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Till Eulenspiegel

Hermann Bote: Till Eulenspiegel - Kapitel 79
Quellenangabe
typenarrative
booktitleTill Eulenspiegel
authorHermann Bote
year1981
publisherInsel Verlag
addressFrankfurt am Main
isbn3-458-32036-9
titleTill Eulenspiegel
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1510
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Die 78. Historie sagt, wie Eulenspiegel in Köln dem Wirt auf den Tisch schiß und ihm sagte, er möge kommen, damit er es fände.

Bald danach kam Eulenspiegel nach Köln in eine Herberge, und er drückte sich zwei oder drei Tage herum, um sich nicht zu erkennen zu geben. In diesen Tagen merkte er, daß der Wirt ein Schalk war. Da dachte er: Wo der Wirt ein Schalk ist, da haben es die Gäste nicht gut, du solltest dir eine andere Herberge suchen. Am Abend merkte es der Wirt Eulenspiegel an, daß er eine andere Herberge suchte. Er wies den anderen Gästen ihre Betten an, nicht aber Eulenspiegel. Da sprach dieser: »Wie, Herr Wirt, ich bezahle meine Kost ebenso teuer wie die, denen Ihr ein Bett anweist, und ich soll hier auf der Bank schlafen?« Der Wirt sagte: »Siehe, da hast du ein paar Bettlaken!« und ließ einen Furz. Und auf der Stelle ließ er noch einen und sprach: »Siehe, da hast du ein Kopfkissen!« Und zum dritten Male ließ er einen fahren, daß es stank, und sagte: »Siehe, da hast du ein ganzes Bett! Behilf dich bis morgen und lege sie mir auf einen Haufen, damit ich sie beieinander wiederfinde!« Eulenspiegel schwieg still und dachte: Sieh, das merkest du wohl: du mußt den Schalk mit einem Schalk bezahlen. Und er lag die Nacht auf der Bank.

Nun hatte der Wirt einen schönen Klapptisch. Die Flügel klappte Eulenspiegel auf, schiß auf den Tisch einen großen Haufen und klappte ihn wieder zu. Am Morgen stand er früh auf, ging vor des Wirtes Kammer und sprach: »Herr Wirt, ich danke Euch für die Nachtherberge.« Und damit ließ er einen großen Furz und sagte: »Seht, das sind die Federn von dem Bett. Das Kopfkissen, die Bettlaken und die Decken mit dem Bett habe ich zusammen auf einen Haufen gelegt.« Der Wirt sprach: »Herr Gast, das ist gut, ich will danach sehen, wenn ich aufstehe.« Eulenspiegel sagte: »Das tut! Schaut Euch um, Ihr werdet das schon finden!« Und damit ging er aus dem Haus.

Der Wirt sollte zu Mittag viele Gäste haben und sagte, die Gäste sollten auf dem hübschen Klapptisch essen. Als er nun den Tisch aufmachte, zog ihm ein böser Gestank in die Nase, er fand den Dreck und sprach: »Er gibt den Lohn nach den Werken, einen Furz hat er mit einem Scheißen bezahlt.«

Dann ließ der Wirt Eulenspiegel zurückholen, weil er ihn noch besser kennenlernen wollte. Eulenspiegel kam auch wieder, und er und der Wirt vertrugen sich in ihrer Schalkheit so, daß Eulenspiegel fortan ein gutes Bett bekam.

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