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Tuberkulose als Schicksal

Erich Ebstein: Tuberkulose als Schicksal - Kapitel 10
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authorErich Ebstein
titleTuberkulose als Schicksal
publisherFerdinand Enke Verlag
editorGeorg B. Gruber
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Jean Jacques Rousseau

1712 – 1778

schreibt im fünften Buche seiner Bekenntnisse: »Ich weiß nicht, woher es kam, daß ich, obwohl von guter Leibesbeschaffenheit und ohne nach irgendeiner Richtung hin auszuschweifen, zusehends abnahm. Ich bin ziemlich kräftig gebaut und habe eine breite Brust, in der sich die Lunge frei bewegen kann; und doch hatte ich einen kurzen Atem, ich fühlte mich bedrückt, ich seufzte unwillkürlich, ich hatte Herzklopfen, ich spuckte Blut. Schleichendes Fieber trat hinzu, das ich nie wieder losgeworden bin. Wie kann man in der Blüte der Jugend, ohne irgend einen inneren Schaden, ohne durch irgend etwas seine Gesundheit zerstört zu haben, in einen solchen Zustand verfallen?«

P. J. Möbius, der u. a. Rousseaus Krankengeschichte geschrieben hat (Leipzig 1903), bemerkt hierzu (S. 49 f), daß man nach Rousseaus Äußerungen zwar an eine tuberkulöse Erkrankung denken könnte, daß aber einer solchen Annahme die andern Symptome und der Verlauf widersprechen. Weiter spricht dagegen die Tatsache, daß Rousseau nie an Husten oder dergleichen gelitten hat und daß bei der Sektion seine Lungen vollkommen unversehrt gefunden worden sind. (Ebenda S. 300.)

Nicht derselben Ansicht wie Möbius ist Georg Sticker (Über Naturheilkunst. Gießen 1909. S. 116). Er sagt, daß Rousseau, der infolge des Bluthustens seine Tätigkeit als Gesanglehrer aufgeben und aufs Land gehen mußte, durch die tägliche Beschäftigung im Freien und den Berufswechsel günstig sein Brustübel beeinflußte und es das geringste von den vielen Leiden geblieben ist, von denen der Dulder in seinem sechundsechzigjährigen Dasein verfolgt worden ist.

Möbius faßte seine Epikrise über Rousseau kurz dahin zusammen (S. 309): »Die angeborene Krankhaftigkeit Rousseau's war die Quelle sowohl seiner Genialität, wie seiner Paranoia.«

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