueber die Hypochondrie« (Dresden 1777 in der Hilscher'schen Buchhandlung) gedenkt der Verfasser (S. 54 f) auch Gellerts, »eines der größten Hypochondristen« und sagt dann weiter:

»Bey ihm fand man in seinen letzten Jahren alle Zufälle gehäuft, die wir bey der Beschreibung der Krankheit einzeln bezeichnet haben. Seine letzte Krankheit, und die nach seinem Tode vorgenommene genaue Section, ließen keinen Zweifel darüber übrig. Seine verfeinerte Empfindung, sein Mißtrauen gegen sich selbst, seine immer fortdauernde Traurigkeit – Zufälle, die man am besten aus seinen freundschaftlichen Briefen ersehen kann – zeigen den veränderten Zustand seiner Seelenkräfte sehr deutlich ... Nicht alle Hypochondristen sind Gellert. Nicht bei allen ist diese Veränderung der Seele und des Leides jener stillen, wohltätigen, zum Guten immer würkenden Disposition meines mir ewig unvergessenen Lehrers ähnlich.«

Ein recht gutes Wachsrelief von Carl Leisser zeigt Gellert vor seinen Studenten im Hörsaal. Es läßt sein schmales Gesicht, seine eingefallenen Wangen und eine spitze Nase deutlich erkennen. (Vgl. die Abbildung bei Julius Vogel, Goethes Leipziger Studentenjahre. Leipzig 1909. S. 56.)

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