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Thomas Rendalen

Bjørnstjerne Bjørnson: Thomas Rendalen - Kapitel 7
Quellenangabe
typefiction
authorBjörnstjerne Björnson
titleThomas Rendalen
publisherBerlin Franz Wunder
printrunDritte Auflage
translatorWilhelm Lange
year1910
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
projectid5587b04b
created20061219
secondcorrectorH. Niephaus
secondcorrection20120109
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6.

Ein Eheleben.

Die Trauung fand eines Nachmittags im Hause statt. Niemand als die nächsten Verwandten wohnten ihr bei, und gleich nach der Hochzeitstafel zog das Brautpaar sich Arm in Arm zurück.

Es war fast nichts in dem Hause verändert worden; Auch das sollte erst nach und nach geschehen. Das Zimmer links diente nach wie vor zum Wohn- und Speisezimmer; das daranstoßende als Schlafgemach. Die besten Möbel und Betten, zum Teil alte, kostbare Erbstücke, wurden nun hier zusammengestellt, und die Ledertapeten gewaschen, wodurch sie gerade kein besseres Aussehen erhielten. Nur die schweren Holzschnitzereien an den Deckenbalken nahmen sich nach der Waschung besser aus. Auch die Gemälde wurden einer Waschung unterzogen; aber nicht immer mit Glück. Da die Rahmen zugleich neu vergoldet wurden, nahm es sich entsetzlich aus.

Neben dem Schlafgemach war sofort nach John Kurts Rückkehr ein Badezimmer eingerichtet worden. Jetzt ward dieses abgeteilt, so daß nun auch ein Toilettenzimmer vorhanden war. Die Küche auf der andern Seite des großen Ganges, der das ganze Haus in zwei Teile teilte, nahm sich aus wie ein Tanzsaal. In diese wurde eine neue, aus England verschriebene Kochmaschine gestellt; wollten doch hier die Neuvermählten ein gut Teil ihrer Zeit zubringen.

Einige Tage waren sie ganz allein. Auch später gingen sie nicht aus; aber die Freundinnen wurden einzeln eingeladen – und bald herrschte auf dem Gut dieselbe Fröhlichkeit, wie früher im Hause des Oberlehrers. Während der Tage unmittelbar vor und nach der Trauung war Thomasine verliebt – ja geradezu vernarrt in John Kurt; sie war ganz und gar von ihrem John eingenommen und fast übermütig glücklich.

Allein es lag nicht in ihrer Natur, übermütig zu sein; das kleidete sie nicht. Sie sah zerstreut aus, ja bald sogar einfältig. Das fühlte sie, wenn die Freundinnen sie ansahen, hatte sie es doch schon in ihrem eigenen Spiegel entdeckt. Sie dachte ein wenig darüber nach, wies aber den Gedanken wieder von sich ab. Dann überkam es sie von Zeit zu Zeit wie ein heimlicher Schreck. Natürlich wollte sie den unterdrücken, wurde dadurch aber erst recht, was sie nicht sein wollte. Die Freundinnen zischelten sich ins Ohr, daß sie so unangenehm geworden; sie, die gerade durch ihr frohsinniges, ursprüngliches Wesen gefallen hatte, war nun entweder merkwürdig geistesabwesend oder heftig.

Eine an sich unbedeutende Eigentümlichkeit erregte besondere Beachtung: keine von den Freundinnen kam weiter als bis zum Wohnzimmer und zur Küche; alles andere blieb sorgfältig verschlossen. Sie spionierte förmlich umher, ob die Freundinnen sie nicht ausspionierten.

Aber bald wurden sie alle von einem anderen ausspioniert. Niemand konnte mehr allein mit Thomasine sein, ohne daß John Kurt diese oder jene Tür öffnete und den Kopf hervorsteckte; man hörte ihn nie, bis er dastand. Alle Schlösser waren untersucht und geschmiert; die Türen schlossen ohne das mindeste Geräusch. Promenierten sie in den breiten Gartenwegen, so trat er unverhofft hinter einer Hecke hervor. Flüsterten sie in seiner Nähe, so begann er zu fluchen, unruhig, mürrisch, zornig zu werden – nicht gerade auf sie, aber doch so, daß ein Irrtum über die Veranlassung nicht möglich war. In der Regel entlud sich dann ein Donnerwetter wegen Thomasinens »Unordnung«.

Die Freundinnen dachten, entweder wären sie im Wege, oder es müsse sonst etwas im Wege sein, dem sie mehr als gern ausweichen wollten. Und die eine nach der anderen kam immer seltener.

Endlich begriff auch Thomasine ihres Mannes Unruhe, Anfangs meinte sie, er wollte mit seinem eigentümlichen Wesen ihre Freundinnen verscheuchen. Die Klagen über ihre Unordnung waren gerechtfertigt. Ordnung will in der Tat erst gelernt sein. Später, als kein Versehen mehr vorkam, fragte sie sich, ob er vielleicht auf die, welche sie besuchten, eifersüchtig sei. In dem Falle mußte er es auch früher gewesen sein; da kamen die Freundinnen ja noch öfter als jetzt.

Hatte er denn irgendwelche Befürchtung? Aber welche? Daß sie über ihn reden möchten? Was sollten sie denn über ihn reden?

Endlich hatte sie's gefunden ...

Er war gerade ausgegangen; sie hatte also Zeit, die Sache zu überlegen, mit kälterem Blut zu betrachten. Es lag nicht in ihrer Natur, plötzlich Entschlüsse zu fassen, und es war ihr noch unklar, was sie beginnen sollte, und welche Rechte sie in einem ehelichen Zusammenleben hatte. Niemals hatte sie darüber mit jemand gesprochen, niemals etwas darüber gelesen. Nach und nach verteilte sich gleichsam der Schmerz in Grübeleien; sie nahm ihre Arbeit wieder auf und versuchte sich so zu geben, als wäre nichts geschehen.

Aber John Kurt merkte sofort, daß ihr ganzes Wesen eine Wandlung erfahren. Dann sah er gelegentlich, daß sie geweint hatte. Und von jetzt an fragte er, so oft er nach Hause kam, ob Besuch dagewesen. – Nein! – Einmal hörte sie ihn gleich darauf den Gärtner fragen, ob seine Frau Besuch gehabt, während er fortgewesen.

Er ward scheu vor ihr und vorsichtig, ja geradezu unsicher. Aber auf die Dauer konnte er das nicht aushalten; dann ward er mit einem Male ungeduldig und roh, bereute dies dann bitterlich und bat wohl zwanzigmal um Verzeihung.

Beides wiederholte sich. Thomasine war nicht nervös, so daß das erstere sie nicht erschreckte und das letztere sie nicht bestimmen konnte, ihr Verhalten zu ändern. Sie war freundlich, aber immer zurückhaltend. Dann zog es sich zu einem größeren Gewitter zusammen, das fühlten sie beide. Die Übergänge zwischen kalt und warm traten immer schneller ein; die vorausgehenden Regenschauer wurden heftiger, die dann eintretende Stille und Schwüle gefährlicher. Und inmitten all dieser dräuenden Zustände konnte er wieder so unglaublich freundlich, so natürlich heiter und rücksichtsvoll sein, daß sie alle unheilverkündenden Zeichen vergaß und sich der Hoffnung hingab, daß ohne irgendwelche bestimmten Auseinandersetzungen, bloß durch ihre sanfte verständige Leitung für die er das feinste Verständnis hatte, ihr Zusammenleben sich zu dem umwandeln würde, was sie unter einer hergebracht glücklichen Ehe sich dachte ...

Eines Nachmittags kam er aus dem Garten, in welchem er den ganzen Tag gearbeitet hatte, plötzlich zu ihr herein. Er wollte die Kleider wechseln, denn er war zu einer großen Herrengesellschaft in der Stadt geladen. Er begab sich in das Schlafgemach, warf Rock und Weste von sich, kam wieder herein und sprach davon, daß er ein Bad nehmen wolle; ging hierauf ein paarmal auf und nieder, als überlegte er etwas bei sich.

Sie fühlte, daß etwas in der Luft lag. Sie selbst hatte sich zum Ausgehen angekleidet, da sie eine Freundin besuchen wollte. Er schritt an ihr vorbei und musterte sie. Sie meinte, es sei das beste, sich zu entfernen.

Als er sah, daß sie das Zimmer verlassen wollte, bat er sie, noch zu bleiben; sie könnten dann zusammen gehen. Sie entschuldigte sich damit, daß sie erwartet würde. Aber sie kam ja noch früh genug zum »Klatsch«; jetzt konnte sie ihm ein wenig helfen.

Sie fragte womit. Das verletzte ihn. Sie hatte kein Recht, so etwas zu fragen. Sie war überhaupt nicht fügsam; sie hatte noch gar keinen Gehorsam gelernt. Sie sollte doch wissen, daß sie jetzt einen Herrn hatte und diesem in »allem« untertänig sein müsse. Das stand sogar in der Bibel ...

Zur Antwort setzte sie sich den Hut auf; er lag da auf dem Tisch bereit, – nebst dem Sonnenschirm und der Mantille.

Da ward er wütend und fragte, ob sie glaube, er durchschaue sie nicht! Ob sie etwa besser sei als er und ihn darum beständig überwache? Allerdings habe sie nicht Gelegenheit gehabt, das Leben zu führen, das er geführt. Aber das war ja auch das einzige, was sie schied. Im Grunde war sie ganz so wie er; genau so. Darum sei es zwecklos, noch länger Komödie zu spielen.

Das kam Thomasine so unerwartet, daß sie aufschrie: »Du Flegel!« – ihre Sachen nahm und gehen wollte. Die Tür zum Flur war unmittelbar hinter ihr. Er warf sich ihr in den Weg, drehte den Schlüssel um und steckte ihn ein. Dann trat er an die beiden anderen Türen, verschloß auch diese und steckte die Schlüssel in die Tasche. Darauf verschloß er auch die Fenster.

»Was hast du vor?« fragte sie leichenblaß und nahm die Brille ab; den Hut vergaß sie abzulegen.

»Ich will dir einmal beweisen, was du eigentlich bist,« antwortete er. Und zu ihrem Entsetzen nannte er sie mit den ärgsten Namen, mit denen man eine Frau benennen kann.

Dabei trat er ihr unmittelbar vor die Augen; sein Atem streifte ihren Mund. Und er sagte Dinge, die sie brannten wie glühende Kohlen ... Einem solch erbärmlichen Menschen also hatte sie sich ausgeliefert! ...

Aber ihn brachten ihre Nähe und der Anblick ihres Gesellschaftskleides auf einen Gedanken. Blitzschnell durchzuckte es ihn, jetzt sei der Augenblick gekommen, sie zu knicken. Sie bildete sich gar zu viel ein, wie sie dastand mit ihrer kräftigen Gestalt. Sie wagte es, etwas ganz Besonderes sein zu wollen. Sie war sein; seine Sache. Er konnte mit ihr machen, was er wollte.

Aber sie setzte sich zur Wehr.

Zunächst warnte er sie. Er fragte, was sie denn vorhabe? Ob sie ihn zwingen wolle, ihn? Sie!? Und plötzlich schrie er:

»Ich fürchte mich nicht vor deinen Katzenaugen!«

Und nun ward gerungen in dem alten Kurtschen Hause. Zwischen einem Kurt und seinem Weibe, und das mit all der Macht, welche zwei Menschen besitzen, – auf seiner Seite mit der Rücksichtslosigkeit, welche enttäuschte Herrschsucht und gekränkter Manneswille zu erzeugen vermögen, auf ihrer Seite mit der fast männlichen Kraft, die sie besaß, mit der Stärke der Verzweiflung. Ganz allein rangen sie, vor geschlossenen Fenstern und Türen, und ohne daß ein Wort vernommen wurde. Der Tisch stürzte um, und alles, was darauf, wurde zertrümmert oder ergoß sich über den Boden. Auch die Stühle wurden umgestoßen und das neue Sofa weit ins Zimmer vorgeschoben. Und auch sie stürzten zu Boden, erhoben sich aber wieder. Da stießen sie an die schwere Wanduhr. Das Gehäuse schwankte hin und her, stürzte und traf ihn an Schulter und Kopf, so daß er innehalten und sich besinnen mußte. Sie hatte jetzt Zeit, eine Tür zu gewinnen; jedenfalls eine günstigere Stellung einzunehmen. Aber das tat sie nicht. Sie betrachtete sich, denn sie hatte kaum noch ein heiles Kleidungsstück am Leibe. Das Haar hing halb ausgerissen an ihr herab und sie empfand einen heftigen Schmerz im Kopf. Aber das einzige, was sie tat, war, sich von den Resten der Krinoline zu befreien. Sie schleuderte sie von sich: sie blieb an den Tischbeinen hängen. Sie fühlte, daß sie blutete. Er hatte sie einmal über Mund und Nase gefaßt, was ihr einen starken Schmerz verursacht hatte.

Dann rangen sie von neuem. Diesmal schleuderte er sie sofort zu Boden; aber damit war nicht viel gewonnen. Denn er war nur wenig stärker als sie, so daß er seine Kräfte nicht verteilen konnte, ohne sofort alle Vorteile zu verlieren. Sobald sie eine Hand frei bekam, war sie wie eine Katze sogleich wieder auf den Beinen.– –

Langsam erhob er sich. Der Atem drohte ihm auszugehen; er war furchtbar bleich und einer Ohnmacht nahe. Sie stand vor ihm in ihren Lumpen und sah es; auch sie atmete jäh und heftig, aber sie war noch bei Kräften. Und jetzt vernahm er die ersten mühsam hervorgestoßenen Worte aus ihrem Munde:

»Willst du es nicht – – noch einmal versuchen?«

Er zog sich rückwärts nach einem Stuhl zurück, dem einzigen, der stehengeblieben. Und dort sank er nieder. Er sah sie gar nicht an; er saß da mit übergeneigtem Oberkörper und rang nach Luft.

Es dauerte geraume Zeit, ehe er sich wieder aufzurichten begann.

Sie stand fern von ihm am Ofen und hielt die Fetzen ihrer Kleider um sich zusammen. Sie bat ihn, das Schlafzimmer zu öffnen; sie wolle sich andere Kleider anziehen. Er antwortete nicht. Da höhnte sie ihn wegen seiner grenzenlosen Feigheit und Erbärmlichkeit. Er hörte es an, ohne ein Wort zu erwidern. Dann zeigte er mit dem Finger nach ihr, und in seinem Gesicht stand zu lesen, wie häßlich sie sei. Diese Schadenfreude gab ihm endlich auch die Sprache wieder. Sie gleiche, wie sie dastehe, in ihren Fetzen und Lumpen und zerzaustem Haar den rohesten und widerwärtigsten Frauenzimmern. Aber seine Sprache hatte jetzt keine Farbe mehr; ja er fluchte nicht einmal.

»Kannst du jetzt nicht mehr fluchen?« fragte sie.

Er nahm das ruhig hin. Er stand nur auf und ging langsam durch das Zimmer nach der Tür zum Schlafgemach, suchte den Schlüssel hervor und öffnete. Beim Hinausgehen sah er sie an und schloß dann die Tür wieder ab ... Da stand sie ...

Jetzt hörte sie ihn ins Badezimmer gehen und ein Sturzbad nehmen ... Dann verließ er das Badezimmer ... Sie setzte sich und wartete. Nach einer Weile kam er zum Ausgehen umgekleidet wieder herein, schloß die Tür hinter sich und steckte den Schlüssel in die Tasche. Er ließ die Hand in die Tasche; steckte dann auch die andere Hand in die Tasche und begann zu pfeifen. Er schritt an ihr vorbei über die hingestürzten Möbel und andere Gegenstände; er hob nicht das Geringste auf.

»Amüsiere dich,« sagte er, steckte den Schlüssel in das Schloß, zog ihn wieder heraus und schloß von draußen.

Sie hörte, wie er den Schlüssel an sich nahm ...

Die Leute auf dem Hof glaubten, sie seien beide ausgegangen; denn überall waren die Türen abgeschlossen; auch die des Wohnzimmers, was noch nie der Fall gewesen ... Um neun Uhr war es ganz still auf dem Hofe, innen und außen.

Es war um die Mitte des August und kein Mondschein. Gegen zehn Uhr kam jemand hastig die Allee heraufgeschritten. Er sah nirgend Licht in dem großen Gebäude. Dann ging er die Treppe hinauf und trat in den Flur, wo die Dunkelheit ihn zwang, sich bis zur Tür hin zu tasten; er war offenbar mit der Bauart des Hauses nicht bekannt ... Er klopfte; keine Antwort. Dann faßte er den Türwirbel – verschlossen. Er klopfte von neuem... heftig, immer heftiger. Hielt dann inne und lauschte. Kein Mensch kam. Da klopfte er noch stärker und rief:

»Thomasine!«

»Ja!« antwortete es sofort von innen, und im nächsten Augenblick unmittelbar an der Tür: »Bist du es, Vater?«

»Kannst du nicht öffnen?«

»Ich habe keinen Schlüssel.«

Er hörte es an ihrer Stimme, daß sie weinte.

»Wo ist denn der Schlüssel?«

»John hat ihn mitgenommen.«

Kurzes Schweigen; und dann fragte er wieder: »Hat er dich denn eingeschlossen?«

»Ja,« wurde unter heftigem Weinen geantwortet.

Darauf hörte sie den Vater wieder fortgehen. Sie hörte, wie er auf die Treppe hinausging, hinabschritt und sich entfernte, worüber sie sich sehr wunderte. Denn kein Wort hatte er weiter gesagt. Und sie empfand eine solche Sehnsucht nach irgendeinem Menschen! Das war nicht zu ertragen, das ging über alle Grenzen.

Eine eigentümliche Angst beschlich sie. Das mußte etwas zu bedeuten haben. Warum entfernte er sich wieder? Und wo ging er hin? Um John aufzusuchen? Was wird nun geschehen? – Das Blut begann wieder in ihrem halbnackten Körper zu fließen. Sie eilte ans Fenster, aber sie konnte nichts sehen. In demselben Augenblick hörte sie wieder jemand die Treppe heraufkommen. Sie lief zur Tür, vermochte aber an den Schritten nicht zu unterscheiden, wer es war ... Vorsichtig tastete sich jemand im Gange weiter.

»Bist du es, Vater?«

»Ja,« antwortete er, »ich bin's! Und ich habe die Schlüssel!«

Er trat herein, und heftig schluchzend lag sie an seiner Brust. Sie begann unzusammenhängende Worte zu stammeln; aber er unterbrach sie:

»Gut, gut, du brauchst nun keine Angst mehr zu haben!«

Und mit kurzen Worten teilte er ihr mit, daß John Kurt nicht mehr lebe ... Da unten vor der Treppe standen fremde Männer mit der Leiche ...

Teils vom Vater, teils von anderen erfuhr sie später, daß John Kurt in der Gesellschaft stark getrunken hatte und in eine immer mehr erhitzte Stimmung gekommen war. Nach Aufhebung der Tafel hatte er durchaus in ein übelberufenes Haus wollen; das würde Thomasine über alle Maßen amüsieren. Man versuchte, ihn zurückzuhalten. Da ward er rasend, ganz sinnlos rasend, taumelte hin und war tot ...

Für John Kurt wurde auf der Treppe kein Blumentempel aufgebaut ...

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