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Till Eulenspiegel

Hermann Bote: Till Eulenspiegel - Kapitel 48
Quellenangabe
typenarrative
booktitleTill Eulenspiegel
authorHermann Bote
year1981
publisherInsel Verlag
addressFrankfurt am Main
isbn3-458-32036-9
titleTill Eulenspiegel
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1510
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Die 47. Historie sagt, wie Eulenspiegel drei Schneiderknechte von einem Fensterladen fallen ließ und den Leuten sagte, der Wind habe sie herabgeweht.

Während eines Marktes in Bernburg war Eulenspiegel wohl 14 Tage in einer Herberge. Dicht daneben wohnte ein Schneider, der hatte drei Knechte auf einem Laden sitzen, die dort saßen und nähten. Und wenn Eulenspiegel bei ihnen vorbeiging, spotteten sie über ihn oder warfen ihm Fetzen nach. Eulenspiegel schwieg still und wartete auf einen Markttag, an dem der Markt voller Leute war. In der Nacht davor sägte Eulenspiegel die Ladenpfosten unten ab, ließ sie aber auf den untersten Steinen stehn. Des Morgens legten die Schneiderknechte den Laden auf die Pfosten, setzten sich darauf und nähten.

Als nun der Schweinehirt blies, damit jedermann seine Schweine austreiben lasse, da kamen auch des Schneiders Schweine aus seinem Hause, liefen unter das Fenster und begannen, sich an den Ladenpfosten zu reiben. Die Pfosten unter dem Fenster wurden von dem Reiben herausgedrückt, so daß die drei Knechte von dem Fensterladen auf die Gasse purzelten. Eulenspiegel sah sie, und als sie fielen, begann er laut zu rufen: »Seht, seht! Der Wind weht drei Schneider vom Fenster!«

Und er rief so laut, daß man es über den ganzen Markt hörte. Die Leute liefen herzu, lachten und spotteten. Die Knechte schämten sich und wußten nicht, wie sie von dem Fensterladen heruntergekommen waren. Zuletzt wurden sie gewahr, daß die Ladenpfosten angesägt waren, und merkten wohl, daß Eulenspiegel ihnen das angetan hatte. Sie schlugen andere Pfähle ein und wagten nicht mehr, seiner zu spotten.

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