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Till Eulenspiegel

Hermann Bote: Till Eulenspiegel - Kapitel 76
Quellenangabe
typenarrative
booktitleTill Eulenspiegel
authorHermann Bote
year1981
publisherInsel Verlag
addressFrankfurt am Main
isbn3-458-32036-9
titleTill Eulenspiegel
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1510
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Die 75. Historie sagt, wie Eulenspiegel ein Weißmus allein ausaß, weil er einen Klumpen aus der Nase hineinfallen ließ.

Große Schalkheit tat Eulenspiegel einer Bäuerin an, um ein Weißmus allein zu essen. Er war hungrig und ging in ein Haus. Dort fand er die Frau allein vor. Sie saß beim Feuer und kochte ein Weißmus. Das duftete Eulenspiegel so wohl in die Nase, daß es ihn gelüstete, davon zu essen. Er bat die Frau, ihm das Weißmus zu geben. Die Frau sagte: »Ja, mein lieber Eulenspiegel, gern! Und wenn ich es selber entbehren müßte, so will ich es dennoch Euch geben, damit Ihr es allein eßt.« Eulenspiegel sagte: »Meine liebe Frau, das möchte wohl nach Euren Worten geschehen.«

Die Frau gab ihm das Weißmus und setzte die Schüssel mit dem Mus samt Brot auf den Tisch. Eulenspiegel war hungrig und begann zu essen. Die Frau kam dazu und wollte mit ihm essen, wie es bei den Bauern üblich ist. Da dachte Eulenspiegel: wenn sie auch kommt und ißt, so wird hier nicht lange für mich etwas übrigbleiben. Und er hustete einen großen Klumpen und spuckte ihn in die Schüssel mit dem Weißmus. Da wurde die Frau zornig und sagte: »Pfui über dich! Dieses Weißmus friß du Schalk nun allein!"

Eulenspiegel sprach: »Meine liebe Frau, Eure ersten Worte waren also: Ihr wolltet das Weißmus selber entbehren, und ich sollte es allein essen. Nun kommt Ihr und wollt mit mir essen. Ihr hättet das Weißmus wohl mit drei Bissen aus der Schüssel geholt.« Die Frau sagte: »Daß dir nimmer Gutes geschehe...! Gönnest du mir meine eigene Kost nicht? Wie solltest du mir dann deine Kost geben?« Eulenspiegel sprach: »Frau, ich tue nur nach Eueren Worten.« Und er aß das ganze Weißmus auf, wischte sich den Mund und ging hinweg.

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